HEALTH ECONOMY
Mit Pflaster verhüten © SteadySense (2)

Sensorpflaster: Produkte zur Fiebermessung, für Kinderwunsch und Verhütung.

© SteadySense (2)

Sensorpflaster: Produkte zur Fiebermessung, für Kinderwunsch und Verhütung.

Redaktion 26.08.2022

Mit Pflaster verhüten

Grazer Start-up „SteadySense” erhofft sich für Sensorpflaster noch heuer eine Zulassung als Verhütungsprodukt.

••• Von Martin Rümmele

GRAZ. SteadySense ist ein Start-up, das nach eigenen Angaben medizinische Routinen ins 21. Jahrhundert bringen und die Welt nachhaltig verändern will. Das Grazer Start-up revolutioniert seit 2016 die Körpertemperaturmessung mittels Sensorpflastern. Zwei Produktfamilien sind derzeit auf dem Markt – beide basieren auf der kontinuierlichen Temperaturmessung, jedoch für komplett unterschiedliche Zwecke: Für die Erkennung der fruchtbaren Tage der Frau und zur Beobachtung von Fieberkurven. Noch in diesem Jahr soll ein Verhütungsprodukt zugelassen werden.

Idee weiterentwickelt

Gründer und Firmenchef Werner Koele war jahrelang bei einem Weltmarktführer im Bereich Halbleiter- und Systemlösungen beschäftigt und hat dort diverse Chips und Sensoren entwickelt. Sein damaliger Arbeitgeber vertraute ihm die Entdeckung neuer Geschäftsfelder für einen höchst temperatursensiblen Sensorchip an. Entstanden ist ein Fieberthermometer in Form eines Pflasters. Heute ist die Vision von Koele, mit dem Potenzial der Sensortechnologie und der kontinuierlichen Temperaturmessung führend auf dem Gebiet der medizinischen Diagnostik zu werden. Basis für das Verhütungsprodukt war ein Austausch mit dem Kinderwunschexperten Martin Schenk. Ihm fehlte ein zuverlässiges Tool zur Ovulationsbestimmung als Heimanwendung für seine Patientinnen. „Wir haben das innovative Konzept der kontinuierlichen Temperaturmessung mit NFC und Sensorik kombiniert. Daraus entstand ein Patch, der mit jedem Smart Device gescannt und ausgelesen werden kann”, erklärt Koele.

Ein Jahr und über 50 Pitches später war es so weit: Das Investment der Beteiligungsgesellschaft eQventure ermöglichte die Finanzierung dieser Idee. Gemeinsam mit COO Peter Gasteiner und einem schnell wachsenden Team brachte Werner Koele 2019 den sekundenschnellen Ovulationstest „femSense Kinderwunsch” auf den Markt. Zwei Jahre später wurde in der Pandemie der Ruf nach einem kontinuierlichen Fieberthermometer laut, Anfragen aus der ganzen Welt folgten, berichtet der Unternehmer.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL