HEALTH ECONOMY
Schach dem Herztod © PantherMedia/Arne Trautmann

Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems sind nach wie vor Todesursache Nummer 1 in Österreich: 39% der Todesfälle entfallen auf diesen Bereich.

© PantherMedia/Arne Trautmann

Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems sind nach wie vor Todesursache Nummer 1 in Österreich: 39% der Todesfälle entfallen auf diesen Bereich.

Redaktion 14.05.2021

Schach dem Herztod

Monatsschwerpunkt Herzgesundheit – Teil 2: Dieser Tage feiert der Österreichische Herzfonds 50-jähriges Bestehen.

••• Von Kathrin Pfanner

WIEN. Herz-Kreislauferkrankungen sind weltweit und auch in Österreich immer noch die Todesursache Nummer 1. Rund 39% aller Todesfälle in Österreich sind auf Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems zurückzuführen; 2019 starben 32.148 Menschen in Österreich daran.

Sichtbar wurde die Herausforderung in den 1960er-Jahren, als die Zahl der Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen bedeutend anstieg. Vor allem der Herzinfarkt, der damals noch als „Managerkrankheit” galt, wurde immer häufiger und entwickelte sich zu einer Herausforderung für Ärzte und Krankenhäuser. Als Konsequenz dieser Entwicklung gründete der Kardiologe Fritz Kaindl im Jahr 1971 den Österreichischen Herzfonds. Gleichzeitig startete die österreichweite Aufklärungskampagne „Schach dem Herztod”, die täglich in Hörfunk und Fernsehen zu hören und zu sehen war. Mit rund 3,6 Mio. € an Spendeneinnahmen wurde der Grundstein für die Arbeit des Österreichischen Herzfonds gelegt.

Herzüberwachung gefördert

Mit der Einrichtung von 96 Herzüberwachungsstationen in ganz Österreich hat der Österreichische Herzfonds Geschichte geschrieben und vielen Menschen das Überleben nach einem Herzinfarkt ermöglicht. Das Projekt „HÜST” wurde von 1971 bis 1995 umgesetzt und mit rund 3,2 Mio. € gefördert.

Herz-Lungen-Wiederbelebungskurse für Laien waren dem Österreichischen Herzfonds ein ganz besonderes Anliegen. Im Jahr 1973 wurde in Zusammenarbeit mit dem Unterrichtsministerium ein Erlass ausgearbeitet, der die Schulen verpflichtete, Wiederbelebungskurse ab der 8. Schulstufe abzuhalten. Auch die Ausbildung der erwachsenen Personen wurde mit dem Gesundheitsministerium beschlossen, und Trainingspuppen wurden angeschafft und später erneuert. Rund 192.000 € wurden in dieses Projekt investiert, wurde nun in einem Rückblick bilanziert.

Präventionsmaßnahmen

Mit einer Vielzahl von Präventionskampagnen engagiert sich der Österreichische Herzfonds für die Herzgesundheit der Österreicher. Der Kinderkrisenfonds leistet zudem finanzielle Hilfe für Kinder, die mit einem einfachen oder komplexen Herzfehler geboren wurden. Weiters werden Defibrillatoren für öffentliche Einrichtungen finanziert, und das kardiologische Expertenteam erarbeitet laufend Informationsmaterial, das kostenlos bestellt werden kann.

Anlässlich des 50. Geburtstags hat der Österreichische Herzfonds eine Jubiläumsbroschüre herausgegeben. „Tun Sie etwas für Ihr Herz, bevor Ihr Herz nichts mehr für Sie tut” –mit diesem Appell richtet sich der Präsident des Österreichischen Herzfonds, der Kardiologe Kurt Huber, an die Bevölkerung, die Herzvorsorge ernst zu nehmen und aktiv zu werden: Der erste Schritt in Richtung Herzgesundheit sei das Wissen um die eigenen Risikofaktoren; sein Rat: „Besuchen Sie die Website www.herzfonds.at, machen Sie online den Herzinfarkt-Risikotest mit Sofortauswertung und bestellen Sie die kostenlosen Drucksorten.”

Mittel für Forschung

1973 wurde die ersten fünf Forschungsprojekte vom Österreichischen Herzfonds finanziert. Die Verpflichtung zur Subvention von wissenschaftlicher Forschung ist in der Satzung des Österreichischen Herzfonds verankert – bis heute. Rund 1,8 Mio. € wurden in wissenschaftliche Forschungsprojekte investiert und werden weiterhin laufend gefördert. Rund 60.000 € werden jährlich dafür ausgegeben. Das Ziel der Forschungen: Die Versorgung von Personen mit Herz-Kreislauferkrankungen zu verbessern und die Sterblichkeit nach Herzinfarkt zu senken; hier gebe es noch viel zu tun, sagt Herzfonds-Präsident Huber.

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