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© APA/dpa/Harald Tittel

Neu gewichtetDer Anteil der Kosten für den Außer-Haus-Verzehr an den Konsumausgaben für Ernährung hat sich auf 36% erhöht – zu Pandemie-Zeiten waren es nur 27%.

Redaktion 09.06.2023

Konsumwandel wegen Corona

Laut Auffassung von RegioData Research hat Corona die Einkaufsgewohnheiten für immer verändert.

WIEN. Eine neue Erhebung von RegioData Research: Die durchschnittlichen Konsumausgaben pro Österreicher beliefen sich im Vorjahr auf rund 25.100 €. Bezogen auf die letzten fünf Jahre steht das für eine Steigerung von satten 15,4%. Auch die Corona-Pandemie hat das Kaufverhalten verändert. Die RegioData-Konsumausgaben legen nahe, dass sich damit nicht nur die Prioritäten der Menschen verschoben haben, sondern dass auch bestimmte Ausgabenbereiche befeuert und andere zum Stillstand gebracht wurden.

Ernährung kostet mehr

Besonders auffällig: Rund 4.600 € aus dem durchschnittlichen Börserl des Österreichers fließen pro Jahr in die Ernährung. Das macht bereits 18,2% der gesamten Konsumausgaben aus. Dabei ist es gerade mal ein Jahrzehnt her, dass bezüglich der Ausgaben für Lebensmittel seitens Handel und Industrie beklagt wurde, dass die mit weniger als zehn Prozent auf die Qualitätsstruktur drücken. Die Dynamik stammt indes aus der jungen Vergangenheit: Der Lebensmittelanteil hat sich allein zum Vorjahr um 17% erhöht. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 wurden noch etwa 3.200 € für Lebensmittel ausgegeben.

Trends wirken sich aus

Während die Ausgaben für Fleisch und Fisch nur minimal gestiegen sind, gab es heuer ein Plus von zehn Prozent bei Milchprodukten und Eiern. Allein für Milchersatzprodukte sind die Ausgaben seit 2019 um 500% gestiegen – was allerdings stark dem entsprechend gewürdigten Ernährungstrend entspricht.

Einen kräftigen Aufschwung gibt es zunehmend bei alkoholfreien Getränken (+11%), insbesondere bei stillem Mineralwasser. Die steigenden Ausgaben für Mineralwasser beliefen sich im Jahr 2022 bereits auf 40 €, was ein Plus von 18% gegenüber dem Vorjahr darstellt.
Ein wichtiger Faktor in Sachen mehr Geld für Ernährung sind auch die höheren Ausgaben für den Verzehr außer Haus (+51%). Pro Jahr werden rund 1.600 € außer Haus „verzehrt”. Damit liegt der Anteil des Außer-Haus-Essens an den gesamten Konsum­ausgaben für Ernährung bei etwa 36% – der Wert stand im Coronajahr 2021 noch bei 27%. Der Löwenanteil – nämlich 1.300 € – entfällt auf den Besuch von Gast- und Kaffeehäusern, Konditoreien sowie für externe Lieferdienste. Seit 2017 haben sich die Ausgaben auf 86 € pro Person und Jahr für Essenslieferungen nahezu verdoppelt.

Nahrung braucht Verstärkung

Ebenfalls ein starker Trend, den Corona maßgeblich beschleunigt hat, ist die steigende Nachfrage nach Nahrungsergänzungsmitteln (+27%). Österreicher geben im Schnitt rund 40 € pro Jahr für Nahrungsergänzungsmittel aus – was übrigens in etwa dem Betrag entspricht, den sie für Spirituosen oder Fertiggerichte ausgeben. (red)

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