HEALTH ECONOMY
CoV-Pille treibt Aktie © APA/AFP/Angela Weiss

In Wissenschaftskreisen wird derzeit über die Ankündigung von Pfizer, eine neue CoV-Pille zu bringen, heftig diskutiert.

© APA/AFP/Angela Weiss

In Wissenschaftskreisen wird derzeit über die Ankündigung von Pfizer, eine neue CoV-Pille zu bringen, heftig diskutiert.

Redaktion 12.11.2021

CoV-Pille treibt Aktie

Der Pharmakonzern Pfizer meldet Studienerfolge mit einer Covid-19-Tablette. Die Börsen reagierten optimistisch.

••• Von Katrin Pfanner

NEW YORK/WIEN. In den USA befeuern Studiendaten zu einem potenziellen Medikament des Pharmariesen Pfizer Hoffnungen, in Zukunft schwere Erkrankungen nach Infektionen mit dem Coronavirus weitgehend vermeiden zu können. Die Pfizer-Aktien reagierten mit einem Kurssprung. Das Risiko lebensgefährlicher Verläufe der Lungenkrankheit Covid-19 habe sich bei dafür anfälligen Erwachsenen um 89% verringert, wenn sie die Arznei einnehmen, teilte Pfizer mit.

USA wollen einkaufen

US-Präsident Joe Biden kündigte an, die USA hätten Millionen Einheiten des Medikaments reserviert, obwohl es noch nicht offiziell zugelassen ist. Auch Großbritannien sicherte sich erste Chargen der Arznei. „Falls die Arzneimittelbehörde FDA das zulässt, können wir bald Pillen haben, mit denen Infizierte behandelt werden können”, sagte Biden.

Bis Ende 2022 will Pfizer Millionen Pillen produzieren. Die Aktien des Arzneimittelherstellers reagierten an der Wall Street mit einem Kurssprung und verteuerten sich am ersten Tag (Freitag) um acht Prozent, Anteilsscheine von Konkurrenten gaben deutlich nach. Aber auch Aktien von Fluggesellschaften und Kreuzfahrtunternehmen legten in der Hoffnung auf ein wirksames Covid-19-Medikament zu.

Auch Merck hat Pille am Start

Den vorläufigen Ergebnissen zufolge ist die Pille wirksamer als das Medikament Molnupiravir des US-Rivalen Merck, das in ähnlichen Tests das Risiko halbiert hatte. Die Studie mit rund 1.200 Probanden sei vorzeitig beendet worden, erklärte Pfizer. Man werde die Daten nun bei der FDA einreichen. Einen Antrag auf Notfallzulassung des Mittels hatte der Konzern schon im Oktober gestellt.

Die Pille wird in Kombination mit einem älteren antiviralen HIV-Mittel namens Ritonavir verabreicht. Die Kombinationsbehandlung mit dem Markennamen Paxlovid besteht aus drei Tabletten, die zwei Mal täglich eingenommen werden müssen. Die Merck-Pille Molnupiravir hat einen anderen Wirkmechanismus, der darauf abzielt, Fehler in den Gencode des Virus einzuschleusen.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL