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Die crossmediale Vernetzung geht weiter © leadersnet.at/Christian Mikes
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Dinko Fejzuli und Gianna Schöneich 02.02.2018

Die crossmediale Vernetzung geht weiter

Das Kurier Medienhaus hat schauTV im Vorjahr ­übernommen; Thomas Kralinger im Interview.

••• Von Dinko Fejzuli und Gianna Schöneich

WIEN. Vergangenen Donnerstag lud das Kurier Medienhaus Werbe- und Medienpartner ein, um einen Blick hinter die Kulissen und in das neue Studio von schauTV zu gewähren. Die Übernahme von schauTV erfolgte Ende des Vorjahres. Die Geschäftsführung hat Thomas Kralinger übernommen, er sprach mit medianet über die Übernahme, Strategien und Live-Sendungen.

medianet:
Mit der Übernahme von schauTV erweitert der Kurier sein crossmediales Angebot. Wie genau sieht die Strategie zum Ausbau des Kurier Medienhaus mittel- bzw. langfristig generell aus?
Thomas Kralinger: Unter dem Dach des Kurier Medienhaus können wir der Werbewirtschaft und dem Konsumenten sämtliche Verbreitungswege anbieten – neben Print, Mobile und der Beteiligung bei KroneHit Radio nun auch Bewegtbild. Die Tageszeitung erreicht über 550.000 Leser, die Sonntagsausgabe über 710.000 Leser, und laut LAE lesen mehr als 35 Prozent der Entscheider in Ostösterreich täglich den Kurier. Unser Onlineportal Kurier.at hat mit 3,6 Millionen Unique Clients im vergangenen Dezember einen Zuwachs von über 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, unser Dachangebot erreichte knapp 4,3 Millionen Besucher. KroneHit ist weiter Marktführer unter den Privatradios und meistgehörtes Privatradio. Mit der Übernahme von schauTV haben wir nun kürzlich auch den Schritt ins Fernsehgeschäft gemacht und den Sender in den vergangenen Monaten neu aufgestellt, um ihn zukunftsfit zu machen. Wir sind aktuell dabei, alle Medienkanäle bestmöglich zu vernetzen und unseren Kunden durchgehende Kommunikationskonzepte anzubieten.

medianet:
Von seiner Genese her war schauTV ein Regionalsender – Sie planen, diesen nun zu einem überregionalen Sender auszubauen. Welche Auswirkungen wird das auf das Programm haben?
Kralinger: Die vergangenen Monate waren sehr intensiv, wir haben viel Zeit und Herzblut in den Relaunch von schauTV investiert. Wir haben im Kurier Medienhaus ein neues Studio errichtet, das vielseitig einsetzbar ist und aus dem wir nahezu alle unsere Formate spielen können. Wir senden seit Kurzem in HD und in den nächsten Wochen werden wir erstmalig in der Geschichte des Senders auch Live-Sendungen produzieren können. Wir konnten in den letzten Wochen die technische Reichweite trotz der Abschaltung des analogen Signals weiter steigern, diese beträgt mittlerweile 55 Prozent österreichweit, und im Osten erreichen wir eine technische Abdeckung von 98 Prozent. Weiters haben wir auch die Programmplätze nunmehr auf fast allen Empfangskanälen deutlich verbessert. Im ersten Schritt werden wir unsere regionale Berichterstattung in Burgenland, Niederösterreich und Wien weiter ausbauen, und natürlich wird es auch weiterhin die ‚Kurier News' mit den überregionalen Nachrichten geben. Weiters positionieren wir uns als urbaner Regionalsender, das schlägt sich auch im neuen Corporate Design von schauTV nieder. Seit August 2017 laufen bereits die täglichen ‚Kurier News'. Zudem werden wir vermehrt auf Servicejournalismus setzen, der für die Rezipienten immer wichtiger wird, nicht nur im TV-Bereich. Dieser Mehrwert zieht auch Seherinnen und Seher an, die außerhalb von Niederösterreich, Wien oder dem Burgenland zuhause sind – und uns somit zusätzlich neue Vermarktungsmöglichkeiten eröffnet.

medianet:
In einer Aussendung haben Sie den Sender als eine Art verlängerten Arm der Kurier-Berichterstattung bezeichnet. Was genau darf man sich hier vorstellen?
Kralinger: Was ich damit gemeint habe, ist, dass wir unsere redaktionellen Aktivitäten – wo auch immer möglich – mit einem Bewegtbildangebot ergänzen. Weiters haben wir zahlreiche Diskussionsformate, die wir bereits in den letzten Wochen für schauTV mitproduziert haben. Zudem werden ausgewählte Sendungen auf unseren Onlineplattformen angeboten, und wir werden im Jänner voraussichtlich einen Rekordwert von 450.000 Videoabrufen erreichen. Die Vernetzung des Kurier Medienhaus ermöglicht, die Kompetenzen der gesamten Medienhaus-Redaktion ideal zu nutzen; schauTV profitiert hier auch durch die langjährige Erfahrung von Chefredakteur Helmut Brandstätter.

medianet:
Generell: Ist die Übernahme von schauTV durch den Kurier eine logische Folge der Weiterentwicklung und der Suche neuer Erlösquellen?
Kralinger: Wir bewegen uns in einem sehr dynamischen Markt­umfeld und sind gut beraten, uns mit allen Trends zu beschäftigen. Ich halte es für wichtig, dass wir neue Konzepte und Produkte viel rascher umsetzen und testen müssen. Unter diesem Aspekt ist beispielsweise auch unsere vor Kurzem gestartete Niederösterreich-Beilage als Printprodukt zu sehen, die in der Werbewirtschaft sehr gut angenommen wird. Für das Kurier Medienhaus ist die Übernahme von schauTV, diesen Trends folgend, daher auch der strategisch nächste Schritt gewesen.

medianet:
An den wirtschaftlichen Schwierigkeiten rund um ATV hat man gesehen, dass man es als österreichischer TV-Sender nicht unbedingt leicht am Markt hat. Auch bei ServusTV schießen die Quoten nicht in den Himmel. Was lässt Sie hoffen, dass es bei einem regionalen TV-Sender anders bzw. besser sein soll?
Kralinger: Wir haben schauTV erst vor einem knappen halben Jahr übernommen. Mit dem Studio in Wien, einem erweiterten Team, einem modernen Design und der neuen Programmstruktur sehen wir uns für die Zukunft gut gerüstet. Ich habe nie geglaubt, dass die Etablierung eines Fernsehsenders ein Sprintbewerb ist, ich halte dies für einen Marathonlauf, und wir sind eben erst gestartet, aber natürlich ist unsere Ambition, die Reichweite signifikant auszubauen. Mit der regionalen Verankerung der Berichterstattung und der Servicekomponente bin ich zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen.

medianet:
Welche Investitionen planen Sie für den Sender, dem es ja vor der Übernahme durch den Kurier nicht besonders gut gegangen sein soll?
Kralinger: Das stimmt, der Sender hat ein nachhaltig negatives Ergebnis erwirtschaftet, und klar war, dass man nicht so weitermachen kann wie bisher. Klar ist aber auch, dass es für den Betrieb des Senders eine zukunftsfähige Grundausstattung braucht; deshalb haben wir bereits im vergangenen halben Jahr deutlich in die Weiterentwicklung investiert – auch, um den Sender neu zu positionieren. Das betrifft einerseits die technische Ausstattung, andererseits das Team und den Auftritt des Senders. Wir sind mit einem Team von über 20 Mitarbeitern bestens aufgestellt, darunter Matthias Hranyai als neuem Programmleiter, Ammar Javed als Vermarktungsleiter und Elisabeth Auer als Chefin der ‚Kurier News'. Damit stellen wir ein attraktives Fernsehprogramm mit vielen Facetten auf die Beine, das die Zuseher und die Werbekunden gleichermaßen anspricht.

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