HEALTH ECONOMY
Apotheken werden jetzt automatisiert © Knapp

Das steirische Logistikunternehmen Knapp liefert an die Spitalsgesellschaft einen neuartigen Lagerroboter für die Zentralapotheke.

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Das steirische Logistikunternehmen Knapp liefert an die Spitalsgesellschaft einen neuartigen Lagerroboter für die Zentralapotheke.

ulli moschen 01.07.2016

Apotheken werden jetzt automatisiert

Die Zentralapotheke der Steiermärkischen Krankenanstalten­gesellschaft beschreitet neue Wege in der Logistik und ­Lagerhaltung. Partner ist der Logistikkonzern Knapp.

••• Von Ulli Moschen

WIEN. Mitarbeiter der Zentralapotheke der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes), die mit Bestelllisten durch Regalzeilen laufen, Auslieferungen für Spitäler zusammenstellen und neue Medikamentenlieferungen einordnen, gehören der Vergangenheit an.

Neubau in Graz

Nach dem Bau des neuen Gebäudes für zentrale Dienste am LKH-Universitätsklinikum Graz ist bei der Übersiedlung der Zentralapotheke in die neuen Räumlichkeiten auch ein Hightech-Kommissionierungsautomat der Knapp-Gruppe eingezogen.

Die Einlagerung und Ausgabe von Medikamenten an die Häuser am Klinikum und die Spitäler in den steirischen Regionen erfolgt nun zu 90% vollautomatisiert; bei den restlichen 10% handelt es sich um Medikamente, die gekühlt und deshalb extern gelagert werden müssen. Zentralapotheken von Krankenhausverbünden bestellen Arzneien in Großmengen – palettenweise. Das bedeutet für die Apotheker viel Routinearbeit beim Einsortieren und dann das alles ein weiteres Mal, wenn Bestellungen aus den Verbundspitälern eingehen.

1.500 Artikel stündlich

„In dem Automaten können 60.000 Medikamentenpackungen lagern”, erklärt Knapp-Sales Manager ­Harald Hartl. „Der Roboter kann rund 1.500 Artikel stündlich einlagern und gleichzeitig die Chargen- und Verfallsdaten erfassen. Auf Abruf können bis zu 2.250 Packungen pro Stunde an die einzelnen Spitalsstationen oder auch an die 17 Krankenhäuser im steierischen KAGes-Verbund ausgegeben werden.” Um maximale Sicherheit und Verfügbarkeit zu gewährleisten, ist der Kommissionierroboter ein redundantes System; bei einer Störung arbeitet ein zweiter Roboter weiter.

Marianne Leitner von der Krankenhausapotheke des LKH Graz fasst die Vorzüge des neuen Systems zusammen: „Personalentlastung, die platzsparende Lagerung der Medikamente, mehr Ordnung und Überblick etwa durch die Rückverfolgbarkeit der Chargen.”

Steirischer Weltmarktführer

Die Knapp AG mit der Firmenzentrale in Hart bei Graz zählt zu den Weltmarktführern im Bereich Lagerlogistik. Bereits in den 1970er- Jahren hat das auf Lagerlogistik und Automationssoftware spezialisierte Unternehmen Pionierarbeit bei der Automation von Distributionslagern in der Pharmabranche geleistet.

Im Jahr 2015 hat das Unternehmen 49% der Gesellschafteranteile an der KHT-Unternehmensgruppe, dem ältesten Anbieter von Kommissionier-Robotern, erworben. Damit ist der Grazer Logistiker auch an dem Gelsenkirchener Spezialisten für die Automatisierung von Lagerhaltung und Logistik in Apotheken, Apostore, beteiligt. Im Vergleich zum Apostore-Roboter ist der neue Kommissionierautomat allerdings für die vierfache Menge ausgerichtet. Fast 3.000 Mitarbeiter, davon 2.000 in Österreich, beschäftigt Knapp.
Als Solution Provider liefert das Unternehmen maßgeschneiderte intralogistische Systeme aus einer Hand. Weltweit vertrauen zahlreiche Partner – unter anderem aus den Branchen Healthcare, Retail, Fashion, Media, Optik, Büro, Versandhandel und Logistikdienstleister – auf die innovativen Logistiklösungen und die integrierte ­Logistiksoftware von Knapp. Zu den namhaften Kunden zählen unter anderem Hugo Boss, Olymp, Spar, Avon Cosmetics oder Würth.

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