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Donauinselfest als Benchmark für Events © Alexander Müller
© Alexander Müller

Redaktion 24.09.2021

Donauinselfest als Benchmark für Events

Das Donauinselfest fand unter Corona-Bedingungen statt – ein Fingerzeig für die Zukunft von Events?

••• Von Georg Sander

WIEN. Im Jahr 2019 strömten noch 2,7 Mio. Besucher zu den Stages am Donauinselfest – dann kam Corona. 2020 gab es den Megaevent nicht in der bekannten Form, über den ganzen Sommer fuhr ein spezieller Bus durch die Stadt und sorgte für ein bisschen Festivalstimmung. 2021 war es dann wieder so weit: Nachdem die großen Festivals wie Novarock und Frequency abgesagt wurden, versuchten sich die Veranstalter an einer Durchführung des Freiluftfestivals – mit Erfolg. Allerdings mit einem Verlosungssystem und mit personalisierten Ticket sowie einem negativen PCR-Test. Laut offiziellen Angaben wurden 42.000 Tickets verlost, die Auslastung lag insgesamt bei 80%. Trotz kühler Temperaturen waren alle Areas sehr gut besucht, die stärksten Tage waren der Festival-Freitag und -Sonntag, die im Bereich der Festbühne nahezu voll ausgelastet waren. Im Fokus standen heimische Acts und Künstler, quasi logischerweise und als Unterstützung für die heimische Szene.

Von Kruder & Dorfmeister, über Marianne Mendt, Wiener Wahnsinn, Seiler & Speer bis hin zu Viktor Gernot, Lukas Resetarits oder der Kidsshow mit Rolf Rüdiger & Robert Steiner war für so gut wie jeden Geschmack etwas mit dabei. Barbara Novak, Landesparteisekretärin der Veranstalterin SPÖ Wien, zeigte sich per Aussendung erfreut: „Es hört sich an, fühlt sich an und riecht sogar wie ein altbewährtes Donauinselfest. Ich freue mich sehr, dass die 38. Ausgabe mit grandiosen Shows und ausschließlich heimischen Acts so ein Erfolg war.” Dabei sind die Umstände eben alles andere als einfach gewesen.

Sicherheit an erster Stelle

Für Novak standen „Sicherheit und Gesundheit aller stets an erster Stelle”. Verantwortlich für die Umsetzung zeichnet Matthias Friedrich, Geschäftsführer Pro Event Team für Wien GmbH. Gegenüber medianet erklärt er die besonderen Umstände des Donauinselfests 2021.

Denn neben dem bereits erwähnen personalisierten Ticket sowie einem negativen Test gab es zusätzlich für alle interessierten Teilnehmer die Möglichkeit zu einer kostenlosen Covid-19-Schutzimpfung ohne Voranmeldung.
„Wir befürworten das Impfen, darum gab es sowohl bei der Bustour, als auch beim Fest selber diese Möglichkeit”, erklärt Friedrich, führt aber auch die Problematik aus, warum man auf Verlosung und PCR-Tests zurückgriff. „Es sind noch zu wenige Menschen geimpft. Nur geimpft und genesen reicht da nicht.” Schließlich würde auch der Geimpfte das Virus weitergeben.
Diese Erkenntnis kam den Veranstaltern logischerweise nicht selber; ein medizinischer Beirat arbeitete die Empfehlungen über Monate aus und evaluierte laufend. Er stellt klar: „Keine Entscheidung wurde ohne Covid-Beirat getroffen. Die sicherste Variante ist aus unserer Sicht der PCR-Test, da noch zu wenige geimpft sind.” Das ist wohl auch ein Fingerzeig hin zur gesamten Veranstaltungsbranche, die endlich wieder größere Events will, denn „das wird so lange brauchen, bis die Durchimpfung hoch genug ist”.
Dass das Donauinselfest stattfinden kann, ist für ihn wichtig: „Es geht um einen niederschwelligen, kostenfreien Zugang zu Kunst und Kultur – von der Klassik bis zu Hip-Hop.”

Angebot und Arbeit schaffen

Das beliebte Fest würde gemacht werden, da es die tiefe Überzeugung gibt, dass Kunst und Kultur für Menschen notwendig wären. Darüber hinaus ermöglicht es auch dem Eventpersonal Arbeit, egal ob 3.000 Menschen oder drei Millionen kommen – es braucht die Bühne, Securities und Co.

Ein Festival kann eben auch unter Corona klappen, mit wissenschaftlicher Unterstützung und Fingerspitzengefühl: „Die Disziplin passt, wenn man es den Menschen gut erklären kann.” Abschließend meint Matthias Friedrich: „Wir machen das Donauinselfest, weil die Menschen erreicht werden wollen. Wenn ich mir die Reaktionen ansehe, registriere ich, dass es funktioniert hat.”

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