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Krisenstimmung in den Hotels © PantherMedia/norenko.a.v.
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Redaktion 09.04.2021

Krisenstimmung in den Hotels

Nach wie vor fehlen echte Perspektiven für den Neustart und treffsichere Unterstützungsmaßnahmen.

••• Von Britta Biron

WIEN. Für die österreichische Hotelbranche wird die Lage zunehmend kritisch. Das Wirtschaftsforschungs Institut (Wifo) hebt in seinem aktuellen Bericht die Beherbergungsbetriebe im Bereich des Geschäfts- und Städtetourismus als besondere Sorgenkinder hervor, aber nach Meinung von Markus Gratzer, Generalsekretär der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV), geht es den Ferien- und Wellnesshotels kaum besser.

Finanzielle Engpässe

„Die Entschädigung reicht oft gerade, um die größten Löcher für den Moment zu stopfen. Aber viele Kosten laufen weiter, neue kommen dazu”, verweist ­Gratzer auf das Urlaubsgeld und die Kosten für das ReOpening, dessen Termin allerdings weiterhin unklar ist. Klar sei dagegen, so Gratzer, dass die Branche noch Jahre und vor allem auch maßgeschneiderte Hilfspakete brauchen werde, um sich zu erholen.

Die bisherigen Förderprogramme der Regierung haben sich nur teilweise als nützlich erwiesen, wie eine Umfrage des Beratungsunternehmens BDO Austria zeigt. Nur 29% der österreichischen Hoteliers halten die Maßnahmen für ausreichend, ebenso viele für zu gering, und 42% kritisieren, dass es teilweise zu Unter- bzw. in manchen Fällen auch Überförderungen kommt.

Gießkannenprinzip

„Die Förderungen waren vor allem bei kleineren und mittleren Unternehmen insbesondere für November und Dezember 2020 mit dem Umsatzersatz recht großzügig, und auch derzeit werden mit einer Kombination aus Fixkostenzuschuss und Ausfallbonus mehr als nur die bloßen Fixkosten gedeckt. Bei größeren Unternehmen werden durch den Verlustersatz allerdings effektiv nur 70 Prozent des steuerlichen Verlustes bis zu maximal zehn Mio. Euro abgegolten”, erläutert BDO-Hotel­lerieexperte Wolfgang Mader.

Trübe Aussichten

Probleme bereiten zunehmend der immer undurchschaubarere Maßnahmen-Fleckerlteppich, der hohe bürokratische Aufwand und die teils schleppende Auszahlung der Hilfsgelder.

So sind laut OHV bei den Ansprüchen aus dem Epidemiegesetz nach mittlerweile zwölf Monaten noch immer so gut wie keine Zahlungen erfolgt.
Kein Wunder also, dass die Hoteliers mit wenig Zuversicht in die Zukunft blicken: Nur 5,63% gehen davon aus, dass ihre missliche Situation mithilfe der Förderungen gelöst werden kann, 28,18% glauben an ein Überleben des Großteils der Betriebe, aber die überwiegende Mehrheit (66,19%) rechnet mit Pleiten bzw. Übernahmen.

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