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Redaktion 17.02.2023

Der Kaufkraftverlust trifft auch die TK-Branche

Marktführer iglo (37,4 Prozent) trotzt Absatzrückgängen mit drei neuen fleischlosen Produktankündigungen.

••• Von Paul Hafner

Der Tiefkühl-Boom der Pandemiezeit ist vorbei – und er scheint zumindest auf den ersten Blick eher keinen nachhaltigen Effekt gehabt zu haben: Vom fulminanten 16,3%-Absatzplus des Corona-Jahres 2020 ist heuer nur mehr ein leichtes mengenmäßiges Plus von 2,8% (jeweils gegenüber 2019) übrig.

Zieht man indes die massive Teuerung und verminderte Kaufkraft in der Bevölkerung in Betracht, liest sich das Ergebnis gleich deutlich besser – zumal Martin Kaufmann, National Sales Manager des Marktführers iglo, für heuer mit einem „wertmäßigen Wachstum in der Kategorie und auch bei uns” rechnet. Ein solches hatte es auch 2022 gegeben (+0,5%), es ist aber angesichts des deutlichen Absatzrückgangs (–7,7%) den Preiserhöhungen zuzuschreiben.

Käuferreichweite bleibt hoch

Ein Argument dafür, dass die Bilanz des Tiefkühlmarkts (Umsatz 2022 exkl. Speiseeis, Pizza und Torten: rd. 525 Mio. €) in erster Linie durch einen teuerungsbedingten Konsumrückgang und weniger einem abflauenden Interesse an Tiefkühlkost geschuldet ist, liefert ein Blick auf GfK-Daten zu Käuferreichweite und Kaufhäufigkeit im Tiefkühlsegment: Während die durchschnittliche Kaufhäufigkeit signifikant zurückging, liegt die Käuferreichweite mit 95,9% auf dem (Rekord-)Niveau des Vorjahrs und um 1,6% über dem Vorkrisenniveau.

Wie in den meisten Produktgruppen haben auch im Bereich TK die Eigenmarken zugelegt – mit einem wertmäßigen Marktanteil von 37,4% bleibt iglo aber weiter unangefochtener Marktführer und als solcher auch Markttreiber; für heuer hat man u.a. die Kategorie rezeptierter Fisch im Visier.

Fleischlose Neuheiten

Infolge der (laut Kaufmann recht erfolgreichen) Markteinführungen der Fischideen Kürbiskern und Leinsamen sowie den ASC Goldbrasse-Naturfilets im Vorjahr bringt iglo im April – unter dem Motto „Neue Anlässe, Fisch zu essen” – die Produktneuheit „Lachs mit Sauce” in den Varianten Pesto und Dill-Senf in die Tiefkühlregale; als gesunder, fleischloser Allrounder konzipiert, steht hier die „schnelle Zubereitung” und „vielseitige Kombinierbarkeit – ob pur, mit Pasta oder Reis, Erdäpfeln oder Zoodles” im Mittelpunkt, wie Kaufmann hervorhebt. Überhaupt sei die Kategorie rezeptierter Fisch – der u.a. Fisch-Mahlzeiten und Spezialitäten miteinschließt – aktuell „äußerst dynamisch” und habe 2022 als einziges Subsegment im Fischsegment nicht nur im Umsatz (+14%), sondern auch im Absatz zugelegt (1,4%).

Fleischlos fällt auch ein weiterer, für Mitte Mai avisierter Produktlaunch aus: Die im Herbst zur eigenen Range erhobene iglo ideenküche, die für Kreativität und gesunde Küche stehen will, wächst um eine neue proteinreiche und rein pflanzliche Gemüse-Hülsenfrüchte-Rezeptur: „Perl-Couscous Kürbis Linsen”.
Eine dritte Neuheit, die bereits im März ihren Weg in den LEH finden wird, sind die ebenfalls veganen „Dino Nuggets”; auf Weizenprotein basierend, haben sich die Chicken-Nuggets-Pendants zuvor am deutschen Markt schnell etabliert – „und nicht nur bei den kleinen, auch bei den Erwachsenen war der Zuspruch unerwartet groß”, wie Kaufmann unterstreicht. Es spricht einiges dafür, dass sie der weiterhin ungebremst erfolgreichen plant-based-TK-Range Green Cuisine (Marktanteil: 45,9%) konstant Aufwind verleihen wird.

Soja wird „Edamame”

Mit den drei fleischlosen Launches trägt iglo der „langfristigen Mission und dem langfristigen Trend, mehr auf gesunde Ernährung zu achten”, Rechnung, betont Aafke Smal, Customer Marketing Managerin bei iglo.

Ebenfalls in diese Kategorie fällt der Relaunch der Sojabohne, die nun als „Edamame” firmiert – wie sie in Japan genannt und bisweilen auch in der heimischen Gastronomie gerne bezeichnet wird. 2005 von iglo lanciert, wird die „Wunderbohne” längst nachhaltig im Marchfeld angebaut – und soll 2023 als „heimisches Superfood” ins mediale Rampenlicht gestellt werden; analog dazu werden auch die neuen Großpackungen im ökologischen Papierbeutel medial in Szene gesetzt.

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