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Idylle in der Schweinehaltung ist hierzulande rar, wird aber in der Werbung gerne vorgezeigt.

Redaktion 15.04.2022

Schwein gehabt?

Greenpeace und die Tierschutzombudsstelle Wien haben den Gütesiegel-Guide publiziert – mit erschreckendem Ergebnis.

WIEN. Über 90% des Schweinefleischs in Österreich erfüllen keine der untersuchten Tierschutz- und Umweltkriterien – zu diesem Negativ-Ergebnis kommt der von der Umweltschutzorganisation Greenpeace und der Tierschutzombudsstelle Wien (TOW) veröffentlichte Gütezeichen-Guide mit Einkaufsratgeber zu Schweinefleisch in Österreichs Supermärkten. Fazit laut Greenpeace: „Das „arme Schwein” ist in Österreich weiterhin Realität.

Auf Nummer sicher mit Bio

Beim Kauf von Osterschinken sollten Konsumenten mithin zu Bio-Produkten oder Produkten aus Tierwohl-Projekten greifen. Von der österreichischen Bundesregierung fordern Greenpeace und TOW eine Anhebung der Mindeststandards für die Haltung von Schweinen sowie eine gesetzliche Kennzeichnung der Haltungsbedingungen am Produkt. „Bereits im Jahr 2020 haben wir mit dem Gütezeichen-Guide diese Misere aufgezeigt, seither wurden die dringend nötigen Reformen komplett verschlafen. Weiterhin stecken im Großteil des österreichischen Schweinefleischs Tierleid und Umweltzerstörung – die Idylle, die uns die Werbung vorgaukelt, gibt es in kaum einem Mastbetrieb in Österreich. Auch nicht in jenen mit dem rot-weiß-roten AMA-Gütesiegel”, kritisiert Greenpeace-Landwirtschafts­experte Sebastian Theissing-Matei. Und: Die gesetzlichen Mindeststandards für die Haltung seien ein Armutszeugnis für ein Land, das sich gerne als Vorreiter im Tierschutz präsentiert.

26 Siegel gecheckt

Der Einkaufsratgeber nimmt 26 gängige Siegel und Gütezeichen für Schweinefleisch im Supermarkt unter die Lupe und bewertet diese nach zwölf Tierschutz- und Umweltschutzkriterien. So wurde etwa überprüft, ob tierquälerische Vollspaltenböden verboten sind oder ob die Tiere ohne Gentechnik-Futtermittel gefüttert werden. Konventionelles Schweinefleisch erfüllt keines der zwölf Kriterien.

Die konventionellen Tierwohl-Projekte der österreichischen Supermärkte erfüllen demgegenüber acht bis neun der Kriterien, Bio-Marken erfüllen zehn bis zwölf. Allerdings: Bio-Schweine machen weiterhin nur rund drei Prozent aller Schweine in Österreich aus. (APA/red)

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