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„Banken verlässlicher Partner der Wirtschaft” © UniCredit Bank Austria/Gilbert Novy
© UniCredit Bank Austria/Gilbert Novy

Redaktion 24.04.2020

„Banken verlässlicher Partner der Wirtschaft”

Robert Zadrazil, CEO UniCredit Bank Austria, spricht mit medianet über die Challenges in der aktuellen Krise.

••• Von Reinhard Krémer

Die Banken spielen in der Coronakrise eine wichtige Rolle. Der Vorstandsvorsitzende der UniCredit Bank Austria und Präsident des österreichischen Bankenverbandes, Robert Zadrazil, im Gespräch mit medianet, wie es den Banken geht und welche Maßnahmen derzeit auf der Agenda stehen.


medianet: Wie sehen Sie die Position der Banken in der aktuellen Situation als Präsident des Bankenverbandes?
Robert Zadrazil: Bei den aktuellen Herausforderungen sind sich die österreichischen Banken ihrer Verantwortung gegenüber Unternehmen, der Wirtschaft und Privatpersonen, die durch die Coronakrise in Schwierigkeiten geraten sind, sehr bewusst. Die Banken sind ein verlässlicher Partner der Wirtschaft und all ihrer Kundinnen und Kunden – in guten und weniger guten Zeiten! Wir nehmen die Sorgen und Ängste in der Bevölkerung sehr, sehr ernst und setzen alles daran, bestmöglich zu unterstützen, wo immer es möglich und notwendig ist.

medianet:
Was unternehmen die Institute, um die heimischen Firmen zu unterstützen?
Zadrazil: Die weitreichenden staatlichen Garantie- und Zuschussprogramme der österreichischen Bundesregierung ermöglichen es den Banken, zusätzlich zu ihrer eigenen Finanzkraft und in Verbindung mit ihrem gesamten Finanz-Know-how ihre Kernkompetenz wahrzunehmen, nämlich Unternehmen umfassend zu beraten und mit konkreten Maßnahmen zu unterstützen, wo immer es geht. Die Garantien und Haftungszusagen sind dabei ganz wesentliche Hilfestellungen, um die Wirtschaft in dieser außergewöhnlichen Situation zu stabilisieren und Arbeitsplätze zu erhalten.

medianet:
Wo orten Sie die spezifischen Gefahren für die österreichischen Banken und die Wirtschaft durch das neue Coronavirus?
Zadrazil: Alle österreichischen Banken tun ihr Möglichstes, um ihre Kunden durch diese schwierige Zeit zu begleiten. Angesichts der Konjunkturdaten ist wie bei jeder Rezession aber auch mit Kreditausfällen zu rechnen. Die größte Gefahr für die Wirtschaft liegt sicher darin, dass der Lockdown noch wesentlich länger andauert, als erwartet. Wir gehen allerdings davon aus, dass nach den ersten Lockerungsmaßnahmen nach Ostern sukzessive weitere derzeit noch notwendige Beschränkungen aufgehoben werden, vor allem ab dem dritten Quartal – in Österreich und auch im restlichen Europa. Das sollte uns allen Zuversicht geben.

medianet:
Wie ist die Situation der UniCredit Bank Austria in der Krise?
Zadrazil: Wir sind grundsolide aufgestellt und verfügen über ausreichend Kapital und Liquidität, um private Haushalte und Unternehmen jeder Größe zu finanzieren und zu unterstützen. Als Österreichs führende Unternehmerbank sind wir ein stabiler und verlässlicher Partner der heimischen Betriebe – von Ein-Personen-Unternehmen bis hin zum großen Konzern. Seit Beginn der Coronakrise vergeben wir jede Woche Kredite in Höhe von vielen Hundert Millionen Euro, bislang bereits rund zwei Milliarden Euro – das zeigt: Wir sind sowohl in der Lage als auch willens, unsere Verantwortung wahrzunehmen. Wir haben zudem bereits mehrere Tausend Stundungen umgesetzt, um Unternehmen und private Haushalte zu unterstützen.

medianet:
Wie geht es Ihren Kunden und wie helfen Sie ihnen konkret?
Zadrazil: Auf Privatkundenseite gibt es viele Anfragen nach Stundungen von Kreditraten oder auch Erhöhungen der Kontorahmen aufgrund von Kurzarbeit oder Lohnentgang. Das konnten wir von Beginn an in den meisten Fällen sehr rasch und unkompliziert lösen. Unsere Firmenkunden beraten wir sowohl bei Stundungen, Überbrückungskrediten, Garantien für Finanzierungen sowie der Zwischenfinanzierung der Kurzarbeit. Als bevorzugter Partner in der Förderberatung sind unsere Kundenberater die ideale Anlaufstelle für Unternehmen. Derzeit sind vor allem aws-Garantien für Überbrückungs- und Betriebsmittelfinanzierungen, die Maßnahmenpakete der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank für die Hotellerie und Gastronomie, die Kreditmittel der Österreichischen Kontrollbank vor allem für exportorientierte Unternehmen sowie auch eine ganze Reihe von Landesförderaktionen interessant.

medianet:
An wen können sich Ihre Kunden wenden?
Zadrazil: Erster Ansprech­partner sind unsere Kundenbetreuer, die per Telefon und über Video für Beratungsgespräche zur Verfügung stehen. Jetzt ist vor allem rasche Hilfe not­wendig. Wir werden gemeinsam mit unseren Kunden diese schwierige Zeit bewältigen und stehen unseren Kunden mit Kapital und Know-how weiterhin zur Seite.

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