HEALTH ECONOMY
Die Krankenkassen harmonisieren Leistungen © BKA/BPD/Regina Aigner
© BKA/BPD/Regina Aigner

Ina Karin Schriebl 06.10.2017

Die Krankenkassen harmonisieren Leistungen

Sozialminister Stöger kündigt Angleichung von Leistungen für 500 Mio. Euro an, die Kassen setzen schon erste Schritte.

••• Von Ina Karin Schriebl

WIEN. Die Zeiten, in denen verschiedene Krankenkassen unterschiedliche Leistungen etwa im Bereich von Zahnregulierungen beziehungsweise bei Heilbehelfen bezahlt haben, sollen der Vergangenheit angehören. Mit Anfang Oktober sind nun bereits erste Anpassungen in Kraft getreten, die die Kassen im Sommer beschlossen haben.

Zwei Drittel harmonisiert

Am Dienstag wurden in der Trägerkonferenz weitere weitreichende Harmonisierungen beschlossen: Ab 1. Jänner 2018 gilt bei Zahnspangen-Zuzahlungen, Zahnprothesen, Krankentransporten oder Kontaktlinsen gleiche Leistung für gleiches Geld. Die Kassen wenden dafür rund 36 Mio. € auf; inklusive des ersten Harmonisierungs­pakets sind es sogar rund 45 Mio. €, teilte der Hauptverband der Sozialversicherungsträger mit. Der Vorstandsvorsitzende, Alexander Biach, sprach von einem „sehr guten Tag für die Sozialversicherten in diesem Land”. Zwei Drittel aller bestehenden Leistungsunterschiede seien damit per Beginn nächsten Jahres behoben, erklärte er.

In einem ersten Beschluss im Juni hatten die Kassen Unterschiede beim Zuschuss für die Zeckenimpfung, bei Rollstühlen, Zahnspangen, PSA-Tests, PAP-Abstrichen oder Blutzuckermessgeräten in den verschiedenen Kassen behoben. Nun wurden die größeren Brocken angegangen. So wurden die Zuschüsse für Zahnspangen mit mittelschweren Fehlstellungen vereinheitlicht und um einige Indikationen erweitert. Der Zuschuss für festsitzende Spangen wurde auf einheitlich 70% festgelegt, für die meisten Kassenpatienten eine Verbesserung. Noch stärker wirkt sich die Harmonisierung des Selbstbehalts bei unentbehrlichem Zahnersatz aus, der einheitlich auf 25% gesenkt worden ist.
Finanziert wird all dies durch interne Umschichtungen sowie durch den Ausgleichsfonds der Kassen. Parallel sollen die Verwaltungskosten mittelfristig um 120 Mio. € pro Jahr gesenkt werden; das sind nach Angaben der Kassen rund zehn Prozent. Künftig will man über Aufgabenbündelung weitere Synergiepotenziale heben, betonte die Vorsitzende der Trägerkonferenz, WGKK-Obfrau Ingrid Reischl.

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