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Erste Klasse, bitte! © Cathrine Stukhard

Next Stop Oberlaa Die Therme Wien ist mit der U-Bahn erreichbar. Für die PR-Kampagne „Thermenflair in der Wiener U-Bahnlinie U1” (The Skills Group) gab es 2018 sogar den Staatspreis PR.

© Cathrine Stukhard

Next Stop Oberlaa Die Therme Wien ist mit der U-Bahn erreichbar. Für die PR-Kampagne „Thermenflair in der Wiener U-Bahnlinie U1” (The Skills Group) gab es 2018 sogar den Staatspreis PR.

Redaktion 15.02.2019

Erste Klasse, bitte!

Thermenbesuche „First-Class” werden immer beliebter. Auch im Vorjahr stieg die Besucheranzahl um mehr als drei Prozent.

••• Von Eva-Louise Krémer

WIEN. Die Besucheranzahl in Österreichs Thermen steigt nach wie vor rasant. Die Eintrittserlöse legten auch im Jahr 2018 stabil um mehr als drei Prozent zu. Angeschoben wurde das Wachstum nicht zuletzt durch den wachsenden Anteil an „Premium-Gästen”, zeigen aktuelle Daten einer Marktstudie zu Thermen in Österreich von Branchenradar.com Marktanalyse.

Besser als Fliegen

Im Flugverkehr verzichten zahlreiche Airlines bereits seit Jahren auf ein Angebot in der 1. Klasse. In Österreichs Thermen entwickelt sich das Geschäft mit dem Premium-Gast indessen zunehmend zu einem Erfolgsmodell. Denn im vergangenen Jahr stieg die Anzahl der Gäste, die gegen Aufpreis gesonderte Leistungen in Anspruch nehmen können, um nahezu ein Drittel.

Als Zusatzleistungen werden beispielsweise reservierte Liegen, gesonderte Wellness- und Ruhebereiche, höherwertige Gastronomie oder ein Butler-Service angeboten.
Diesem Trend zu einem optionalen „First-Class-Modell” hat sich mittlerweile ein großer Teil der Erlebnis- und Gesundheitsthermen angeschlossen. Und wenngleich bundesweit nur jeder achte Thermengast sich für einen First-Class-Thermentag entschied, für die Thermenbetreiber waren diese Gäste besonders wertvoll, zahlten sie doch bis zum Doppelten des regulären Eintrittspreises.

Steigende Eintrittserlöse

Die von mehr und mehr Thermen verfolgte Strategie, primär die Wertschöpfung zu steigern, gilt allgemein als Schlüssel zum langfristigen Erfolg. Denn nachfrageseitig zeigt sich der Thermenmarkt seit Jahren wenig dynamisch. Im Jahr 2018 stagniert die Anzahl der Besucher bei 9,4 Mio. Eintritten (+0,4% gegenüber Vorjahr). Seit 2015 erhöhte sich die Gästeanzahl nur moderat um zwei Prozent. Die Seitwärtsbewegung der letzten Jahre deutet unverkennbar auf eine Marktsättigung hin – umso mehr, da auch die Anzahl der Tagesgäste kontinuierlich sinkt und Stundenkarten an Bedeutung gewinnen.

Dass Tagesgäste den Thermen mehr und mehr abhanden kommen, ist im Wesentlichen auf die wachsende Konkurrenz durch große Erlebnis-Hallenbäder und Wellness-Resorts zurückzuführen. Die Anzahl der Eintritte in thermenähnlichen Bädern liegt bundesweit mittlerweile bei über einer Million; dazu kommen noch die Gäste der zahlreichen Wellness-Hotels.
Durch die Steigerung der Erlöse pro Gast soll zumindest erlösseitig ein Wachstum generiert werden. Offenbar führt der eingeschlagene Weg auch zum Erfolgt. Denn trotz stagnierender Nachfrage und steigendem Anteil an preisgünstigeren Stundenkarten erhöhten sich im vergangenen Jahr bundesweit die Eintrittserlöse der Thermen um 3,4% gegenüber dem Vorjahr auf 157,6 Mio. €. Etwa zwei Drittel des Zuwachses waren auf den wachsenden Anteil an Premium-Gästen, der Rest auf partielle Preiserhöhungen zurückzuführen.

Wien: Gästeplus von 7%

Regional betrachtet, entwickelte sich das Gästeaufkommen einmal mehr auch im Jahr 2018 gegenläufig.

Während die Anzahl der Eintritte etwa in Wien um 6,7% (gegenüber dem Vorjahreszeitraum) stieg, in Niederösterreich um 2,2% und in Oberösterreich zumindest um 1,3% Vorjahr, gab es in Tirol (-2,3%), im Burgenland (-1,9%) und in Kärnten (-1,7%) ein Gästeminus. In der Steiermark und in Salzburg entwickelte sich die Besucheranzahl nahezu seitwärts.
Somit bleibt die Steiermark mit einem Gästeanteil von 22% nach wie vor Thermenland Nummer eins, gefolgt von Salzburg mit 16% sowie Ober- bzw. Niederösterreich mit 15 bzw. 14% Marktanteil.

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