INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Wie weiter mit 5G? © APA/Roland Schlager

Zettel, Arnoldner, Bierwirth, Neumann, Schramböck, Trionow, Schachner und Kotlowski (v.l.) beim IKT-Gipfel in Wien.

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Zettel, Arnoldner, Bierwirth, Neumann, Schramböck, Trionow, Schachner und Kotlowski (v.l.) beim IKT-Gipfel in Wien.

Redaktion 31.01.2020

Wie weiter mit 5G?

Die Digitalisierungprojekte im neuen Regierungsprogramm werden in den nächsten fünf Jahren etwa eine Milliarde kosten.

WIEN. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck und die Vereinigung Internetoffensive Österreich haben am 27.1. ein Bekenntnis zur weiteren Digitalisierung Österreichs – also dem Aufbau eines schnellen 5G-Netzes – abgegeben.

Die öffentliche Hand investiere eine Mrd. €, die IKT-Unternehmen erklärten sich zu Investitionen von vier Mrd. € bereit – allerdings nur, wenn die „Rahmenbedingungen” stimmen.
Vergangene Woche hatte die Regierung einen digitalen Aktionsplan beschlossen; nun gelte es, die Initiative umzusetzen, kündigte Schramböck an. Österreich sei zwar in vielen Bereichen gut im Internet unterwegs, es gebe aber auch Aufholbedarf – so seien hierzulande nur 60% der über 60-Jährigen im Internet aktiv.
Aufbau und Verbreitung des neuen Mobilfunkstandards 5G sind der Ministerin ein großes Anliegen. Dabei müsse man die Bedenken der Bevölkerung bezüglich gesundheitlicher Auswirkungen zerstreuen, war die Ministerin – selber früher A1-Chefin – mit den anwesenden Vertretern aus der Telekom- und Mobilfunkbranche einig. „Wir brauchen das nicht, um zu telefonieren, sondern wir brauchen es für unsere Wirtschaft.”
Bis 2030 sollen die Siedlungsgebiete flächendeckend mittels 5G und Glasfaserausbau mit Internet bis 100 MBit/s versorgt sein, sagte RTR-Geschäftsführer Klaus Steinmaurer.

Datenautobahn forcieren

Telekom-Austria-Chef Thomas Arnoldner schlug einen „Investitionspakt” von Politik und Wirtschaft vor, um Österreich an die digitale Spitze Europas zu bringen; man sei bereit, vier Mrd. € zu investieren.

Dafür wolle man aber „investitionsfreundliche Rahmenbedingungen”, etwa bei der anstehenden Frequenzauktion, die der Branche sehr viele Mittel entziehen könnte, so Arnoldner: „Wir können jeden Euro nur einmal investieren – entweder für das Budget oder für Investitionen.”
Magenta-Chef Andreas Bierwirth begrüßte die Initiative für einen Investitionspakt von privater Industrie und öffentlicher Hand. „Wir müssen jetzt die Datenautobahn erweitern.”
Jan Trionow, CEO von Hutchison „3” Österreich, forderte eine „Vereinfachung von Genehmigungsverfahren” und „begleitenden kommunikativen Maßnahmen”, um den Nutzen von 5G in den Vordergrund zu stellen.
Inzwischen sind alle Mobilfunker mit einem eigenen Netz gestartet, das nun jeweils sukzessive ausgebaut wird und an die Kunden gebracht werden soll. Waren es bei 3G mobile Daten und bei 4G Videos, fehle bei 5G allerdings eine „Killerapplikation” als bahnbrechendes Verkaufsargument, hieß es am 27.1. in einem 5G-Panel.
Höhere Geschwindigkeit reiche nicht, für viele Nutzer sei oft 4G ausreichend. (pj)

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