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Summer in the City © APA/Georg Hochmuth

Die Wiener Tourismusbranche geht optimistisch in die Sommersaison, die Ankünfte aus Deutschland, den USA und Saudi-Arabien nehmen zu.

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Die Wiener Tourismusbranche geht optimistisch in die Sommersaison, die Ankünfte aus Deutschland, den USA und Saudi-Arabien nehmen zu.

georg biron 27.05.2016

Summer in the City

Der „Vienna Tourism Indicator VTI” prognostiziert Zuwächse für die Wiener Tourismusbranche in den kommenden Sommermonaten.

••• Von Georg Biron

WIEN. Im Jahr 2015 verbuchte der Tourismus in Wien Rekordzahlen, und dieser Trend dürfte sich auch in der Sommersaison 2016 fortsetzen. Das geht aus der aktuellen Ausgabe des „Vienna Tourism Indicator VTI” hervor, der von der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. (SKB) halbjährlich herausgegeben und von MindTake Research erstellt wird.

Positiver Trend seit 2002

„Für die Wiener Tourismusbranche geht es seit dem Jahr 2002 kontinuierlich nach oben. So kamen 2015 um 7,9% mehr Gäste als im Jahr davor. Für die Monate April bis September 2016 zeigen sich die Brancheninsider ebenfalls überwiegend optimistisch und rechnen mit deutlichen Zuwächsen für den Gesamtmarkt”, so Franz Sattlecker, Geschäftsführer der SKB. Bewertet wird mithilfe einer Punkteskala: Die Experten schätzen die Wien-Ankünfte von Besuchern im Vergleich zum vorangegangenen Halbjahr ein. Die VTI-Prognose für die Sommersaison 2016 liegt bei 119 Punkten (Schwellenwert = 100 Punkte, unter 100: negative Einschätzung, über 100: positive Einschätzung). Neben der Sicherheit in der Stadt, dem Ruf als Städtereise-Destination und der Modernisierung des Stadtbilds wird auch das gute Preis-Leistungsverhältnis als Faktor genannt.

Markt-Prognosen

Während für die meisten Quellmärkte in Europa auch aufgrund der bereits hohen Besucherzahlen mit gleichbleibenden Besucherzahlen gerechnet wird, sehen Brancheninsider vor allem Potenziale in China, USA, Saudi-Arabien sowie in Indien und Südkorea. Diese Märkte sollen zukünftig eine wachsende Rolle spielen und werden bereits, wie das Beispiel China zeigt, mit erfolgreichen Werbemaßnahmen in den Fokus gestellt.

Deutscher Quellmarkt

Bei der Betrachtung einzelner Länder ist die Einschätzung für den traditionell sehr wichtigen Quellmarkt Deutschland mit 114 Punkten am höchsten. Die aktuelle Flüchtlingssituation und etwaige Reiseverzögerungen scheinen hier keine negativen Auswirkungen auf deutsche Gäste­zahlen zu haben. Ebenfalls Zuwächse erwartet werden aus China (113 Punkte), Japan (106 Punkte) und Zentraleuropa (105 Punkte), während die Ankünfte aus Spanien (99 Punkte) als „gleichbleibend” erwartet werden.

Bei Italien (100 Punkte) erwarten die Experten weiterhin stabile Gästezahlen – laut statistischer Analyse im Hinblick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre könnte hier aber ein Rückgang möglich sein.
Der seit 2013 stark rückläufige Trend von Gästezahlen aus Russland (82 Punkte) wird sich in diesem Sommer etwas einbremsen, in diesem Segment wird von Expertenseite nur noch mit einem leichten Rückgang gerechnet.

Flughafen Wien und Tourismus

Wiens Erfolg als Wirtschaftsstandort, Tourismus- und Tagungsdestination hängt auch von seiner Erreichbarkeit per Flugzeug ab. WienTourismus und Flughafen Wien unterzeichneten ein Wachstumsabkommen, mit dem weitere Airlines für Wien gewonnen, Direktflüge forciert und Entscheidungsträger von den Vorteilen Wiens als Verkehrshub überzeugt werden sollen. 2016 stehen 37 Aktionen für 15 Märkte auf dem Plan.

„Neue Flüge sind eine entscheidende Triebfeder nicht nur für Wiens Tourismus. Wir müssen international gut angebunden sein, um in einer so stark von Außeneinflüssen gesteuerten Branche die Abhängigkeit von einzelnen Märkten möglichst gering zu halten und Wachstumsmärkte effizient bearbeiten zu können”, betont WienTourismus-Direktor Norbert Kettner.
„Wir konnten bereits zahlreiche neue Kurz-, Mittel- und Langstreckenverbindungen und mehrere neue Airlines nach Wien holen”, freut sich Flughafen Wien CEO ­Julian Jäger. „Wir wollen das Potenzial der weltweiten Tourismusmärkte besser als bisher nutzen.”

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