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Die vernetzte ­Kommunikation © FH St. Pölten/Mario Ingerle

Finanz meets KommunikationMonika Rosen-Philipp (Chefanalystin im Private Banking der Bank ­Austria) vor einer interessierten ­Zuhörerschaft.

© FH St. Pölten/Mario Ingerle

Finanz meets KommunikationMonika Rosen-Philipp (Chefanalystin im Private Banking der Bank ­Austria) vor einer interessierten ­Zuhörerschaft.

Redaktion 19.05.2017

Die vernetzte ­Kommunikation

Kürzlich fand an der Wiener Börse das 3. Symposiumfür Wirtschafts- und Finanzkommunikation statt.

ST. PÖLTEN. Neue Medien verändern etablierte Kommunikationsmuster und -strategien. Entsprechend ist es für Kommunikationsexpertinnen und -experten notwendig und relevant, sich mit den Chancen und Risiken, die neue Medien bieten, zeitgerecht auseinanderzusetzen und deren Potenzial für die Finanzkommunikation zu nutzen.

Vielfältiges Betätigungsfeld

„Die Einsatzmöglichkeiten ­Sozialer Netzwerke in der Finanzkommunikation sind ebenso vielgestaltig wie die damit verbundenen Risiken”, sagt FH-Dozentin und Tagungsorganisatorin Monika Kovarova-Simecek vom Department Medien und Wirtschaft der FH St. Pölten. „Einige Unternehmen, wie z.B. voestalpine oder Polytech, wissen die Chancen der neuen Medien zu nutzen und zeigen uns, dass erfolgreiche Kommunikation keine Frage des Produkts oder der Kommunikationstechnologie ist, sondern einer guten, zielgruppenorientierten Kommunikationsstrategie.” Zu einer solchen gehört auch die Gestaltung der Investor Relations (IR)- Website.

Schwankende Qualität

Wie eine aktuelle Studie der FH St. Pölten zeigt, finden sich bei den 61 an der Wiener Börse notierenden Unternehmen massive Unterschiede in Bezug auf den Umfang der bereitgestellten Information, die Benutzerfreundlichkeit und die Vernetztheit von IR-Websites. „Vor dem Hintergrund, dass nicht nur harte Zahlen, sondern auch das Design der IR-Website das Vertrauen potenzieller Anlegerinnen und Anleger beeinflusst, mag es sich lohnen, der IR-Website entsprechende Aufmerksamkeit zu widmen”, sagt Monika Kovarova-Simecek, Autorin der Studie.

Aber nicht nur Unternehmen, sondern auch Börsenmärkte sind neuen Medien gegenüber sehr unterschiedlich eingestellt. „Wie bei Unternehmen sehen wir auch bei Börsenmärkten massive Unterschiede bei der Nutzung von Social Media-Plattformen. Während die New Yorker Börse Twitter offensiv und sehr gut nutzt, sind andere Börsen noch immer sehr verhalten, wenn es um ihre Präsenz in Sozialen Medien geht”, wie Monika Rosen, die Chefanalystin der Bank Austria, in ihrem Vortrag dargelegt hat.

Fortbildung zählt

Neue Medienformate kommen auch im Bereich der Financial Education zum Einsatz: Expertinnen und Experten präsentierten beim Symposium Best-Practice-Beispiele vom ABC der Finanzwelt (Ö1) über das Financial Life Park (FLiP/Erste Bank) oder das Börsenspiel (OÖNachrichten/Raiffeisenbank) bis zum Börsenradio oder Faktencheck der Wiener Börse. Sich mit der Frage zu befassen, wie Finanzwissen am besten vermittelt werden kann, hat auf jeden Fall Sinn, denn „ohne Finanzwissen können wir die Welt von heute nicht verstehen”, so Ina Zwerger, Leiterin der Ö1-Redaktion Radiokolleg „Das ABC der Finanzwelt”. Und wie Lukas Menkhoff vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigte, hat Financial Literacy durchaus einen positiven Effekt auf das Finanzverhalten.

Symposioum zum Nachlesen

Alle Präsentationen, einen umfassenden Nachbericht zum Symposium und mehr zum Thema Finanzkommunikation finden Interessierte auf dem Blog der Arbeits- und Forschungsgruppe Financial Communications der FH St. Pölten.

Die inhaltlichen Schwerpunkte reichen vom Finanzjournalismus über FinTech bis Investor Relations. Ein Fokus liegt auf Financial Literacy als einer Grundbedingung effektiver ­Finanzkommunikation. Interessierte können die Aktivitäten der Forschungsgruppe seit Kurzem auch auf Twitter verfolgen.
Das Symposium wird vom Department Medien und Wirtschaft der FH St. Pölten organisiert und findet jährlich statt. Die Veranstaltung richtet sich an Finanzmarkt- und Börsenexpertinnen und -experten, Kommunikations-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, Wirtschafts- und Finanzjournalistinnen und -journalisten, IR- und PR-Expertinnen und -experten, Interessensvertretungen und an alle Interessierten. (red)

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