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Thermenbesuche wurden noch teurer © Therme Wien

Wasserspiele Der Anteil der Thermen-Tages­gäste sinkt; man verliert Kurzbesucher an Erlebnis-Hallenbäder und Wellness-Resorts (Bild: Therme Wien).

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Wasserspiele Der Anteil der Thermen-Tages­gäste sinkt; man verliert Kurzbesucher an Erlebnis-Hallenbäder und Wellness-Resorts (Bild: Therme Wien).

Redaktion 09.03.2018

Thermenbesuche wurden noch teurer

Der Thermenmarkt wuchs 2017 im Wesentlichen wegen höherer Eintrittspreise. Die Anzahl der Eintritte stieg kaum.

WIEN. Der österreichische Thermenmarkt ist im Vorjahr nicht wegen steigender Besucherzahlen, sondern wegen höherer Eintrittspreise gewachsen. Im Schnitt wurden die Eintrittspreise gegenüber dem Vorjahr um 3,1% auf 16,30 € pro Person erhöht; die Einnahmen stiegen dadurch um fast sechs Mio. € bzw. 3,9% auf 152,5 Mio. €.

Im Gegensatz dazu nahm die Zahl der Besucher wie bereits im Jahr davor nur um 0,8% auf knapp 9,4 Mio. € zu. „Die Seitwärtsbewegung deutet unverkennbar auf eine Marktsättigung hin”, heißt es in der Branchenradar-Marktanalyse des Beraters Kreutzer Fischer & Partner. „Umso mehr, da auch die Anzahl der Tagesgäste ungebremst schrumpft.” Waren im Jahr 2016 noch knapp 62% aller Besuche Tagesgäste, sank deren Anteil im vergangenen Jahr um mehr als drei Prozentpunkte auf 58,6%.

Wachsende Konkurrenz

Dass Tagesgäste den Thermen mehr und mehr abhandenkommen, sei im Wesentlichen auf die wachsende Konkurrenz durch große Erlebnis-Hallenbäder und Wellness-Resorts zurückzuführen. Die Anzahl der Eintritte in thermenähnlichen Bädern liegt bundesweit mittlerweile bei über einer Million; dazu kommen noch die Gäste in den zahlreichen Wellness-Hotels.

„Offenbar haben sich vielerorts Thermenbetreiber mit der stagnierenden Nachfrage arrangiert und versuchen nun, ein erlösseitiges Wachstum primär über Preisanhebungen voranzutreiben”, so die Experten. Die Thermenbesucher reagierten auf die angehobenen Eintrittspreise gelassen: „Und das aus gutem Grund, haben doch die Investitionen in den Ausbau der Thermen die Attraktivität derselben signifikant angehoben.”
Regional betrachtet, entwickelte sich das Gästeaufkommen gegenläufig. Während etwa in Salzburg die Anzahl der Eintritte um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr stieg, in Niederösterreich um 3,4% und in Tirol sogar um 6,7%, verbuchen Oberösterreich und Steiermark leichte Rückgänge von jeweils minus einem Prozent. Dennoch bleibt die Steiermark mit einem Gästeanteil von 22% nach wie vor Thermenland Nummer eins, gefolgt von Salzburg mit 16% sowie Ober- und Niederösterreich mit knapp 15 bzw. 14% Marktanteil. (sb)

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