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Wintersportimage „nicht beschädigt” © APA/Hans Punz

Der Komplexitätsforscher Peter Klimek sieht im Gegensatz zu vielen Touristikern in Sachen Omikron düstere Wolke aufziehen: „Es muss einem auch bewusst sein, wir haben das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht.”

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Der Komplexitätsforscher Peter Klimek sieht im Gegensatz zu vielen Touristikern in Sachen Omikron düstere Wolke aufziehen: „Es muss einem auch bewusst sein, wir haben das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht.”

Redaktion 14.01.2022

Wintersportimage „nicht beschädigt”

ÖHV-Vizepräsident Veit: „Infektionsgeschehen in einzelnen Gemeinden hat kaum Einfluss auf Buchungsverhalten.”

SALZBURG / FLACHAU / KITZBÜHEL / WIEN. Die Omikron-Variante treibt die Infektionszahlen in den Tourismusorten in die Höhe. Am Montag war der Pongau mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 3.298 der Spitzenreiter unter den österreichischen Bezirken. Der Flachauer Bürgermeister Thomas Oberreiter hatte zuletzt stets betont, dass viele der Fälle symptomlos verlaufen würden. Beim Land Salzburg rechnet man vor, dass die besonders betroffenen Gemeinden im Moment stark touristisch geprägt seien und sich derzeit ein Vielfaches der Einwohner als Gäste im Ort aufhielten – die Inzidenz werde aber an der tatsächlichen Einwohnerzahl berechnet, also ohne Gästebetten.

Nachfrage im Februar gut

Dass die jüngste Berichterstattung über das hohe Infektionsgeschehen in einzelnen Urlaubsorten einen Imageschaden für Salzburg bedeutet, glauben Touristiker nicht. „Es ist für die Orte, die permanent genannt werden, sicher kein Vorteil. Gebucht wird derzeit aber so wenig, weil die Unsicherheit bezüglich der Omikronwelle so hoch ist”, so Walter Veit, Vizepräsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). „Derzeit sehen wir aber, dass die Nachfrage erst mit Februar wieder gut läuft”, so Veit.

Trotz stark steigender Infektionszahlen in den Tiroler Skigebieten betont auch Christian Harisch, Hotelier und Obmann des Tourismusverbandes von Kitzbühel: „Die Wintersaison ist sicher.” Er geht von massiv sinkenden Zahlen in den nächsten Wochen aus, schließlich würden sich die Tourismusregionen nun im „Jännerloch” befinden.
Komplexitätsforscher Peter Klimek, seit Kurzem Wissenschafter des Jahres, sieht allerdings düstere Wolke aufziehen: „Es ist natürlich kein Zufall, dass gerade jetzt in den Regionen, wo es sehr starken Wintertourismus gibt, mehr und mehr Cluster entstehen. Es muss einem auch bewusst sein: Wir haben das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Von daher darf man sich jetzt nicht der Illusion hingeben, dass man hier jetzt ein infektionssicheres Winterurlaubserlebnis in den nächsten Wochen in Österreich haben könnte.”

Zu wenig Kontrollen?

Den Vorwurf, Gastronomen und Hotelbetreiber würden schlecht und zu wenig kontrollieren, ließ Hotelier Harisch zu Wochenbeginn in der „ZIB 2” nicht gelten. Überall könne man betrügen, und Einzelfälle seien nicht auszuschließen. Zum Hahnenkammrennen in Kitzbühel nächste Woche hielt er fest, hier würde die Gästezahl auf 1.000 beschränkt, es gebe nur Sitz- und keine Stehplätze. (APA/red)

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