INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Ein Aufwärtstrend in Kärnten © IV Kärnten/Waldner

Claudia Mischensky, Christoph Kulterer: „Kärntner Industrie bleibt wettbewerbsfähig.”

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Claudia Mischensky, Christoph Kulterer: „Kärntner Industrie bleibt wettbewerbsfähig.”

Paul Christian Jezek 27.05.2016

Ein Aufwärtstrend in Kärnten

Scheinbar unbeeindruckt von den Krisenszenarien rund um die Heta, hat sich die Kärntner Industrie zuletzt solide und besser als im Österreich-Schnitt entwickelt.

••• Von Paul Christian Jezek

KLAGENFURT. Vor allem bei der Einschätzung der Aufträge zeigt sich eine positive Stimmung: Die Hälfte der Industrieunternehmen meldet derzeit eine bessere Auftragslage als im Vorquartal, bei den Auslandsaufträgen sogar 56%.

Das ist nicht nur eine Steigerung gegenüber dem Vorquartal, die Einschätzung ist auch besser als im Bundesländerschnitt.
Die Kehrseite der guten Auftragslage ist jedoch der massive Preisdruck. Bei den zu erzielenden Verkaufspreisen ist „gleichbleibend” die Regel. 80% der Betriebe konnten trotz steigender Kosten die Preise nur halten, 14% mussten sie senken, nur 6% schafften eine Steigerung. Dies spiegelt sich auch in der Ertragslage wider, die laut dem IV-Kärnten-Präsidenten Christoph Kulterer 21% der Unternehmen besser als zuletzt, 15% aber schlechter beurteilen.

Zwiespältige Branchenergebnisse

„Die Branchenergebnisse sind sehr uneinheitlich”, sagt Kulterer. Während sich Chemie, Elektronik und Holz positiv entwickeln, kann man die Situation der Maschinen- und Metallindustrie – Kärntens stärkster Branche – nur als durchwachsen bezeichnen. Während fast zwei Drittel der Unternehmen die Auftragslage positiv einschätzen, klagt fast ein Drittel über eine Verschlechterung.

Bei den Erträgen meldet sogar fast die Hälfte sinkende Tendenz; die Branche hängt als Produzent oder Zulieferer sehr stark an Ausrüstungsgütern. „Wird weniger investiert, dann spürt sie das sofort”, so Kulterer. IV-Kärnten-Geschäftsführerin Claudia Mischensky bezeichnet Digitalisierung und Industrie 4.0 als eine der momentan wichtigsten Herausforderungen.
„Sorgen machen den Unternehmen auch die Verfügbarkeit von entsprechend qualifizierten Mitarbeitern sowie die Weiterbildung der bestehenden Teams in den Betrieben.” Diesen Ball habe man sofort aufgenommen und im Rahmen einer Taskforce Industrie 4.0, die von Infineon-Österreich-Vorstandssprecherin Sabine Herlitschka geleitet wird, die Alpen-Adria-Uni Klagenfurt und Fachhochschule Kärnten mit an Bord geholt.

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