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Rückblick: Das war die Personal Austria 2016 Foto Pfluegl
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Redaktion 18.11.2016

Rückblick: Das war die Personal Austria 2016

118 Aussteller und über 100 Programmbeiträge bei der 15. Auflage der Fachmesse Personal Austria in der Messe Wien.

WIEN. Die Personal Austria, Österreichs größte Fachmesse für Personalmanagement, feierte am 9. und 10. November 2016 ihr 15-jähriges Bestehen in Halle A der Messe Wien. Unter dem Motto „My heart beats HR“ ließ sich das Who-is-Who der österreichischen Personalisten-Szene zum 15. Messejubiläum von neuen HR-Trends inspirieren. Im Mittelpunkt des Themenspektrums standen die Arbeitnehmer sowie die Personalisten selbst – als Treiber der Digitalisierung. „Wir müssen uns angesichts der digitalen Transformation täglich die Frage stellen, wie wir im Personalmanagement zukünftig gestalten und nicht nur verwalten können“, betonte in seiner Eröffnungsrede Ralf Hocke, Geschäftsführer des Messeveranstalters spring Messe Management; nur wer für dieses Thema brenne, könne es auch vorantreiben.

Imagepflege per Employer Branding
Bei der alljährlich vom Arbeitsmarktservice Österreich (AMS) initiierten Podiumsdiskussion besprachen Experten aus Politik und Praxis, welchen Einfluss Bewertungsplattformen wie kununu, Glassdoor und Co auf das Image der Unternehmen haben. Brigitte Kosits, Expertin für Employer Branding, riet Arbeitgebern, sich konstruktiv mit den Informationen aus solchen Portalen auseinanderzusetzen, um im „War for Talents“ nicht unterzugehen. Auch AMS-Vorstand Johannes Kopf erkennt in der Arbeitgeberbewertung eine wichtige Referenzquelle: „Human Resources mausern sich heuer zum Vorstandsthema – denn um gute Leute zu rekrutieren, muss gerade die HR aktiver werden“, ist er überzeugt.

Familienfreundlichkeit ist für Unternehmen ein Hard Skill
Eine wichtige Rolle in puncto Mitarbeiterzufriedenheit spielt aktuell auch die Familienfreundlichkeit eines Unternehmens. Wolfgang Mazal forderte in seiner Keynote Politik und Wirtschaft dazu auf, ihre Einstellung zum Thema Familie massiv zu ändern. „Um Mitarbeiter längerfristig an ein Unternehmen zu binden, müssen Sie deren Bedürfnisse erfüllen und das im Besonderen auch im familiären Kontext“, weiß der renommierte Arbeits- und Sozialrechtler der Universität Wien. Seine These: "Familienfreundlichkeit ist für Unternehmen ein Hard Skill.“ Das bestätigte auch Bundesfamilienministerin Sophie Karmasin: Wie Unternehmen in der Praxis durch eine familienorientierte Personalpolitik an Arbeitgeber-Attraktivität gewinnen, besprach die Politikerin mit Experten aus der Praxis, u.a. mit Steffen Zoller von kununu. Als Best-Practice-Beispiele stellte Elisabeth Wenzl von der Familie & Beruf Management GmbH zwei Gewinner des Staatspreises „Unternehmen für Familien“ vor: die Diözese Graz-Seckau und das IT-Unternehmen Count IT.

Arbeitsmodelle der Zukunft
Auch neue Arbeitsmodelle waren Thema auf Österreichs HR-Hotspot: Manuela Vollmann, Geschäftsführerin der abz*austria, die sich selbst seit 20 Jahren die Führung mit einer Kollegin teilt, gab Einblicke in die von ihr gelebte Praxis des Top-Job-Sharings: „Wichtige Entscheidungen werden so nachhaltiger getroffen und der Austausch über komplexe Themen intensiver bearbeitet.“ Einen neuen Weg des Arbeitens hat auch Selma Prodanovic entdeckt – für sich und mittlerweile über 400 Start-ups, die sie bis dato gecoacht hat. Sie ist überzeugt, dass die Zukunft kleinen Unternehmen mit nur wenigen Mitarbeitern, aber großem Netzwerk gehört. „Die Mitarbeiter sind das wichtigste Gut im Innovationsbereich. HR muss also eine bedeutendere Rolle im Unternehmensgefüge einnehmen, um den Anforderungen der Zukunft gerecht werden zu können“, so die Start-up-Pionierin und Investorin.

Inklusion – mehr als nur soziale Verantwortung
Auch der Inklusion wurde auf der Personal Austria Platz und Zeit gewidmet: Menschen mit Behinderungen leisten, wenn man sie richtig einsetzt, vollwertige Arbeit. Und: Unternehmen können darüber hinaus finanzielle Vorteile und entsprechende Unterstützung erhalten. Dies war das Resümee einer Podiumsdiskussion, die gestern Vormittag im Rahmen der Personal Austria Messe in Wien über die Bühne ging. „Ich bin blind und ich verkaufe Waschmaschinen“, so stellte sich Markus Kirschner den Zuhörern vor. Seit frühester Kindheit von den Geräuschen und der Technik von Waschmaschinen fasziniert, gelang es ihm, bei einem Bewerbungsgespräch bei Media Markt so zu überzeugen, dass er sein Hobby zu seinem Beruf machen konnte.

„Und er ist“, so Günther Schuster, Leiter des Sozialministeriumservice, „bei Weitem nicht der einzige Mensch mit Behinderung, der einen guten Job macht – im Gegenteil: Wer dieser Personengruppe eine Chance am Arbeitsmarkt gibt, wird meist mit besonders eifrigen und loyalen Mitarbeitern belohnt.“ Doch Unternehmen können nicht nur von der Arbeitskraft, sondern auch von zahlreichen Förderungen für die Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigungen profitieren. Um auf diesen Umstand gezielt aufmerksam zu machen, hat das Sozialministeriumservice in Kooperation mit den Wirtschaftskammern die Veranstaltungsserie „Fokus Wirtschaft inklusiv//innovativ“ ins Leben gerufen. Diese macht in den Jahren 2016 und 2017 in jedem Bundesland einmal Station und veranschaulicht Unternehmern und insbesondere Personalverantwortlichen die zahlreichen Förderungs- und kostenlosen Unterstützungsleistungen, die etwa das Sozialministeriumservice, das AMS oder NEBA, das Netzwerk berufliche Assistenz, und fit2work zu bieten haben. (red)

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