MARKETING & MEDIA
Austria Presse Agentur als One-Stop-Shop © Martina Berger
© Martina Berger

Redaktion 02.07.2021

Austria Presse Agentur als One-Stop-Shop

Seit 75 Jahren steht die APA für redaktionelle Kompetenz, doch das Angebot geht inzwischen weit darüber hinaus.

••• Von Sascha Harold

WIEN. Vor 75 Jahren wurde die Austria Presse Agentur (APA) auf Basis einer Initiative von Associated Press und Reuters als Genossenschaft im Besitz österreichischer Zeitungsverlage gegründet. Die APA ist damit unabhängig von Staat und Regierung – blickt man auf die internationale Agenturenlandschaft, ist das durchaus eine Seltenheit. „Von 140 Nachrichtenagenturen weltweit sind nur 20 wirklich staatlich unabhängig. Zwischen Gerüchten, Meinungsmache und Fake News ist es zunehmend wichtig, diese Leuchtturmmedien, wie es unabhängige Nachrichtenagenturen sind, zu haben”, führt Clemens Pig, Vorsitzender der Geschäftsführung der APA, aus. Diese Unabhängigkeit sei deshalb ein hohes Gut, gerade in einer Welt, in der Information oft schwer einordenbar ist.

Digitalisierung vorantreiben

Seit der Gründung der Agentur hat sich die APA deutlich weiterentwickelt. Das Kerngeschäft der APA-Redaktion mit dem APA-Basisdienst ist inzwischen um zahlreiche Angebote gewachsen, die den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens sicherstellen; zahlreiche Tochterunternehmen in Österreich, aber auch in der Schweiz und in Deutschland, wurden dazu gegründet. Der Zweck blieb der gleiche: Dienstleistungen als Gemeinschaftsunternehmen der Medien bereitzustellen.

Ein wesentlicher Fokus der APA liegt derzeit auf dem digitalen Geschäft. „Es ist nur schlüssig, dass wir neben unseren bestehenden Geschäftsfeldern, etwa dem Verbreitungsgeschäft über APA-OTS oder der Medienbeobachtung, unsere IT-Dienstleistungen deutlich erweitert haben”, erläutert Pig. Der Basisdienst für die APA-Mitglieder mache inzwischen nur noch rund zehn Prozent des Gesamtumsatzes aus, in Zukunft soll das Feld des Digitalen weiter wachsen. Umgesetzt werden soll das durch eine neue Digitalstrategie, die auf drei Säulen fußt: Dem Digital Workplace, der die Frage adressieren soll, wie künftig zusammengearbeitet wird, den Digital Platforms (hier soll etwa der APA Online-Manager deutlich weiterentwickelt werden) und dem Digital Business, also der Digitalisierung von Geschäftsmodellen.
Das Kerngeschäft wird allerdings auch weiterhin die redaktionelle Kompetenz bleiben. Das wurde auch durch die Coronakrise deutlich. „Es ist unbestritten, dass unabhängiger Journalismus in seiner Bedeutung steigt. Er wird künftig so etwas sein wie sauberes Trinkwasser – in einer Informations- und Kommunikationswelt, die zunehmend durch Des- und Falschinformation verschmutzt ist”, argumentiert Pig mit Blick auf Entwicklungen wie Fake-News oder parteiische Berichterstattung diverser Medien.

Auf Kooperationen setzen

Ihrem Selbstverständnis nach will die APA – dem genossenschaftlichen Prinzip folgend – für ihre Mitglieder und die Medienbranche insgesamt Dienstleistungen anbieten, die dem österreichischen Markt helfen. Dazu hat die Agentur heuer unter anderem den Innovationsfonds ins Leben gerufen, der dabei helfen soll, noch mehr Start-up-Flair ins Unternehmen zu bringen und dabei Innovationen voranzutreiben. Medien rät Pig dazu, verstärkt auf Kooperationen, etwa im IT-Bereich, zu setzen. „Das Match der Redaktionen wird durch redaktionelle Kompetenz entschieden. In anderen Bereichen gibt es aber zahlreiche Kooperationsmöglichkeiten, bei denen sich die einzelnen Medien Aufwand sparen können”, so Pig, der noch ergänzt, dass die Digitalisierung ein Marathonlauf sei, der viel Geld koste. Kooperationen können hier die strategische Antwort sein. Derzeit arbeite man etwa mit dem ORF und anderen Medien verlegerischer Herkunft an einem „zentralen österreichischen Medien-Login”. Das für Herbst angekündigte Login bezeichnet Pig als „aktuell größtes Innovationsprojekt im 75. Jubiläumsjahr”.

Breite Kundenbasis

Neben der Digitalisierung will die APA künftig noch stärker auf die Bedürfnisse und Nutzungsgewohnheiten der Jugend reagieren – das APA-Medialab soll sich mit diesem Thema verstärkt auseinandersetzen, sobald das wieder vor Ort möglich ist. Auf Produktseite hat die Agentur inzwischen für alle etwas im Angebot. Die Kunden setzen sich zu jeweils einem Drittel aus Medien, dem Corporate-Bereich und institutionellen Kunden zusammen. „Den Corporate-Markt bedienen wir, beginnend beim Basisdienst, über APA-OTS bis hin zum APA-Pressezentrum, wo Kunden ihre Presseevents multimedial durchführen können, mit einer Vielzahl an Lösungen. Die APA ist für alles, was professionelle Kommunikatorinnen und Kommunikatoren brauchen, der One-Stop-Shop für State-of-the-art-Lösungen”, fasst Pig zusammen. Die internationale Expansion der Agentur unterstreicht die Qualität des Angebots.

Seinen eigenen Job fasst Clemens Pig deshalb nicht überraschend so zusammen: „Ich darf den für mich schönsten Nachrichtenagentur-Job Europas machen.”

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL