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Redaktion 31.10.2019

Von Ibiza nach Athen: ­Strache als PR-Berater

Julia Wippersberg, Vizestudienpräses der Uni Wien, APA-OTS-Geschäftsführerin und Präsidentin des PRVA, über den Wechsel von HC Strache in die PR-Branche.

Kommentar ••• Von Julia Wippersberg

WIEN. Genau genommen hat Heinz-Christian Strache nun einen Gewerbeschein für die PR-Beratung. Ein Spätberufener in der PR. Schon interessant, dass die PR-Branche so attraktiv erscheint für jemanden, der schon einiges an Berufs-Ausbildung (Zahntechnik), -Tätigkeit (Politik) und -Wünschen (jüngst: Immobilienbranche, Unternehmensberatung) hinter sich hat.

Die Sinnfrage ist eine andere

Zunächst: Ja, Herr Strache darf das. PR-Beratung ist ein freies Gewerbe. Ob das sinnvoll und wünschenswert ist, oder ob eine fachliche und persönliche Berufsbefähigung nicht doch vorab geprüft werden sollte, kann man diskutieren. Man kann sich also eines Berufseinsteigers nicht erwehren. Das können nur potenzielle Kunden, die aus guten Gründen an Erfahrung, Integrität und Qualität Interesse haben. Aber auch zwischen Kunden und Beratern gilt das „Topf-Deckel-Prinzip”: Es findet immer zueinander, was zusammenpasst.

Und: Es bleibt auch noch abzuwarten, wie ernst es Herrn Strache denn überhaupt mit dem PR-Business ist.

Die Ethik wird hochgehalten

Im Grunde ist es ja nachvollziehbar, dass jemand in der PR arbeiten möchte. Es ist tatsächlich eine gute Branche: PR-Dienstleistungen werden nachgefragt, die Branche wächst. Es gibt viele Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Ethik wird hochgehalten (Stichwort PR-Ethik-Rat). Man kann sich einer Qualitätszertifizierung (durch das Österreichische PR-Gütezeichen) unterziehen.

Daher gibt es auch den deutlichen Unterschied zwischen einer Person, die gerade erst einen Gewerbeschein gelöst hat, und jemandem, der langfristig erfolgreiche, hochqualifizierte, ethisch korrekte PR macht.

Keine einfache Ausgangslage

Dumm für Herrn Strache ist zusätzlich, dass man in der PR doch immer wieder mit Journalisten zu tun hat.

Denn wie geht man nun um mit den „größten Huren aller Zeiten”?
Und: Ein erfolgreicher Social Media-Auftritt, markige Reime für Plakate und ständige Klagsbereitschaft sind eine Sache, seriöse PR-Beratung für Kunden jedoch eine andere.
Keine einfache persönliche Ausgangslage für einen PR-Quereinsteiger.
Aber man soll niemandem unterstellen, er könne sich nicht auch in einer bis dato neuen, hochprofessionalisierten Berufswelt zurechtfinden. Also auf vom Ibiza-Code „Zack, zack, zack” zum Code d’Athènes*! Aber wie sagt man so schön: A Prada Weg!

* DerCode d`Athène ist die Grundlage aller PR-Ethik-Kodizes und verlangt von PR-Expert/innen die Anerkennung der allgemeinen Menschenrechte und insb. des Rechts auf freie Meinungsäußerung und -bildung, die Förderung der Informationsfreiheit und das Bewusstsein über die besondere Verantwortung in der Öffentlichkeit. Der PRVA und alle seine Mitglieder bekennen sich zu diesem Kodex.

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