FINANCENET
Kreditberatung muss sein © Santander Consumer Bank/Gregor Turecek

Gerald Resch, Christoph Auer, Beate Blaschek, Robert Hofer (v.l.)

© Santander Consumer Bank/Gregor Turecek

Gerald Resch, Christoph Auer, Beate Blaschek, Robert Hofer (v.l.)

13.11.2015

Kreditberatung muss sein

Sind Verbraucherkredite eine Frage der Finanzbildung oder eher der Bankberatung? Darum gings beim 3. Santander Aperitif.

••• Von Paul Christian Jezek

WIEN. Am 5.11. lud die Santander Consumer Bank hochkarätige Konsumentenschützer und Bankenvertreter zu einer Podiumsdiskussion ins Wiener MuseumsQuartier.

Einig war die Expertenrunde, dass bei der Finanzbildung hierzulande noch Aufholbedarf besteht. Beate Blaschek, Sozialministerium: „Das Verbraucherkreditrecht ist mittlerweile eine recht komplexe Materie geworden. Es schreibt u.a. die Prüfung der Kreditwürdigkeit anhand ausreichender Informationen vor. Banken bewegen sich hier auf einem schmalen Pfad, wenn es darum geht, finanziell Schwachen noch einmal Unterstützung zu geben.” „Ein Verbraucher muss die Möglichkeit haben, sich umfassend über Finanzinstrumente zu informieren”, meinte Bernd Lausecker (VKI); dies könne jedoch nicht dazu führen, dass professionelle Anbieter aus ihrer Beratungsverantwortung entlassen werden dürfen.
Christian Prantner, Arbeiterkammer: „Die Aspekte Kreditrecht, Finanzbildung und -beratung sind allesamt wichtig.
Aber eindeutige gesetzliche Grundlagen für ein wichtiges Rechtsgeschäft wie den Kredit sind das tragende Element – Freiwilligkeit als Prinzip wirkt im Bankbereich erfahrungsgemäß nicht. Kreditberatung ist und bleibt unerlässlich, denn Kredite sind komplex und langfristig wirkend. ­Finanzbildung ist kein Allzweckmittel, um mangelhafte Beratung und nachteilige Kreditprodukte auszugleichen. Zudem gehört sie in die Schulbildung integriert und nicht den Banken überlassen.”

Beides ist vonnöten

„Die Frage ‚Finanzbildung oder Bankberatung' ist einfach zu beantworten: Beides ist erforderlich”, fasste Gerald Resch vom Bankenverband zusammen. „Der Erwerb von Finanzwissen sollte bereits im Elternhaus beginnen und in der Schule entsprechend fortgesetzt werden. Von Bankenseite werden diese Bemühungen durch Schulworkshops und vielfältige Bildungsangebote im Internet unterstützt.”

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