HEALTH ECONOMY
Neue Reha-Idee © Vamed

In Wien hat der internationale Spitalsdienstleister Vamed eine Rehaklinik mit neurologischem Schwerpunkt errichtet.

© Vamed

In Wien hat der internationale Spitalsdienstleister Vamed eine Rehaklinik mit neurologischem Schwerpunkt errichtet.

Martin Rümmele 28.09.2018

Neue Reha-Idee

In Wien gibt es ein neues Reha-Konzept für Chorea Huntington-Patienten. Das weckt auch Interesse aus anderen Ländern.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Am Samstag tagt in der Rehaklinik Wien Baumgarten der 10. Österreichische Huntington Kongress. Experten aus Deutschland und Österreich werden dort die unterschiedlichen Ansätze und Möglichkeiten der Therapie von Huntington diskutiert. Auch Betroffene und deren Angehörige können sich am Kongress über neue Therapieansätze informieren.

Vamed als Spezialist

Am neurologischen Zentrum der Rehaklinik hat der internationale Gesundheitsdienstleister Vamed für Chorea Huntington-Patienten eine Spezialabteilung eingerichtet. Das Therapieprogramm wird von Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Neuropsychologen und Ärzten gemeinsam betreut. Beginnen die Patienten frühzeitig mit den therapeutischen Maßnahmen, kann die Rehabilitation gezielt der klinischen Verschlechterung der Erkrankung vorbeugen.

Chorea Huntington, früher als Veitstanz bezeichnet, ist eine der schwersten erblichen Erkrankungen und schreitet oft schnell voran. Die Krankheit bricht üblicherweise zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr aus und trifft die Patienten daher mitten im Leben. Ein fehlerhaftes Gen sorgt dabei nach und nach für eine Zerstörung jener Bereiche des Gehirns, die für die Steuerung der Muskeln und für psychische Funktionen wichtig ist. Nach wie vor gilt Chorea Huntington als nicht heilbar – mit Medikamenten lassen sich derzeit nur die Symptome behandeln.

Hilfe durch Reha

Vielversprechende Hoffnung geben seit Kurzem neue Ansätze in der Gentherapie. Allerdings sind die Therapien noch nicht so ausgereift, um sie im allgemeinen klinischen Alltag zu verwenden. Anders bei Rehabilitationsprogrammen: „Hier ist inzwischen wissenschaftlich bewiesen, dass konsequentes Training die Symptome reduzieren kann. Daraus resultiert eine längere Selbstständigkeit in Beruf und sozialem Umfeld. Das wiederum wirkt sich auf eine erhöhte Lebensqualität für Patienten und deren Familien aus”, erklärt Christoph Stepan, ärztlicher Leiter des neurologischen Zentrums an der Rehaklinik Wien Baumgarten.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL