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voest-alpine „kämpft“ für eine saubere Umwelt © Land OÖ

Projektleiter Christoph Angermayer mit LR Rudi Anschober am Kokereigelände der voestalpine mit Projektleiter Dr. Christoph Angermayer

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Projektleiter Christoph Angermayer mit LR Rudi Anschober am Kokereigelände der voestalpine mit Projektleiter Dr. Christoph Angermayer

Redaktion 05.09.2019

voest-alpine „kämpft“ für eine saubere Umwelt

Altlasten zählen zu den größten Umweltbelastungen der Vergangenheit, die jetzt Schritt für Schritt saniert und damit entschärft werden müssen, um eine Gefährdung des Grundwassers und der Umwelt zu verhindern.

LINZ. Insgesamt wurden in Oberösterreich bislang 81 Altlasten, z.B. wilde Deponien oder aufgelassene Tankstellen, ausgewiesen - mit sehr unterschiedlichem Gefährdungspotenzial. Schritt für Schritt werden die Altlasten saniert. Wobei mit den bedeutendsten begonnen und in den vergangenen Jahren dafür bereits hohe Summen aufgewendet wurden: 192 Millionen Euro an Bundesförderung für oö. Projekte – 48 Altlasten konnten saniert bzw. gesichert werden.

Zu den größten oö. Projekten zählt dabei die Sanierung der Deponie und des Retentionsbeckens der Gusswerkstraße in Steyr (7,5 Millionen Euro Förderung) sowie die Sanierung der Deponie Freistadt (Förderung iHv 4,5 Millionen Euro). Im Herbst 2012 startete die Sanierung der „Kokerei Linz“ als in Österreich bezüglich Größenordnung und Komplexität einmaliges Projekt.

Altlast O76 „Kokerei Linz“
Beim Altlastenstandort "Kokerei Linz" handelt es sich um das Areal, auf dem sich die Kokerei des voestalpine-Standortes Linz befindet. Die Kokerei existiert seit 1942 und wurde nach weitgehender Zerstörung durch Bombardierung im Zweiten Weltkrieg danach wiederaufgebaut und in Betrieb genommen. Das Areal der Kokerei weist eine Fläche von rund 350.000 m² auf.

Aufgrund der damaligen Zerstörung der Anlagen liegen im Untergrund des Altlastenstandortes, aufgeteilt auf mehrere "Hot Spots", massive Teerölkontaminationen und Kontaminationen durch aromatische Kohlenwasserstoffe vor. Ausgehend von diesen Untergrundverunreinigungen findet ein erheblicher Schadstoffeintrag in das Grundwasser statt, welches sich somit nicht zur Trinkwassernutzung eignet.

Trotz des hohen Schadstoffpotentials im Untergrund besteht jedoch keine unmittelbare Gefährdung für die Donau oder andere Gewässer, da der Bereich der Altlast zur Donau hin abgesichert ist (sog „Funnel and Gate“). Die Sicherung/Sanierung der Altlast O76 „Kokerei Linz“ muss aufgrund ihrer Größenordnung und des aufrecht zu erhaltenden Betriebs in Teilmaßnahmen und Teilflächen über einen Zeitraum von rund zehn Jahren erfolgen (Sanierungsbeginn war Herbst 2012). Bisher flossen 123 Millionen Euro in die Sanierungsmaßnahmen der Altlast Kokerei Linz.

Ökologische und ökonomische Verwertung vor Ort
Am Beginn der Maßnahmen stand die Errichtung eines Funnel&Gate-Systems, damit keine Kontaminationen mehr vom Altlastenstandort abströmen können. Aus derzeitiger Sicht muss dieses System mindestens 40 Jahre aufrechterhalten bleiben.

Neben dieser Sicherungsmaßnahme werden laufend die Hotspots der Altlast saniert, wobei die kontaminierten Bodenmaterialien großteils in einer vor Ort stehenden Bodenverwertungsanlage aufbereitet werden. Dies verringert zahllose Transportwege und die aufbereiteten sowie gereinigten Bodenmaterialien können nach den Behandlungsschritten zur Wiederverfüllung eingesetzt werden.

Ziel ist es, das Aushubmaterial der Altlast ökologisch und ökonomisch bestmöglich zu verwerten – ganz nach dem „Prinzip der Nähe“ – was so viel heißt wie: das aus den Hotspots der Altlast ausgehobene Material wird vor Ort „gereinigt“ und womöglich auch wieder vor Ort verfüllt. Möglich macht diese standortnahe Aufbereitung die innovative Nasstrennanlage.

In der Nasstrennanlage wurden bis dato über 2 Millionen Tonnen Materialien (inkl. der Abfälle aus der Altlast Kokerei Linz) behandelt. Geht man davon aus, dass ein LKW im Schnitt 18 Tonnen laden kann, sind das rund 110.000 vermiedene LKW-Fahrten.

Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass die aufbereiteten Materialien zum großen Teil im Werk wiederverwendet worden sind, sodass auch der Antransport zusätzlicher Schüttmaterialien nicht notwendig geworden ist. (pj)

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