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Demner, Merlicek & Bergmann is back © Felix Vratny
© Felix Vratny

Skender Fejzuli 13.04.2018

Demner, Merlicek & Bergmann is back

Nach nur einem Jahr auf dem zweiten Rang holt sich D,M&B den ­ersten Platz im Focus.xpert-Ranking der Full-Service-Agenturen zurück.

••• Von Skender Fejzuli

Nach einem Jahr als Nummer zwei nach Focus ist Demner, Merlicek und Bergmann, kurz D,M&B, wieder auf dem Treppchen ganz oben. Warum es dieses Jahr mit der Nummer eins geklappt hat, wollten wir im Siegerinterview mit D,M&B-Geschäftsführer Mariusz Jan Demner in Erfahrung bringen.


medianet:
Wie hat sich das angefühlt?
Mariusz Jan Demner: Besser Nummer eins sein als zwei. Es ist eine Win-Win-Situation: Immerhin muss medianet heuer niemand erklären, warum eine Agentur mit 5 x so viel Mitarbeitern bloß Nummer zwei wurde (lacht). Einer der Gründe für das erstmalige Zurückfallen auf den zweiten Platz war nicht, dass D,M&B keine gute Arbeit geleistet hätte, sondern dass große Kunden aufgrund des großen Abstands zur Konkurrenz schlicht weniger Geld in Werbung stecken mussten.

medianet:
Hat sich hier die Lage geändert?
Demner: Das ist halt die Krux des Focus-Rankings: Es berücksichtigt einen zusehends schmäleren Bereich des Gesamtvolumens. Viele Kunden investieren mehr und mehr in digitale und andere Kanäle. Das schlägt sich zwar in höherem Aufwand nieder, aber oft in niedrigeren Spendings.

medianet:
Einer Ihrer Kritikpunkte an Focus war, dass zum Beispiel Auslandsaktivitäten nicht berücksichtigt werden, ein Feld, wo Sie immer mehr Geschäft machen. Wie ist hier die Entwicklung bei Ihnen weitergegangen?
Demner: Heuer konnten wir in Italien mit dem Relaunch der Apfel-Marke Marlene in 13 Ländern, der Neupositionierung der Kaffee-Topmarke Hausbrandt und in Monaco für die Vermarktungskampagne der neuen Marina Cala del Forte erneut internationale Kunden mit unserer Arbeit überzeugen.

medianet:
Gefragt nach dem generellen Wachstum der Agentur in 2017, haben Sie die Frage verneint. Wie stellt sich die Situation nach Ende des ersten Quartals für die Agentur dar?
Demner: 2017 hat uns ein Dutzend neuer Kunden beschert, darunter die in einem Pitch gewonnene WKO. Auch 2018 fängt gut an mit dem Gewinn von AutoScout24.de und dem Fach­verband der Chemischen Industrie.

medianet:
Einer Ihrer Kritikpunkte in unserem letzten Gespräch war, dass es beim Thema Digital zu wenig Wertschätzung für das Thema gibt, wenn es um das Thema Bezahlen geht – hier herrscht noch immer die Gratiskultur. Wo sehen Sie mögliche Auswege?
Demner: Es muss sich bei so manchen Kunden erst einspielen, dass eine Kampagne nicht mehr nur aus TV, Print, OOH und HF besteht, sondern eben auch digitale Kanäle genutzt gehören. Ein spektakuläres Beispiel dafür ist die WKO-Lehrlingskampagne, die mit der Etablierung einer Serviceplattform und einer pfiffigen digitalen Kampagne innerhalb weniger Wochen über eine Viertelmillion Aufrufe registriert hat – genau dort, wo 14-Jährige unterwegs sind. Ein großer Erfolg ist auch die kürzlich angelaufene Hero-Contentkampagne für den Fachverband der Chemischen Industrie mit dem Nachtsprung von Thomas Morgenstern, die sich vor allem digital verbreitet und eine enorme PR lukriert.

medianet:
Generell gefragt: Das Jahr 2017 war für unsere eigene Branche nicht so schlecht. Was erwarten Sie sich für das heurige?
Demner: Wir haben große interne Veränderungen realisiert, über die wir in Kürze berichten können und von denen wir uns neue Energien versprechen.

medianet:
Wie ist das Jahr 2017 aus Ihrer Sicht verlaufen? Welche besondere Highlights gab es für Ihre eigene Agentur?
Demner: Mit 13 Etat-Gewinnen 2017 waren wir ziemlich erfolgreich, was das Neugeschäft betrifft. Unsere Arbeiten wurden international hochdekoriert. So konnten wir in Cannes als einzige österreichische Agentur für Darbo einen Löwen gewinnen, bei Golden Drum gleich 2x Grand Prix. Spektakuläre Kampagnen, wie die Politiker-Masken für XXXLutz im letzten NR-Wahlkampf, waren österreichweit Gesprächsthema und bescherten uns für das Musikvideo auf YouTube Platz 1 der meistaufgerufenen des Landes.

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