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Einigung über „KV neu“ unter Dach und Fach panthermedia.net / Bernd Leitner
panthermedia.net / Bernd Leitner

Redaktion 20.04.2017

Einigung über „KV neu“ unter Dach und Fach

Anpassung der Mindestgehälter von 1,1% nimmt die letzte Hürde in der Fachgruppe.

WIEN. Mit dem Beschluss im Fachgruppenausschuss nimmt der Verhandlungserfolg der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Wien über den Kollektivvertrag die letzte Hürde. Die Einigung enthält mit 1,33% Anpassung ab März (= 1,1% für das ganze Jahr) nicht nur den besten Abschluss für die Werbewirtschaft seit 2010, sondern auch ein Bekenntnis der Fachgruppe und der Gewerkschaft zum „KV neu“ - einer längst überfälligen Modernisierung des Kollektivvertrags.

„Damit ist der Weg frei, den Kollektivvertrag nach 40 Jahren endlich an die Herausforderungen der Branche anzupassen“, freut sich Fachgruppen-Obmann Stephan Gustav Götz. Nach sechs Jahren, in denen die Gehaltserhöhung oft weit über 2% betrug, ist ihm wichtig festzuhalten, wie moderat der diesjährige Abschluss ausgefallen ist: „Die Anpassung der Mindestgrundgehälter und der Lehrlingsentschädigungen um 1,33 Prozent für eine Laufzeit von nur zehn Monaten ist das beste Ergebnis seit 2010.“ Leider wurden rund um den Abschluss unterschiedliche Gerüchte gestreut, die Unternehmer verunsicherten.

Der „KV neu“ im Detail
Mit der Einigung auf den KV neu ist der grün-roten Partnerschaft ein weiterer Meilenstein gelungen. Der aktuelle Kollektivvertrag besteht seit über 40 Jahren und entspricht somit einer Arbeitsrealität aus den 1970er-Jahren. Deshalb wollen die Gewerkschaftsvertreter und die Fachgruppe Werbung bis Ende des Jahres einen KV erarbeiten, der so modern ist wie die Branche selbst. Die verhandelte Roadmap wurde nun vom Fachgruppenausschuss bestätigt:

• Verwendungsgruppen werden überarbeitet, um zukünftig klarer differenzieren zu können, für welche Unternehmen der KV Werbung und Marktkommunikation tatsächlich gilt. So soll vermieden werden, dass Unternehmen aus anderen Branchen in diesen KV wechseln, nur um Kosten zu sparen.

• Arbeitszeit- und Überstundenregelungen werden überarbeitet, um tatsächlich in der Arbeitsrealität der Beschäftigten der Werbebranche zu entsprechen.

• Gehälter im Kollektivvertrag werden bis Herbst 2017 gemeinsam abgestimmt.

• Die Ergebnisse der Erneuerung des Kollektivvertrages werden gegen Ende 2017 präsentiert und sollen ab Dezember in den Unternehmen implementiert werden; dazu präsentieren die GPA-djp und die Fachgruppe den „KV Neu“ gemeinsam in den Betrieben und Gremien.


Vierter großer Wurf der grün-roten Reformpartnerschaft
Seit dem Amtsantritt der grün-roten Partnerschaft wurden bereits zwei Mal die Gebühren für Mitglieder gesenkt; zudem konnte man durch die Abschaffung der Vergnügungssteuer und die Gewerbescheinzusammenlegung zusätzlich Einsparungen für Unternehmer erwirken. „KV Neu“ ist nun der vierte große Meilenstein der grün-roten Partnerschaft in der Fachgruppe Werbung.
„Wir sind mit dem Ziel angetreten, bestehende Strukturen aufzubrechen und neue Wege zu gehen. Wir arbeiten konsequent an Lösungen für die Branche und sind stolz, die Standesvertretung dadurch zu modernisierend und auch unseren unverzichtbaren Mitarbeiter unsere Wertschätzung für ihre besten Leistungen zu zeigen“, so der erste Obmann-Stellvertreter Konrad Maric.

Zusammenarbeit an KV Neu erwünscht
Obwohl sich der Wirtschaftsbund und die Fraktion der Unos bisher deutlich gegen die Erneuerung des Kollektivvertrags ausgesprochen hat, hofft der Fachgruppen-Obmann nun auf eine Zusammenarbeit. „Es wäre schade, wenn der Wirtschaftsbund die Zusammenarbeit am ‚KV Neu’ im Sinne der Sozialpartnerschaft weiterhin ablehnt. Ein zeitgemäßer und fairer KV ist im Interesse aller Beteiligten.“ (red)

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