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SchlussverkaufSetzt der erste Händler auf Sale, so müssen die anderen Geschäfte nachziehen. Heuer war dies besonders früh der Fall.

22.01.2016

Nachweihnachtszeit als Umsatzschlager

Auch wenn das Weihnachtsgeschäft vorbei ist, freut sich der Handel über steigende Umsätze dank Gutscheinen, Abverkauf & Co.

••• Von Julia Maier

WIEN. Die Nachweihnachtszeit – eine Zeit, in der viele Österreicher noch die letzte Ruhe vor dem Sturm genießen und sich Zeit für ihre Lieblingsaktivitäten nehmen. Beste Gelegenheit also, die heimischen Shoppingcenter oder Einkaufsstraßen zu stürmen und sich im Ausverkauf richtig auszutoben. Schließlich müssen Gutscheine eingelöst, der Weihnachtshunderter vom Onkel ausgegeben und das leider unpassende Weihnachtsgeschenk von der Großmutter umgetauscht werden. Und das freut natürlich auch den Handel, der sich nach der ohnehin stärksten Zeit im Jahr – dem Weihnachtsgeschäft – noch einmal über ein erneutes Aufbäumen vor dem Jahreswechsel und dem auf allen Seiten eintretenden Stress freuen darf.

Früher Ausverkauf-Start

Für die Ergebnisse des Dezember­umsatzes werden die Tage zwischen Weihnachten und Silvester immer wichtiger. Das weiß auch Kurt Schneider, Geschäftsführer der Ekazent Immobilien Management GmbH, für den diese Zeit eine wichtige Gelegenheit war, die leichten Rückläufe der Vorweihnachtszeit auszugleichen: „Wir haben festgestellt, dass die Frequenz vor Weihnachten etwas schwächer war als im Vorjahr, unter anderem bedingt durch das Ausbleiben des Winters. Besonders auf den Mode- und Textilhandel wirkte sich dies negativ aus. Wer braucht bei 13 Plusgraden schon Winterstiefel? Die Frequenz in der Zeit nach Weihnachten war hingegen wieder stärker. Die genauen Einzelhandels-Umsätze für Dezember stehen noch nicht fest, aber wir rechnen mit einem leichten Plus von etwa 1 bis 1,5% gegenüber dem Vorjahr.”

Die warmen Temperaturen verleiteten auch viele Geschäfte zum früheren Start ihrer Ausverkäufe, war die Winterware doch bei diesen Temperaturen zuletzt nicht besonders interessant. „Heuer haben die Sales besonders früh begonnen, was den Konsumenten jede Preis-orientierung nimmt und sie zunehmend verunsichert. Denn viele warten lieber auf die Sales und kaufen daher erst gar nicht vor Weihnachten ein”, so Schneider.
Auch für Anton Cech, Head of Shopping Center Management bei Unibail-Rodamco, in Österreich mit der SCS und dem Donauzentrum vertreten, war diese Zeit von besonderer Bedeutung: „Ab dem 28. Dezember konnten wir sowohl hinsichtlich Frequenz als auch Umsatz den Rückstand des Dezembers gegenüber dem Vorjahr substanziell aufholen.”

Lieblingsgeschenk: Gutschein

Ein weiterer wichtiger Umsatzgenerator im Dezembermonat sind Gutscheine. Laut Cech liegt die Wachstumsrate des beliebten Weihnachtsgeschenks im zweistelligen Prozentbereich. Da ein Großteil der Gutscheine im Dezember gekauft wird, zählen sie, egal wann die Einlösung schließlich erfolgt, zum Dezemberumsatz. „Außerdem”, so Jutta Pemsel, Berufszweigvorsitzende Textilhandel bei der WKO, „wird bei Gutscheinen oftmals mehr gekauft, als der Gutschein überhaupt wert ist.”

Gutscheine und der immer früher startende Schlussverkauf bescheren den heimischen Unternehmern also ein durchwegs positives Jahresende. Und alle jene, die mit ihrem Weihnachtsgeschenk unzufrieden sind, haben gute Chancen, es gegen ein passenderes Produkt einzutauschen: „Beim Umtausch sind vor allem im Textilhandel die meisten Unternehmen sehr großzügig, obwohl es kein grundsätzliches Recht auf Umtausch gibt”, stellt Pemsel fest.

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