HEALTH ECONOMY
„Enormes Potenzial” © Johannes Hloch/Schwabe Österreich

Fritz Gamerith ist seit Sommer neuer Chef der Schwabe-Tochterunternehmen Austroplant und Dr. Peithner.

© Johannes Hloch/Schwabe Österreich

Fritz Gamerith ist seit Sommer neuer Chef der Schwabe-Tochterunternehmen Austroplant und Dr. Peithner.

Martin Rümmele 21.09.2018

„Enormes Potenzial”

Pflanzliche Arzneimittel bieten noch viele Möglichkeiten, sagt der neue Schwabe Österreich-Chef Fritz Gamerith.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Die Schwesterunternehmen Austroplant und Dr. Peith­ner haben seit dem Sommer mit Fritz Gamerith einen neuen Geschäftsführer. Und der kündigt im medianet-Interview an, dass beide Unternehmen künftig unter dem Namen der Konzernmutter Schwabe firmieren werden. Das deutsche Unternehmen hat die Familiengruppe 2009 übernommen. Nun werden bis Mitte 2019 alle Bereich zusammengelegt, sagt Gamerith. Austroplant wird dann als Marke verschwinden, Dr. Peithner wird im Bereich Homöopathie als Marke erhalten bleiben.

Neue Struktur

„Wir sind in der Homöopathie Marktführer, machen aber rund drei Viertel unserer Umsätze in Österreich mit pflanzlichen Produkten”, sagt Gamerith, der den Umsatz der Gruppe vage mit 30 bis 50 Mio. € beziffert. Etwa 60% davon werden in Österreich erwirtschaftet, der Rest in den von Österreich mitgesteuerten Nachbarländern Tschechien, Slowakei und Ungarn. Diese sollen in Zukunft stärker wachsen.

Gamerith ortet aktuell vor allem im Bereich pflanzlicher Arzneimittel ein starkes Wachstum: „In der Homöopathie ist die Akzeptanz sehr hoch und wächst auch, derzeit zeigt sich aber gerade bei den Ärzten ein steigendes Interesse am Phythobereich; die Fortbildungen in diesem Bereich werden überrannt.” Hintergrund ist nicht zuletzt das wachsende Interesse der Bevölkerung nach natürlichen Produkten. Öffentliche Debatten vor allem über die Homöopathie sieht Gamerith gelassen: „Da gab es in der Vergangenheit immer ein Auf und Ab. Wir denken hier langfristig. Derzeit steigt eben das Interesse an Phythotherapie.”
Ein Interesse, das es auch im Unternehmen selbst gibt im Hinblick auf die Forschung. Nicht zuletzt der Medizin-Nobelpreis für eine Phytoforschung 2015 hat gezeigt, dass das Potenzial in diesem Bereich unerschöpflich ist. „Es gibt viele traditionelle Heilpflanzen, von denen bisher erst wenige verwendet werden.” Schwabe selbst will demnächst ein Produkt mit Lavendel in Österreich auf den Markt bringen, das in Deutschland bereits erfolgreich gegen Angstzustände eingesetzt wird und weniger Abhängigkeitsrisiken habe, wie gängige Benzodiazepine.

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