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Balance der Märkte © APA / Georg Hochmuth

„Österreichs Außenhandel boomt”, zeigt sich Tobias Thomas, Generaldirektor der Statistik Austria, mit den heimischen Außenhandelszahlen überaus zufrieden.

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„Österreichs Außenhandel boomt”, zeigt sich Tobias Thomas, Generaldirektor der Statistik Austria, mit den heimischen Außenhandelszahlen überaus zufrieden.

Redaktion 22.04.2022

Balance der Märkte

Heimischer Außenhandel erzielt bei Im- und Exporten ein Plus. Stärkste Produktgruppe: Maschinen und Fahrzeuge.

WIEN. Im Jahr 2021 lag der Gesamtwert der Importe von Waren laut vorläufigen Ergebnissen von Statistik Austria nominell mit 177,98 Mrd. € um 23,2% über dem Vorjahreswert, die Exporte von Waren stiegen um 16,1% auf 165,48 Mrd. €. Das Defizit der Handelsbilanz belief sich auf 12,50 Mrd. €, nach 1,85 Mrd. € im Jahr 2020. Arbeitstägig bereinigt, stiegen die Einfuhren um 23,4% und die Ausfuhren um 16,2%.

„Österreichs Außenhandel boomt. Im Jahr 2021 nahmen die Exporte um 16,1 Prozent gegenüber dem von Corona geprägten Jahr 2020 zu. Damit lagen die Ausfuhren um 7,8 Prozent auch bereits ein gutes Stück über dem Vorkrisenjahr 2019. Vor allem Straßenfahrzeuge, medizinische und pharmazeutische Erzeugnisse sowie Metallwaren trugen zum Export bei. Wichtigste Exportpartner 2021 waren Deutschland mit 30,1 Prozent, Italien mit 6,8 und die Vereinigten Staaten mit 6,7 Prozent; die Russische Föderation lag mit einem Exportanteil von 1,2 Prozent auf dem 17. Rang”, erklärt Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Ein- und Ausfuhren in die EU

Aus den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union importierte Österreich im Jahr 2021 Waren im Wert von 118,58 Mrd. € (+20,1%). Der Wert der in diese Länder exportierten Waren verzeichnete mit +16,9% ebenfalls eine Zunahme gegenüber 2020 und betrug 112,64 Mrd. €.

Das Handelsbilanzdefizit mit der Europäischen Union belief sich auf 5,94 Mrd. €, nach 2,38 Mrd. € im Jahr 2020. Rund 70% des österreichischen Außenhandels (Intra-EU-Importe: 66,6%, Intra-EU-Exporte: 68,1%) wurden mit den EU-Mitgliedsstaaten abgewickelt.
Der Außenhandel mit Drittstaaten zeigte im Vergleich zu 2020 eine starke Zunahme sowohl bei den Importen (+30,1% auf 59,39 Mrd. €) als auch bei den Exporten (+14,4% auf 52,83 Mrd. €). Daraus ergab sich ein Handelsbilanzdefizit mit Drittstaaten von 6,56 Mrd. € (Handelsbilanzaktivum 2020: 0,52 Mrd. €).
Über 30% des österreichischen Außenhandels (Extra-EU-Importe: 33,4%, Extra-EU-Exporte: 31,9%) wurde mit Partnerländern abgewickelt, die keine EU-Mitgliedsstaaten sind.

Stärkste Zuwächse

Maschinen und Fahrzeuge waren mit einem Einfuhranteil von 33,1% und einem Ausfuhranteil von 37% auch 2021 wieder die bedeutendste Produktgruppe im österreichischen Außenhandel, hier stiegen die Importe um 16,7% auf 58,89 Mrd. € und die Exporte um 12,6% auf 61,28 Mrd. €. Die weiteren wertmäßig stärksten Export-Produktgruppen waren bearbeitete Waren (35,29 Mrd. €, +22,8%), chemische Erzeugnisse (25,19 Mrd. €, +13,6%) und sonstige Fertigwaren (17,72 Mrd. €, +10,6%).

84,3% der österreichischen Ausfuhren konzentrierten sich 2021 auf diese vier Produktgruppen. Die Importe von Brennstoffen/Energie stiegen ebenfalls stark an (+68,2% auf 13,89 Mrd. €). Die geringsten prozentuellen Zuwächse im Import verzeichnete Ernährung mit einem Plus von 5,2% im Import (auf 10,69 Mrd. €) und einem Plus von 8,6% (auf 9,59 Mrd. €) im Export.

Woher und wohin

Österreichs wichtigster Handelspartner bleibt Deutschland mit einem Anteil von 33,1% bei den Importen und 30,1% bei den Exporten. Hier folgen mit deutlichem Abstand Italien (6,8%), USA (6,7%), Schweiz (4,9%).

Bei den Importen liegen China (7,4%), Italien (6,5%) und die Schweiz (5,5%) auch wieder sehr deutlich hinter Deutschland. (hk)

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