WIEN. Nach der Geburt des ersten Kindes unterbrechen in Österreich nach wie vor fast ausschließlich Frauen ihre Erwerbstätigkeit. Väter nutzen Elternkarenz dagegen kaum – unabhängig von Bildung oder Qualifikation. Das zeigt eine neue Studie von Forscherinnen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).
Für ihre Analyse nutzten sie eine neuartige Verknüpfung österreichischer Registerdaten. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Mütter nehmen nach der ersten Geburt im Schnitt 416 Tage bezahlte Elternkarenz in Anspruch, Väter lediglich neun. Auch darüber hinaus bleiben viele Frauen länger dem Arbeitsmarkt fern. Besonders gering qualifizierte Mütter kehren spät zurück, häufig erst nach mehreren Jahren.
Arbeitsteilung verfestigt
Hoch qualifizierte Frauen steigen zwar etwas früher wieder ein, tun dies aber meist in Teilzeit oder verlängern ihre Auszeit über Bildungskarenzen.
Für Männer hingegen bleibt die Vaterschaft nahezu folgenlos: Selbst hoch qualifizierte Väter bleiben durchschnittlich nur zwölf Tage in Karenz, gering qualifizierte sogar lediglich vier.
Die Forscherinnen betonen, dass großzügige Karenzregelungen finanzielle Absicherung und Flexibilität bieten, aber zugleich traditionelle Arbeitsteilungen verfestigen können. (sb)
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