HEALTH ECONOMY
Forschungserfolg aus Wien © IMBA

Verena Sigl vom IMBA hat Entdeckungen in der Prävention von Krebs gemacht.

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Verena Sigl vom IMBA hat Entdeckungen in der Prävention von Krebs gemacht.

Redaktion 10.06.2016

Forschungserfolg aus Wien

Eine junge Wissenschaftlerin hat festgestellt, dass genetisch bedingter Brustkrebs durch Blockade eines Gens verhindert werden kann.

WIEN. Eine von acht Frauen wird im Laufe ihres Lebens mit der Diagnose „Brustkrebs” konfrontiert. Zu den Hauptursachen zählen die Einnahme künstlicher Hormone und andere Umwelteinflüsse. Brustkrebs kann aber auch fami­liär vererbt werden, häufig durch eine Mutation des Gens BRCA1. Die bekannteste Frau mit einer BRCA1- Mutation ist die US-Schauspielerin Angelina Jolie; sie hatte sich im Jahr 2013 öffentlich zur Entfernung ihrer Brüste bekannt.

Hohes genetisches Risiko

Tatsächlich haben Frauen mit einer Mutation des BRCA1-Gens ein dramatisch hohes Lebenszeitrisiko für Brustkrebs von bis zu 80%. Dazu kommt, dass der Krebs oft in jüngeren Jahren und in einer sehr ­aggressiven Form auftritt, das Durchschnittsalter liegt bei 40 Jahren. Im Jahr 2010 entdeckte die Gruppe von Josef Penninger, dem wissenschaftlichen Direktor des IMBA – Institut für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, dass Sexualhormone Brustkrebs auslösen können – über zwei Proteine des Knochenstoffwechsels namens RANK und RANKL. (Schramek et al., Nature). RANK/RANKL übersetzen die Information der Sexualhormone und senden den Brustzellen ein Signal, das diese zum Wachstum anregt. Dies passiert bei jeder Frau in der Schwangerschaft und während des Menstruationszyklus. Überschießt das Signal jedoch, kann es zu unkontrolliertem Wuchern der Brustzellen kommen.

Die junge Wissenschaftlerin Verena Sigl aus Penningers Forschungsgruppe machte nun die Entdeckung, dass RANKL auch bei genetisch bedingtem Brustkrebs durch ein mutiertes BRCA1-Gen der entscheidende Faktor für das Ausbrechen von Krebs ist.

Medikament in Aussicht

Diese Beobachtung zeigt ein enormes Potenzial einer Anti-RANKL- Behandlung für die Krebsprävention. „Unsere Erkenntnis ist auch deshalb so spannend, weil es bereits ein Medikament gegen RANKL auf dem Markt gibt, Denosumab. Es ist ein Antikörper mit sehr geringen Nebenwirkungen, der fest an RANKL bindet und dadurch seine Aktionsfähigkeit hemmt”, erläutert Verena Sigl. (red)

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