HEALTH ECONOMY
Gefragte Technik © Infineon

Infineon soll in den nächsten drei bis sechs Monaten 38 Mio. Leistungshalbleiter für Beatmungsgeräte herstellen.

© Infineon

Infineon soll in den nächsten drei bis sechs Monaten 38 Mio. Leistungshalbleiter für Beatmungsgeräte herstellen.

Redaktion 03.04.2020

Gefragte Technik

Medizintechnik ist in Zeiten von Corona stark gefragt. Infineon erhält Großauftrag für Chips. Auch Autobauer satteln um.

••• Von Katrin Pfanner

WIEN/VILLACH. Der Chiphersteller Infineon hat einen Großauftrag zur Lieferung von Teilen für Beatmungsgeräte erhalten. Dabei geht es um 38 Mio. Leistungshalbleiter zur Steuerung von Elektromotoren, die in den nächsten drei bis sechs Monaten geliefert werden sollen, wie eine Sprecherin sagte.

Medizintechnik boomt

Zum Auftraggeber hieß es von Infineon nur, dass es sich um einen weltweit führenden Produzenten von Beatmungsgeräten handle. Dessen normales Bestellvolumen habe sich mit der Order verachtzigfacht. Wie viele Geräte sich mit den Chips bauen lassen, sagte die Sprecherin nicht. Es werden aber mehrere pro Gerät verwendet. Der aktuelle Auftrag dürfte nicht der einzige bleiben: „Wir erleben derzeit eine Hinwendung hin zu medizintechnischen Geräten”, sagte Vorstandsmitglied Helmut Gassel. „Zahlreiche Hersteller erweitern oder verändern ihren Produktfokus und fragen bei uns die notwendigen Komponenten an, um schnell der besonderen Nachfrage nachzukommen.” In Österreich ist Infineon mit Chip-Produktion sowie Forschung und Entwicklung vertreten. Zum Ende des Geschäftsjahrs 2019 arbeiteten bei Infineon Austria 4.600 Menschen, Villach ist das Österreich-Headquarter.

Ford und GE kooperieren

Nach VW und BMW will indes auch Mercedes-Benz in der Coronavirus-Krise die Herstellung von medizinischem Gerät unterstützen. Mithilfe von 3D-Druckern könnten einzelne Bauteile gefertigt werden, die wegen der Pandemie derzeit in der Medizintechnik dringend benötigt würden. Der US-Autobauer Ford will zusammen mit dem Industriekonzern General Electric 50.000 Beatmungsgeräte in 100 Tagen herstellen. Die Produktion soll am 20. April beginnen und mit 500 Beschäftigten in drei Schichten fast rund um die Uhr laufen.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL