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Bundeskreativ-Etat geht an Jung von Matt © APA/Erwin Scheriau
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Redaktion 10.06.2021

Bundeskreativ-Etat geht an Jung von Matt

PKP BBDO/Rosenberg GP und P8/HMT Marketing ebenfalls an Bord.

WIEN. Wochenlang wurde gerätselt, es wurde Namedropping betrieben und nun ist die Katze früher als gedacht aus dem Sack: Der in der heimischen Branche viel diskutierte Bundeskreativ-Etat mit einem potenziellen Auftragsvolumen von 30 Mio. €, verteilt auf vier Jahre, geht an Jung von Matt. Nachgereiht ebenfalls mit an Bord als Bieter-Gemeinschaft ist laut einer Onlinemeldung des Horizont PKP BBDO und Rosenberg GP, und der dritte im Bunde ist eine Kooperation von P8 Marketing und HMT Marketing. Die eine oder andere Agentur unter den Siegern hat schon Erfahrung in der Arbeit mit der Bundesregierung beziehungsweise Ministerien. So war JvM in die Corona-Kommunikation involviert und auch in die „Schau auf dich, schau auf mich“-Kampagne des ÖRK, und P8 war – wenn auch schon von etlichen Jahren – für die berühmt gewordene Rettungs-Gassen-Kampagne der Asfinag bekannt geworden.

Die 30 Mio. € klingen auf den Blick viel, doch werden solche Etats quasi erst schlagend, wenn sie auch tatsächlich abgerufen werden. Die Aufträge selbst werden nach dem Kaskaden-Prinzip verteilt, sprich, die erste Anfrage für eine Kampagne geht an Jung von Matt und falls diese aus welchen Gründen auch immer ausschlägt, wird erst an die beiden anderen Bietergemeinschaften herangetreten.

Kritik am Bundes-Etat
Schon vor der Vergabe des Kreativ-Etats hat ein weiterer die Gemüter in der Branche erhitzt: Der von der Regierung ausgeschriebene und mittlerweile vergeben Media-Etat um satte 180 Mio. € stand ebenfalls in der Kritik, wie der nun vergebene Kreativ-Etat, wo etwa die Kriterien, welche Agenturen sich überhaupt bewerben dürfen, als unstimmig qualifiziert wurden.

Ein ehemaliger, sehr bekannter Werber, mittlerweile nicht mehr in der Branche tätig, meinte, die von der Regierung vergebenen Etats würden wohl das Ende ihrer Erzählung in einem U-Ausschuss finden beziehungsweise in gerichtlichen Auseinandersetzungen der Beteiligten, aber eben auch der am Ende am Etat nicht Beteiligten enden. (fej)

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