HEALTH ECONOMY
Firmen kooperieren © Sandoz

Weil die Impfstoffproduktion stockt, wollen nun Hersteller zusammenarbeiten. Auch Österreich spielt dabei eine Rolle.

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Weil die Impfstoffproduktion stockt, wollen nun Hersteller zusammenarbeiten. Auch Österreich spielt dabei eine Rolle.

Redaktion 05.02.2021

Firmen kooperieren

Um Engpässe bei der Produktion von Corona-Impfstoffen zu beheben, arbeiten Pharmariesen nun zusammen.

WIEN / FRANKFURT. Der Pharmakonzern Sanofi wird in einem deutschen Werk nun helfen, den Impfstoff von Biontech/Pfizer zu produzieren. Auch Novartis hat angekündigt, bei der Beseitigung von Produktionsengpässen aushelfen zu wollen. Die für ihre Antibiotikaproduktion und Biotechprodukte bekannte Novartis-Tochter Sandoz in Kundl in Tirol kann zudem die für CoV-Impfstoffe notwendige mRNA bereitstellen. Es gebe bereits sehr konkrete Gespräche mit einer Firma, die einen neuen Impfstoff zur Zulassung bringen will, heißt es aus dem Unternehmen laut Medienberichten.

Weitere Allianz

Nach Biontech und Pfizer schmieden zudem mit Bayer und Curevac zwei weitere deutsche Firmen eine Corona-Impfstoff-Allianz. Der Pharmariese und der Impfstoffentwickler schlossen einen Kooperations- und Servicevertrag mit dem Ziel, mehrere Hundert Mio. Impfdosen weltweit zu vermarkten, teilte Bayer mit. Der Vertrag sieht vor, dass Bayer bei der weiteren Entwicklung und Bereitstellung des Covid-19-Impfstoffs sowie bei lokalen Aktivitäten Curevac in ausgewählten Ländern unterstützt. Hintergrund ist der wachsende Druck auf Pharmahersteller, die Produktion hoch- zufahren. „Die Produktion von Impfstoffen ist eine hochkomplexe Angelegenheit. Wir befinden uns in einer für uns alle einmaligen, neuen Situation. Noch nie mussten in so kurzer Zeit so viele Mengen produziert werden wie jetzt”, sagt Alexander Herzog, Generalsekretär des Pharmaverbands Pharmig, in einer Aussendung. Derzeit würden viele Partner in der Produktion und im Vertrieb rund um die Uhr zusammenarbeiten Das sei absolut neu in der Branche.

Neue Impfstoffe

Erst vor einer Woche hat der Pharmariese AstraZeneca die EU-Zulassung für seinen Impfstoff erhalten. Damit gibt es nun zumindest drei Impfstoffe in Europa. Alle drei gaben allerdings bekannt, vorerst weniger liefern zu können als ursprünglich angenommen. Entlastung könnten Impfstoffe von Valneva bringen, das positive Ergebnisse meldet, oder der russische Impfstoff Sputnik-V, für den nun auch ein Zulassungsantrag in der EU gestellt worden ist; auch Johnson& Johnson meldet gute Testergebnisse in einer Phase III-Studie.

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