HEALTH ECONOMY
Kampagne zur Prävention © PantherMedia/decade3d

Arbeitsministerin Christine Aschbacher will mit einer EU-Kampagne Muskel-Skelett-Erkrankungen vorbeugen und Krankenstandstage reduzieren.

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Arbeitsministerin Christine Aschbacher will mit einer EU-Kampagne Muskel-Skelett-Erkrankungen vorbeugen und Krankenstandstage reduzieren.

Redaktion 30.10.2020

Kampagne zur Prävention

Schwerpunkt Schmerz – Teil 4 Österreich startet eine EU-weite Kampagne zur Prävention arbeitsbedingter Muskel-Skelett-Erkrankungen.

••• Von Katrin Pfanner

WIEN. Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in ganz Europa leiden an Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE). Das Großteil davon sind Rückenschmerzen. Rund 85% der Bevölkerung haben irgendwann im Laufe ihres Lebens zumindest einmal Probleme mit dem Rücken. In Österreich sind laut einer Erhebung rund ein Fünftel (20,8 %) aller Krankenstandstage auf eine Erkrankung des Muskel-Skelett-Systems zurückzuführen. In Summe sind das 9,3 Mio. Krankenstandstage.

Die EU will diese Zahlen langfristig senken, um auch die volkswirtschaftlichen Kosten einzudämmen. In Österreich startet deshalb nun die europäische Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze – Entlasten Dich”. In dieser Kampagne wird ein besonderer Schwerpunkt auf die Prävention arbeitsbedingter Muskel-Skelett-Erkrankungen gelegt. Die Erfahrung zeigt, dass schon mit einfachen Maßnahmen wesentliche Verbesserungen erzielt werden können. „Es sind erschreckende Zahlen, die rasch und nachhaltig gesenkt werden müssen”, sagt Arbeitsministerin Christine Aschbacher.

Homeoffice verschärft Problem

Um das zu erreichen, müssen in erster Linie das Bewusstsein für Muskel-Skelett-Erkrankungen geschärft und Präventionsmaßnahmen umgesetzt werden. Denn die Ursachen sind breit gefächert und reichen von schwerer körperlicher Arbeit, zu wenig Bewegung, Zwangshaltungen bis hin zu schlechten ergonomischen Verhältnissen am Arbeitsplatz. „Durch die Corona-Pandemie ist das Thema Homeoffice stark in den Mittelpunkt gerückt. Wie im Büro spielt auch zu Hause ein ergonomischer Arbeitslatz eine wichtige Rolle”, betont Aschbacher. Während des Lockdowns im Frühjahr ist der Anteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Home­office von zehn auf 40% gestiegen.

Zahlreiche Aktivitäten

Im Rahmen der zweijährigen EU-weiten Kampagne, die von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz initiiert wird, setzt Österreich zahlreiche Aktivitäten zur aktiven Bekämpfung von MSE um. So plant die Arbeitsinspektion für 2021 eine Beratungsoffensive zum Thema Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen – sowohl intern für die Arbeitsinspektion als auch extern für Präventivfachkräfte. Einen weiteren speziellen Schwerpunkt legt die Arbeitsinspektion auf die besonders vulnerable Gruppe der Jugendlichen und jungen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Auch die Sozialpartnerorganisationen planen vielfältige Initiativen.

Partner ist auch die Unfallvericherung AUVA. „Experten beraten Betriebe kostenlos zur ergonomischen Gestaltung von Arbeit, wie zur richtigen Lastenhandhabung und zur optimalen Einstellung von Bildschirmarbeitsplätzen. Darüber hinaus bietet die AUVA diverse Informationsmaterialien, Schulungen, Veranstaltungen, etc. zum Thema Prävention arbeitsbedingter MSE und physischer Belastungen”, sagt Georg Effenberger, Leiter der AUVA-Präventionsabteilung.

Möbelhersteller als Beispiel

Ein Beispiel, wie gesunde Arbeitsplätze gestaltet werden können, zeigt der burgenländische Büromöbelhersteller Neudoerfler. „Wir arbeiten schon seit vielen Jahren an großen Lösungen und kleinen Helfern, um unsere Arbeitsplätze und die unserer Kunden so gesund wie möglich zu gestalten. Höhenverstellbare Arbeitstische und ergonomische Drehstühle sind bei uns beispielsweise Standard. In der Produktion setzen wir verschiedene Techniken für eine flexible Anpassung der Arbeitshöhe und Beförderung von Fertigungsteilen ohne Kraftaufwand für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein”, berichtet Heidi Adelwöhrer, CEO von Neudoerfler Office Systems.

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