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Der Visionär © Reinhard Krémer

Tausend und eine Nacht: Der Pavillon im Swahili Beach Resort (Kenia) ist nur eine der beeindruckenden Ideen von Tibor Gaál.

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Tausend und eine Nacht: Der Pavillon im Swahili Beach Resort (Kenia) ist nur eine der beeindruckenden Ideen von Tibor Gaál.

Redaktion 25.03.2022

Der Visionär

Lange bevor die Strabag begann, in Afrika zu bauen, errichtete Tibor Gaál Bauwerke von zeitloser Eleganz.

••• Von Reinhard Krémer

DIANI BEACH / BUDAPEST / BRATISLAVA / WIEN. Nicht immer verläuft das Leben in geraden Linien – und der Architekt Tibor Gaál war ein Beispiel dafür.

Als Flüchtling im Zuge des Ungarn-Aufstands 1956 kam er nach Österreich, wo er Architektur studierte. Nach einem kurzen Aufenthalt in Südafrika zog er nach Mombasa, wo er im Designteam der Bamburi Cement Company wartungsarme Beton-Gebäude entwarf.
Gaál traf Sbish Trzebinski, einen polnischen Architekten, mit dem er rund 40 Jahre lang zusammenarbeitete. Ihre architektonischen Aktivitäten trugen erheblich zu einem Boom des Tourismus in Kenia und Tansania bei. Zu ihren zeitlos eleganten Bauwerken gehören unter anderem der Tamarind Restaurant and Village Complex in Mombasa oder das Serena Mountain Lodge Hotel im Mount Kenya National Park.

50 Jahre schöner Bauen

Auch das Swahili Beach Resort in Diani Beach an Kenias Südküste wurde von Gaál geplant und errichtet. Dort wurde jetzt anlässlich des 50. Jahrestages der Errichtung des Hotels eine Erinnerungsplakette enthüllt. Die Zeremonie ging in dem Fünf-Sterne-Resort mit 19 Swimming-Pools, die kaskadenartig von den Rezeptionstresen durch den Garten zu den Sandstränden führen, in prominenter Besetzung über die Bühne.

Swimmingpools als Trademark

Diese spezifische Anordnung der Swimmingpools war das Markenzeichen der beiden in vielen Hotels am Indischen Ozean – und das Swahili Beach Resort beeindruckt auch ein halbes Jahrhundert später noch mit seiner nüchternen Eleganz im arabisch-afrikanischen Stil.

Die feierliche Enthüllung der Plakette wurde von Österreichs Botschafter Christian Fellner und seinen Kollegen aus Ungarn, der Slowakei und Polen vorgenommen.
Fellner ging in seiner Rede auf das Leben und Wirken von Tibor Gaál über zwei Kontinente mit Wurzeln in drei Ländern ein.
Der österreichische Botschafter zog in einem Bogen auch historische Parallelen zur aktuellen Situation in der Ukraine, wo nun, wie auch schon im Ungarnaufstand 1956, Österreich seine Grenzen für Flüchtlinge öffnete.

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