HEALTH ECONOMY
Elga läuft breit an © APA/Harald Schneider

Die E-Medikation soll helfen, Wechselwirkungen und unbeabsichtigte Nebenwirkungen von Medikamenten zu vermeiden.

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Die E-Medikation soll helfen, Wechselwirkungen und unbeabsichtigte Nebenwirkungen von Medikamenten zu vermeiden.

Redaktion 27.01.2017

Elga läuft breit an

Das Gesundheitsministerium will im Frühjahr den österreichweiten Start der E-Medikation ermöglichen.

WIEN. Die Industrieplattform der Medizinsoftwarehersteller hat ihre Bereitschaft für den österreichweiten Rollout erklärt. Vorausgegangen war ein Konflikt zwischen dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger und der Ärztekammer rund um den Pilotversuch für die E-Medikation in der Steiermark. Die Ärzte bezeichneten das System als unausgereift und unsicher, die Sozialversicherung kritisierte einzelne Mediziner mit rückständiger Hard- und Softwareausstattung. Die Kammer stieg daraufhin im Herbst aus.

Hersteller startklar

Die Verordnung werde es erst dann geben, wenn die Applikation der Sozialversicherung bei 80% der Hersteller von Ordinationssoftware auch wirklich funktioniere, ließ das Gesundheitsministerium daraufhin im Oktober wissen. Ende März oder Anfang April soll nun das entsprechende Zertifikat fertig sein; dann wird es auch die Verordnung geben.

Bei der E-Medikation geht es um eine Datenbank, in der für jeden Patienten die von Ärzten verordneten und von Apotheken abgegebenen Medikamente gespeichert werden. Die E-Medikation ist Teil der elektronischen Gesundheitsakte ELGA, über die Patienten auch Einblick in ihre Liste bekommen. Ziel ist es, unbeabsichtigte Wechselwirkungen und Mehrfachverschreibungen zu verhindern.

Strenge Sicherheit

Die Verantwortlichen für die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) haben auf die Kritik der Wiener Ärztekammer reagiert. Es gebe eine Reihe von Maßnahmen, um die Datensicherheit zu gewährleisten, versichert ­Martin Hurch, der laut eigenen Angaben seit zehn Jahren mit der Errichtung von ELGA beschäftigt ist. „Es gibt einen Prozess der ständigen Verbesserung der Sicherheit”, betont er. So werde etwa bewertet, ob die Passwortverschlüsselung stark genug ist. Er stimme jedoch zu, dass das Bedrohungsszenario, das die Ärztekammer zeichnete, „richtig” sei und man ständig daran arbeiten müsse, die Sicherheit zu erhöhen. Die Einschätzung, dass Sicherheitsprobleme am ehesten bei der Peripherie (also beim Zugang der Ärzte oder anderen ELGA-Usern zu den Daten) zu erwarten seien, teile er. ­Dieser Punkt sei in der Vorbereitung „beachtet” worden. (iks)

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