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Auf der Suche nach mehr Kapital für die Industrie © Börse Wien
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PAUL CHRISTIAN JEZEK 01.03.2019

Auf der Suche nach mehr Kapital für die Industrie

Kreditwirtschaft und Eigenkapital – vor allem die Börse – sind die standortrelevanten Säulen der Finanzierung.

••• Von Paul Christian Jezek

WIEN. „Kreditwirtschaft und Eigenkapital – und da vor allem die Börse – sind die standortrelevanten Säulen der Investitions- und Unternehmensfinanzierung in Österreich”, sagt der General­sekretär der Industriellenvereinigung (IV), Christoph Neumayer. „Im Hinblick auf die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen scheint es daher geboten, diese Säulen möglichst zu stärken.”

Es sei daher zu begrüßen, dass der Bereich Unternehmensfinanzierung als zentrales Element zur Standortsicherung im Regierungsprogramm abgebildet ist. „Gerade eine spürbare Entlastung in Form einer Senkung der Körperschaftsteuer wäre ein wirkungsvoller Hebel”, so Neumayer. „Wir bewegen uns bei der KöSt deutlich über dem europäischen Durchschnitt von knapp 22 Prozent. Mit einer zeitnahen Senkung würden wir zumindest ins Mittelfeld aufschließen.”
Im Ergebnis hieße das eine gestärkte Eigenkapitalquote, Anreize für Investitionen sowie vor allem auch für ausländische Direktinvestitionen. „Nicht zuletzt würden aufgrund der Erhöhung der Lohnsumme durch eine KöSt-Senkung auch Löhne und Gehälter – also die Beschäftigten – profitieren”, weist der IV-Generalsekretär auf eine Win-Win-Situation für Menschen und Unternehmen hin.

Seriöse Instrumente

„Wir müssen endlich wegkommen von der immer wiederkehrenden, populistischen Diskussion über Spekulation und stattdessen über Tatsachen reden”, verlangt der Präsident des Aktienforums, Robert Ottel.

Börse und Kapitalmarkt sind als seriöse Finanzierungsinstrumente unverzichtbar für heimische Unternehmen, haben aber auch privaten Anlegern viele Möglichkeiten zu bieten, die aufgrund von Unwissen oder aber mangels Attraktivität zu wenig genutzt werden. Auch hier gebe es bestimmte Hebel, die von der Politik leicht zu betätigen wären.
„So war die Anhebung der Kapitalertragsteuer (KESt) auf Dividendenzahlungen ein fatales Signal an Privatanleger, das dringend zurückgenommen werde muss”, spricht sich Ottel für die Reduzierung der KESt von 27,5 auf 25% aus. Ebenso brauche es die Wiedereinführung der Spekulationsfrist, um echte Spekulation von langfristiger ­Investition klar zu unterscheiden, sowie die Gleichbehandlung von Eigen- und Fremdkapital.

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