INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Ein Quäntchen Quant © Uni Innsbruck

Das Herzstück des Quantencomputers: die Ionenfalle in der Vakuumkammer. Physiker der Universität Innsbruck bauten den Prototyp eines industriellen Ionenfallen-Quantencomputers.

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Das Herzstück des Quantencomputers: die Ionenfalle in der Vakuumkammer. Physiker der Universität Innsbruck bauten den Prototyp eines industriellen Ionenfallen-Quantencomputers.

Redaktion 03.12.2021

Ein Quäntchen Quant

Österreich will ein Stück vom Quantentechnologiekuchen und startet die Forschungsoffensive „Quantum Austria”.

WIEN. Quantencomputer, die bestimmte, höchst rechenintensive Aufgaben sehr viel schneller lösen als klassische Digitalcomputer; abhörsichere Kommunikationskanäle; Messinstrumente von bisher unerreichter Präzision – Quantentechnologie versprechen Antworten auf Herausforderungen, die derzeit mit keiner anderen Technologie gefunden werden können. Weitreichende Innovationssprünge zeichnen sich ab, und Österreich mischt vorne mit.

Um aus der Coronakrise heraus nachhaltige konjunkturelle Impulse zu setzen, nimmt die Bundesregierung unter Federführung des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung für „Quantum Austria” 107 Mio. € aus Mitteln des EU-Aufbauplans NextGenerationEU für Quantenforschung und Quantentechnologien in die Hand.

Ziele von Quantum Austria

Zum einen will man die Wettbewerbsfähigkeit und die europäische Zusammenarbeit in dieser Schlüsseltechnologie weiter stärken. Zum anderen soll die Grundlagenforschung für Quantentechnologien intensiviert und die Nutzbarmachung und Markteinführung hochinnovativer Produkte und Dienstleistungen möglich werden.

Gefördert wird sowohl die Erforschung der Grundlagen als auch die Entwicklung praxisnaher Anwendungen. Die Forschungsförderungsgesellschaft FFG und der Wissenschaftsfonds FWF arbeiten in der Fördervergabe eng zusammen – Einreichungen sind bereits möglich.
Die Vergabe erfolgt innerhalb bestehender Förderformate, geplant sind bis 2026 vorerst insgesamt drei Ausschreibungsrunden.

Stimmen der FFG und FWF

„Für den Wirtschaftsstandort Österreich ist es wichtig, dass Unternehmen frühzeitig in Zukunftstechnologien investieren und mit innovativen Produkten ‚made in Austria' punkten. Dies gilt insbesondere auch für die Quantentechnologien, die ein riesiges Potenzial bergen”, so FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth und betont: „Die Förderinstrumente der FFG und des FWF bieten hier eine maßgeschneiderte Unterstützung für heimische Akteure entlang der gesamten Innovationsachse. Die FFG ermöglicht darüber hinaus mit ihrem europäischen Netzwerk die Stärkung von transnationalen Kooperationen für diese wichtige Schlüsseltechnologie.”

Auch FWF-Präsident Christof Gattringer hebt den Mehrwert der Zusammenarbeit zwischen FWF und FFG hervor – und erwartet große Würfe. „Die Quantenforschung eröffnet gänzlich neue Möglichkeiten, die bisher Dagewesenes in den Schatten stellen werden. Große Innovationssprünge zeichnen sich ab. Mit Quantum Austria verbessern wir gemeinsam mit der FFG die Chancen, dass Forschende aus Österreich sich auch in Zukunft auf internationalem Spitzenniveau etablieren können.”

Für wen und wofür?

Quantum Austria richtet sich Forschende, Universitäten, außeruniversitäre Forschungsstätten sowie Unternehmen aus dem Bereich der Quantenforschung und -technologien – etwa, um Basistechnologien für Quantensysteme zu erforschen oder um leistungsfähige Labore und technische Ausrüstung aufzubauen. Begleitend dazu sollen Österreichs Kapazitäten im Bereich High-Performance- und Quanten-Computing weiter ausgebaut werden.

Um bei der Umsetzung von Quantum Austria auch die europäische Dimension berücksichtigen und internationale Expertise einbinden zu können, sind führende Quanten-Expertinnen und -Experten in die Umsetzung von Quantum Austria eingebunden. Den Vorsitz im wissenschaftlichen Beratungsgremium übernimmt die deutsche Spitzenforscherin und Leibniz-Preisträgerin Christine Silberhorn. Eingebettet ist Quantum Austria in die österreichische FTI-Strategie. (hk)

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