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365 Sherpas: Auch in Wien mehr als „nur” Berater © Katharina Schiffl
© Katharina Schiffl

Dinko Fejzuli 17.03.2017

365 Sherpas: Auch in Wien mehr als „nur” Berater

Die politisch-strategische Kommunikationsberatung der Hirschen Group, ist ab sofort auch in Wien am Start – medianet bat sie zum Interview.

••• Von Dinko Fejzuli

Am 29. Mai 1953 gelang Sir Edmund Hillary die Erstbesteigung des Mount Everest. Unbezweifelt ist, dass er dies ohne die Hilfe seines treuen Helfers, des Sherpas Tenzing Norgay, nicht geschafft hätte.

Und so ähnlich sehen sich auch die Männer und Frauen hinter dem deutschen Polit- & Strategieberatungsunternehmen 356 Sherpas aus der deutschen Hirschen Group, die nach Berlin nun auch in Wien einen Standort eröffnen, als Wegbereiter und Wegbereiter der eigenen Kunden.
Damit bietet die Agentur für Corporate Affairs und Policy Advice künftig auch für Kunden in Österreich „haltungsstarke Beratung für Interessenvertretung, Krisen- und Sondersituationen, Organisationsentwicklung, Unternehmenskommunikation und Kampagnenberatung”, so die Agentur in einer Aussendung.
Die Geschäftsführung der 365 Sherpas Consulting GmbH übernehmen die Managing Partners Jan Böttger und Herbert Rohrmair-Lewis, der seit Anfang des Jahres in Doppelfunktion auch als für das Business Development zuständiger Geschäftsführer bei der Wiener Agentur Zum goldenen Hirschen Campaigning fungiert.
Der Wunsch, eine Dependance in Österreich zu eröffnen, kam aus Wien, so Rohrmair-Lewis, denn man habe gesehen, dass man, wenn man gute und gut aufbereitete Arbeit macht, einiges bewegen könne, und auch seitens der Politik mehr Bedarf an Nachhaltigkeit, Inhalt und Basis bestehe.
Denn das Problem, so die Analyse von 365 Sherpas, sei: „Dem Beratungsmarkt fehlt es an ­Fokus auf die strategischen Fragen und die Zukunft von verantwortlicher Interessenvertretung der Wirtschaft und dialogorientierter Kommunikation der Politik.” Und genau hier möchte man ansetzten, denn: „Die Bedürfnisse von Unternehmen haben sich radikal verändert. Im Bereich nachhaltiger Interessenvertretung und der Positionierung im Themen-Wettbewerb gibt es heutzutage keine Strategie, die nicht politisch orientiert ist. Tatsächlich erleben wir, auch durch den Aufbruch alter Strukturen, gerade hochpolitische Zeiten, die einen unbelasteten und unverstellten Blick gut benötigen”, sieht sich Herbert Rohrmair-Lewis, langjähriger Bundesvorsitzender Junge Wirtschaft – der Interessenvertretung von 120.000 jungen Unternehmern – in der Bedeutung der 365 Sherpas für Österreich bestärkt.

Wegbereiter & Wegbegleiter

Jan Böttger ergänzt: „Als Wegbereiter und Wegbegleiter unserer Klienten durch schwieriges Terrain gehen wir bereits seit unserer Gründung im Jahr 2013 in Berlin erfolgreich neue Wege in der Politikberatung. Für uns gilt: Eine klare Haltung schafft die besten Ergebnisse. Transparente Kommunikation, die auch in Debatten erfolgreich ist, bildet die Basis einer mutigen und partnerschaftlichen Beratung, wie wir sie mit unserem erfahrenen und agilen Team nun auch in Wien anbieten.”

Cornelius Winter, Principal Partner, sieht das Angebot der 365 Sherpas auch als Alternative zu den klassischen Netzwerk­agenturen, wenn es um das Thema politisch-strategische Kommunikationsberatung geht.

Nicht nur Brüssel ist wichtig

Und die Entscheidung, nach Berlin nun auch nach Wien zu gehen, habe neben dem Faktum, dass hier auch die Hirschen ja schon präsent seien, einen anderen Hintergrund: Wer beim Thema Interessensvertretung nur an Brüssel denke, begehe einen Fehler, so Winter, denn Fakt sei, dass neben der EU-Hauptstadt selbstverständlich die Hauptstädte der EU-Mitglieder selbst eine wichtige Rolle in der Entscheidungsfindung spielen, und so sei es wesentlich, hier auch vor Ort präsent zu sein. „Als Berater sollte man den Einfluss der EU-Hauptstädte nicht unterschätzen”, so Winter.

Und in der Arbeit der 365 Sherpas selbst gehe es beim Thema Interessenvertretung selbstverständlich nicht um „Adressbuch-Lobbyismus”, das sei Old School, so Winter.
Vielmehr gehe es um „Themenlobbyismus”, denn das sei die Anforderung der Zeit. Entsprechend wirke sich dies auch auf die Personal-Auswahl bei einem Beratungsunternehmen wie den 365 Sherpas aus: „Verantwortliche Interessensvertretung braucht nicht primär Leute, die auf ihrer Visitkarte ‚Staatssekretär a.D.' als Titel haben, sondern braucht Kommunikationsexperten aus ganz unterschiedlichen Richtungen, aus Verbänden, aus Unternehmen, aus Agenturen, Gewerkschaften und gern auch aus der Politik”, denn genau diese gebündelte Schlagkraft bringe beim Themenlobbyismus dann auch den gewünschten Erfolg für die Kunden, denn, so ­Winter ergänzend: „Für unsere Auftraggeber geht es um Themen”, und wenn man mit dem Leitmotiv der verantwortlichen Interessensvertretung, sprich debattenfähig zu sein und nicht nur die eigenen Positionen zu vertreten, in die Diskussion mit anderen gehen wolle, dann sei man bei den 365 Sherpas genau richtig.
Das gemeinsame Ziel der ­Sherpas mit ihren Kunden am Ende des Tages sei es, zu „besseren politischen Entscheidungen zu kommen”.
Durchaus auch gemeinsam, auf Augenhöhe und mit offenen Visier, so Rohrmair-Lewis, denn „teilweise ist es auch für Ministerien sehr schwierig geworden, Informationen, die sie benötigen, in einer ausreichend guten Qualität zu beschaffen, um eine fundierte Grundlage für Entscheidungen zu haben”.

Neuer Instrumentenkasten

Die Frage danach, wie man am Ende zu solchen Entscheidungen komme, habe sich aber durchaus verändert, so Böttger: „Der Instrumentenkasten verändert sich, wie künftig Public Affairs abgewickelt wird. Das persönliche Gespräch und die Frage, wie man Dialog organisiert und vertreibt, wird bleiben, aber es geht auch darum, Public Affairs aus den Hinterzimmern zu holen, gerade im Hinblick auf das digitale Zeitalter, sprich, wie sichtbar sind Unternehmen im politischen Raum, welche Themen sind für Unternehmen relevant, welche Interessen haben sie”; überall dort könnten eben die 365 als Partner von Kunden an deren Seite stehen.

Zielgruppe & Auftraggeber

Bei der Frage nach den potenziellen Auftraggebern, also der Zielgruppe, antworten die drei, passend zum Namen, mit einem Bild aus der Welt der Sherpas: „Jeder, der einen Berg erklimmen will und dafür entweder nicht richtig trainiert ist oder den richtigen Weg dorthin noch nicht kennt”. Wobei, und diese Sichtweise sei ihnen besonders wichtig, der Berg nicht immer ein Problem sein müsse, sprich es gehe oftmals gar nicht darum, etwas, was den eigenen Interessen widerspricht, zu verhindern, sondern etwa darum, im Vorfeld einer politischen Entscheidung verantwortungsbewusst zu gestalten hinsichtlich politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen. Genau hier helfe man, dem eigenen Gestaltungsanspruch der Kunden Wirkung zu verleihen.

Entsprechend arbeite man gern für öffentliche Institutionen, was dann politische Kommunikation hin zu einer Öffentlichkeit im besten Sinne wäre, aber auch für Verbände als Sammelbecken von Interessensvertretungen von Unternehmen und eben auch Unternehmen selbst.

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