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Demner, Merlicek & Bergmann: Platz 1 © DMB.
© DMB.

Redaktion 23.04.2021

Demner, Merlicek & Bergmann: Platz 1

Mit einem deutlichen Plus bei den Bruttoumsatzspendings setzt sich DMB. an die Spitze des Focus.xpert-Rankings.

••• Von Sascha Harold

WIEN. Die Top-3 des heurigen Focus.xpert-Rankings sind dieselben wie im Vorjahr – nur die Reihenfolge ist eine andere. Demner, Merlicek & Bergmann hat Wirz vom ersten auf den zweiten Platz verdrängt und führt mit einem deutlichen Plus in den Bruttoumsatzspendings die Rangliste an. PKP BBDO komplettiert das Führungs-Trio des Focus.xpert-Rankings 2020.

Die Gesamtsumme der Bruttospendings ist auch heuer – trotz Covid-19 – leicht gestiegen, ein Zeichen für die Krisenfestigkeit und das Vertrauen der Kunden.
Im Gespräch mit medianet lässt Mariusz Jan Demner, Gründer und Geschäftsführer von DMB., das vergangene Jahr Revue passieren. Er erzählt, wieso DMB. die Krise als Chance genutzt hat, was den Agenturalltag im letzten Jahr geprägt und wie sich die Branche in den letzten Jahren verändert hat.


medianet:
Trotz Krise macht Demner, Merlicek & Bergmann einen Satz nach vorn und holt sich den ersten Platz im Focus xpert-Ranking. Was haben Sie im letzten Jahr richtig gemacht?
Mariusz Jan Demner: Die Frage ist eher, was unsere Kunden richtig gemacht haben. Uns war zu Beginn des ersten Lockdowns klar: Diese Krise ist auch eine Chance. Wenn alle zu Hause sitzen, explodiert der Medienkonsum. Wenn die meisten verzagen, gibt es mehr Aufmerksamkeit für jene, die wagen. Und genau so kam es dann: Die XXXLutz- Geschäfte waren zu, aber die Werbung war da und hielt den Kunden und Kundinnen das Händchen (Focus registrierte eine Steigerung der Mediaspendings um satte 12 Mio. Euro). Die Familie Putz blieb, ebenso wie wir, zu Hause und sang per Videocall das Lied vom schöneren Zuhause. Stiegl konnten wir überzeugen, die Neueinführung von ‚Hell' nicht in den Herbst zu verschieben, sondern Reichweiten und Marktchanchen zu nutzen – ein unerwartet großer Erfolg (‚Top Innovation 2020'/Gallup). Darbo machte während der zeitweiligen Öffnungen der Gastronomie in Österreich und Deutschland Mut. Europas größter Apfelanbauer änderte den Produkt-Slogan von ‚I am Marlene' auf ‚We are Marlene' und gab in Südeuropa, Nord­afrika, dem Nahen Osten bis nach Südamerika Gas – die Ernte ließ nicht auf sich warten. Der Deutsche und der Schweizer Herausgeberverband nutzten eine viel beachtete Kampagne des VÖZ, welche die Krise als Chance für seriösen Journalismus im ganzen D-A-CH-Raum präsentierte. Nur einige Beispiele aus dem DMB.-Kundenkreis dafür, wie man aus Krise Chance macht.

medianet:
Nichtsdestotrotz traf das Frühjahr 2020 die Werbebranche zunächst unvermittelt – was haben Sie persönlich aus dieser Zeit gelernt?
Demner: Dass man 120 Köpfe quasi übers Wochenende ins Homeoffice verfrachten kann und der Laden dann auch ein ganzes Jahr hindurch einwandfrei funktioniert – das hatte ich am Freitag, den 13. März des Vorjahres nicht für möglich gehalten. Ebenso, dass wir reihenweise Kunden gewinnen, die wir teils bis heute noch nicht persönlich zu Gesicht bekommen haben …

medianet:
Auf welches Projekt des letzten Jahres sind Sie besonders stolz?
Demner: Auf DMB. im permanenten On-/Off-Lockdown – wie all unsere hart arbeitenden, talentierten, inspirierten und mutigen Charaktere diese Zeit miteinander und für unsere Kunden bewältigt haben.

medianet:
Was waren dabei die größten Herausforderungen?
Demner: Während wir uns selbst in kürzester Zeit auf neue Arbeitsweisen eingestellt haben (der kreative Prozess lebt ja wie kein anderer vom persönlichen Austausch), hat der Beratungsbedarf bei unseren Kunden enorm zugenommen. Bestehende Kampagnen mussten kurzfristig evaluiert und teilweise umgestellt werden. Unplanbares Auf/Zu hat unser Kunden auf’s Äußerste strapaziert – und die Agentur erst recht. Starke Agenturen lassen ihre Marken dennoch in noch hellerem Licht erstrahlen. Und die geben, gerade in Krisenzeiten, den Konsumenten und Konsumentinnen Halt und Orientierung.

medianet:
Welche Neukundengewinne konnten Sie 2020 feiern?
Demner: Viele, nur feiern durften wir nicht. Einige von mehr als einem Dutzend klingender Namen aus unterschiedlichsten Branchen und Bereichen: Beko, Bio Bloom, Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDVZ), Kores, Neoh-Riegel, Nespresso, UNHCR (UN Refugee Agency), Verlegerverband Schweizer Medien (VSM), Volkswagen, die Social Trading-Plattform Wikifolio und kürzlich: mjam.

medianet:
Werfen wir einen Blick in die Vergangenheit: Was sind die größten Änderungen, die die Branche in den letzten 20 Jahren durchlaufen hat?
Demner: Das zeigt sich vor allem an dem, was es 2001 noch nicht gab. Am folgenreichsten: Wir haben Böden und Babys den Hintern gewischt, aber noch nicht übers iPhone. Facebook begann am Uni-Campus zu krabbeln, Twitter zu twittern, ‚GitHub' und das Abenteuer ‚Kolloboration' waren am Anfang. Sechs Jahre sollte es noch dauern bis zum Auftauchen von Android, dem Kindle oder Airbnb. 2007 kamen auch Wind- und Solarenergie auf Touren, LED-Licht und die ersten Elektrofahrzeuge. 2010 Instagram, das es, wie so vieles, was uns inzwischen vertraut ist, vor zehn Jahren noch nicht mal gegeben hat.

medianet: Wie rüstet sich DMB. für zukünftige Aufgaben?
Demner: Wir tun das, was wir immer schon gemacht haben: Wir helfen, unsere Kunden erfolgreich zu machen (und unterstützen sie bei der digitalen Transformation und den daraus wachsenden Narrativen, aber auch aktuell in der Krisenkommunikation).

medianet:
Wie hat das Jahr 2021 für DMB. begonnen?
Demner: Wir haben 2020 besser bewältigt, als wir zu Beginn des Corona-Jahres zu denken gewagt haben. Auch 2021 wird ein Jahr der Bewährung.

medianet:
Und was steht heuer noch auf dem Plan?
Demner: Kunden Erfolg bringen. Die vielen Jüngeren und Jungen bei uns nach vorn bringen. Das wird DMB. auch insgesamt weiterbringen.

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