HEALTH ECONOMY
Schnelle Produktion © Lichtmeister Photography Productions

Das Grazer Forschungszentrum RCPE entwickelt für die Pharmaindustrie Verfahren zur Produktionsoptimierung.

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Das Grazer Forschungszentrum RCPE entwickelt für die Pharmaindustrie Verfahren zur Produktionsoptimierung.

Redaktion 10.04.2020

Schnelle Produktion

Die Grazer RCPE plant eine öffentliche Produktionsstätte mit kontinuierlicher Prozessführung um 30 bis 35 Mio. Euro.

••• Von Karin Pfanner

GRAZ. Zur Bekämpfung des SARS-CoV-2-Erregers müssen zuerst geeignete Wirkstoffe gefunden und dann in kürzester Zeit hergestellt werden. Die Herstellung von Therapeutika ist aber aufgrund strikter Qualitäts- und Sicherheitsvorgaben ein zeitintensiver Prozess. Eine am Grazer Forschungszentrum RCPE (Research Center Pharmaceutical Engineering) entwickelte „High-Speed-Technologie” könnte die Produktion massiv beschleunigen, teilte das Forschungszentrum nun mit.

Sobald ein geeigneter Wirkstoff gefunden wird, werde es einen extremen Bedarf geben, die Medikamente allen betroffenen Personen zugänglich zu machen, sagt der Geschäftsführer und wissenschaftliche Leiter des RCPE, Johannes Khinast, zur APA. Das Grazer RCPE arbeitet seit Jahren an der Erforschung und Optimierung von Herstellungsprozessen pharmazeutischer Produkte. Vor allem geht es in der Arbeit darum, innovative Produktionstechnologien und deren Überwachung zu entwickeln und bestehende pharmazeutische Verfahrensprozesse zu optimieren und zu beschleunigen. Denn neben der passenden Struktur und Reinheit des Wirkstoffs dreht es sich in der Medikamentenherstellung immer auch um die Frage, wie man diesen am besten zu einem Medikament verarbeitet.

Startklar noch heuer

„Der Wirkstoff allein löst das Problem nicht”, betonte der Verfahrenstechniker Khinast. Mit traditionellen Methoden dauere der Herstellungsprozess noch einmal Monate. Nun möchte das RCPE eine österreichische Pharmaproduktionsfirma umsetzen, die zur schnellen Herstellung großer Mengen an „Notfall-Medikamenten” genutzt werden soll. Die Produktionsstätte könnte mit einem Investment von 30 bis 35 Mio. € in sieben bis neun Monaten errichtet werden.

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