HEALTH ECONOMY
Krankenversicherung hofft jetzt auf Hilfe vom Bund © APA/Herbert Neubauer
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Redaktion 15.05.2020

Krankenversicherung hofft jetzt auf Hilfe vom Bund

Steigende Kosten und Einnahmenrückgänge – die ÖGK ­erwartet durch die Coronakrise hohe Verluste.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Die Einschätzungen sind unterschiedlich: Für ÖGK-Vize Andreas Huss ist die Situation der Österreichischen Gesundheitskasse, bedingt durch Corona-Verluste, dramatisch – er warnt erneut vor einem coronabedingt steigenden Defizit und „hofft”, dass der Bund den Sozialversicherungen die entstandenen Kosten ersetzt. Die Ärztekammer sieht die Versorgungssicherheit gefährdet.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bezeichnete die wirtschaftliche Lage der Sozialversicherungen im Gesundheitsausschuss des Nationalrates als „riesige Herausforderung” und konstatierte, es werde zweifellos Unterstützungsmaßnahmen geben müssen. SPÖ-Gesundheitssprecher Philip Kucher zeigte sich ebenfalls besorgt über die finanzielle Lage der Österreichischen Gesundheitskasse, die jetzt noch zusätzlich unter einem gewaltigen Beitragsausfall leide.
Die genauen Folgen der Krise sind für die Verantwortlichen allerdings noch nicht abschätzbar – nicht zuletzt deshalb, weil die Kassen den Unternehmen bisher 880 Mio. € an Beiträgen gestundet haben. Wie viele davon letztlich bezahlt und wie viele uneinbringlich sein werden, ist offen. „Die wirtschaftliche Situation schlägt eins zu eins durch. Die tatsächlichen Folgen sind aber erst sichtbar, wenn klar ist, wie viele von den jetzt gestundeten Beiträgen später reinkommen oder ob Forderungen offenbleiben”, sagte zuletzt ÖGK-Generaldirektor Bernhard Wurzer.

Debatte um Spitäler

Das Problem der Kassen sind aber nicht nur die sinkenden Einnahmen, sondern auch die steigenden Ausgaben: Allein im März sind die Ausgaben der sozialen Krankenversicherung für Heilmittel um rund 25% von 236 Mio. auf 295 Mio. € gestiegen –und das, obwohl die Coronakrise erst Mitte des Monats schlagend geworden ist.

Gesundheitsökonomen forderten indes trotz der in der Krise gebrauchte Intensivkapazitäten in Spitälern einen Bettenabbau. Man sollte vielmehr in Prävention investierten, sagte Thomas Czypionka vom Institut für Höhere Studien (IHS). Die Ärztekammer und Wiens Gesundheitstadtrat Peter Hacker (SPÖ) wiesen die Analyse umgehend zurück.

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