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Der „Newsroom light” © wildbild/Salzburg AG

ExpertinDaniela Kinz leitet die Stabsstelle Konzernkommunikation und ist Konzernsprecherin der Salzburg AG. Kinz ist auch Expertin auf den Gebieten Organisationsentwicklung und Business Coaching.

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ExpertinDaniela Kinz leitet die Stabsstelle Konzernkommunikation und ist Konzernsprecherin der Salzburg AG. Kinz ist auch Expertin auf den Gebieten Organisationsentwicklung und Business Coaching.

Redaktion 30.08.2019

Der „Newsroom light”

Die Stabsstelle Konzernkommunikation der Salzburg AG setzt auf eine einzigartige Organisationsform.

SALZBURG. Kein anderes Unternehmen steht wohl so sehr im öffentlichen Interesse der Salzburger wie die Salzburg AG. Als Energie- und Infrastrukturdienstleister reicht das Portfolio des Unternehmens von der Stromerzeugung und -Verkauf, über E-Mobilität und Infrastruktur für Fernsehen, Telefon bis hin zum Betrieb der öffentlichen Verkehrsmittel im Bundesland Salzburg.

2016 rief man das Salzburg AG-Innovationsprogramm ins Leben und beschreitet seither den Weg zum digitalen Technologieunternehmen. Dieser Entwicklungsprozess betrifft die gesamte AG, so auch die Kommunikation, die seit Beginn des Prozesses eine tragende Rolle in diesem spielt. Um den neuen Anforderungen an die Konzernkommunikation gerecht zu werden, holte die Salzburg AG dazu die Kommunikationsexpertin Daniela Kinz ins Boot, die seit 2016 als Leiterin der Stabsstelle Konzernkommunikation und Konzernsprecherin des Unternehmens agiert.

Agile Kommunikation

„Unsere Hauptaufgabe besteht darin, die Marktführerschaft der Salzburg AG zu unterstützen und die Entwicklung zum digitalen Technologieunternehmen mit voranzutreiben”, erklärt Kinz im Interview mit medianet. Neben der Bespielung moderner Kommunikationskanäle müssen Absatzkampagnen gestärkt sowie die Öffentlichkeits- und Imagearbeit näher fokussiert werden.

„Mit der bisherigen Organisationsstruktur der Kommunikationsabteilung war es allerdings nicht mehr möglich, alle neuen Aufgaben hochwertig zu bewältigen. Um eine hochwertige und agile Kommunikation zu gewährleisten, musste ich also die Struktur und Arbeitsmethodik der Abteilung selbst und im Unternehmen weiterentwickeln”, erklärt Kinz und tat genau das. Anstelle der früheren bereichsorganisierten Struktur etablierte die Kommunikationsexpertin, die auch über Ausbildungen im Bereich Organisationsentwicklung und Business Coaching verfügt, ein neues Modell: Den „Newsroom light”.
Light deshalb, weil aktuell die Kommunikationsabteilung von Kinz neben Corporate- auch klassische und digitale Absatzkommunikation beheimatet – anders wie in den meisten Unternehmen, die eine Absatzkommunikation zum Beispiel im Bereich Marketing angesiedelt haben.
„Uns Kommunikationsverantwortliche von Unternehmen beschäftigt doch alle immer das gleiche Thema: Wie kommt der Content, den das Unternehmen hat, rasch und zeitgerecht in die eigene Kommunikationsabteilung, und wie können wir diesen kundenorientiert und ressourceneffizient für den best geeigneten Kommunikationskanal aufbereiten. Im Newsroom light liegt der Fokus auf Channel und Content Management mit agilen Arbeitsmethoden.

Neue Anforderungen

Es gibt vier Channel-Experten- Teams: für Presse und PR, Interne Kommunikation, Digitale Kommunikation und Marketing-Kommunikation. Der gesamte Unternehmens-Content selbst wird in der Kommunikationsabteilung Product Ownern zugeteilt, die wiederum situativ ihre Expertenteams aus den vier Channels zusammenstellen. Diese neue Arbeitsweise hat natürlich auch mit sich gebracht, dass sich die Anforderungen an die Mitarbeiter in der Kommunikationsabteilung weiterentwickelt haben.

„Diese Struktur und in Folge Arbeitsmethodik verlangt Teamgeist, Lösungsfokus, Ergebnis­orientierung und Eigenverantwortung”, so Kinz und setzt fort: „Meetings und Settings sind neben agilen Methoden, ähnlich wie in Medienhäusern, tägliche Redaktionssitzungen, Wochen- und Monatsplanungen.”
Und die braucht das Team von Daniela Kinz, denn es herrscht ein 24/7-Betrieb in der Kommunikationsabteilung. „Allein auf Grund des Betriebs der öffentlichen Verkehrsmittel besteht ein ständiges öffentliches Interesse an unserem Unternehmen und seinen Produkten und Services. Wir sind so aufgestellt, dass wir auf tagesaktuelle Themen schnell und qualitativ rund um die Uhr eingehen können.”
Die Salzburg AG verfolgt inhaltlich zwei klare strategische Ausrichtungen: Digital und Energy. Diese finden sich dann neben der Imagekampagne in den Produktkampagnen wieder sowie in den Content-Schwerpunkten und das alles in einer zeitlich abgestimmten Form. „Mit unserer jetzigen Struktur schaffen wir es, die richtigen Tasten zum richtigen Zeitpunkt zu drücken und damit Touchpoints mit den Kundinnen und Kunden auf verschiedenen Ebenen für verschiedene Themen und Produkte zu erzeugen.”

Abseits bekannter Pfade

Auf Widerstände bei der Implementierung des Newsroom light sei sie nicht gestoßen, erklärt Daniela Kinz: „Veränderung bedeutet etwas anders machen. Einen gewohnten, bekannten Pfad zu verlassen. Dafür braucht es von allen im Team Mut, Risikobereitschaft, Neugier sowie Anteilnahme. Ohne die Unterstützung meines Teams wäre das alles nicht möglich gewesen. Ich freue mich sehr, dass meine Mannschaft, mir auf diesem Weg vertraut hat.”

Alle Unternehmen in der E-Wirtschaft befinden sich im Wandel und müssen sich weiterentwickeln, da sich auch der Markt komplett geändert hat. Dieses Bewusstsein und Verständnis herrscht in der Salzburg AG in jedem Fall vor. Das Mindset, neue Wege mit Innovation, neuen Technologien und der Digitalisierung zu gehen, musste zwar erst im Unternehmen verbreitet werden, ist aber heute längst Normalität geworden. Dafür ist es auch eine wichtige Aufgabe, darauf in Prozessen und in der Organisation zu reagieren.
Zuende ist die Entwicklung der Salzburg AG aber nicht, erklärt Kinz: „Ich denke, Transformationen sind nie wirklich beendet, man ist immer am Weg. Unsere Organisationform des Newsroom light ist gerade dabei, sich zu manifestieren. Alle sechs Wochen treffen sich alle Channelleiter des Kommunikationsbereichs zu einem Strategieboard. Hier wird diskutiert, wie Prozesse verlaufen und welche Verbesserungen möglich sind.” Die neuen Arbeitsmethoden müssten erst einmal zur Routine werden, betont Kinz, die 14 Mitarbeiter in ihrer Stabsstelle Kommunikation zählt und es gemeinsam mit diesen schafft, die vielen Produktbereiche gekonnt unter einem Dach zu kommunizieren. (gs)

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