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Fazit der Salzburger Festspiele Pfingsten 2021 © SF/Franz Neumayr

Kaufmännischer Direktor Lukas Crepaz, Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler, Intendant Markus Hinterhäuser und die Künstlerische Leiterin der Salzburger Pfingstfestspiele Cecilia Bartoli.

© SF/Franz Neumayr

Kaufmännischer Direktor Lukas Crepaz, Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler, Intendant Markus Hinterhäuser und die Künstlerische Leiterin der Salzburger Pfingstfestspiele Cecilia Bartoli.

Redaktion 26.05.2021

Fazit der Salzburger Festspiele Pfingsten 2021

Die Salzburger Festspiele Pfingsten 2021 konnten als das weltweit erste größere Klassikfestival nach Ende des Kultur-Lockdowns von 21. bis 24. Mai stattfinden.

SALZBURG. Im euphorischen Applaus des Publikums und einer Auslastung von 99,5 Prozent (der behördlich erlaubten maximalen Auslastung von 50 Prozent der Saalkapazität), aber auch in der Hingabe und Freude der Künstler auf der Bühne zeigte sich, wie stark die Sehnsucht nach Kunst und Kultur geworden war.

Cecilia Bartoli entführte unter der Überschrift Roma Eterna auf eine musikalische Reise durch ihre Heimatstadt Rom. Es waren die zehnten Pfingstfestspiele, die die Künstlerische Leiterin für Salzburg erdacht hatte.

„Wie sehr wir Künstler unser Publikum vermisst haben! – Das Knistern in der Luft, die Anspannung vor der Vorstellung, die leere Bühne, der Moment der Stille vor dem Sturm, wenn es im Saal dunkel wird. Dann der Auftritt, die ungeheure Energie, die sich wie ein Feuerball zwischen Interpret und Publikum auflädt. Und dann das pure Glück, wenn eine Vorstellung gelungen ist. Ich bin unendlich dankbar, dass wir dies nach der Pandemie hier in Salzburg neu erleben durften und danke den Künstlerinnen und Künstlern für ihre glühende Leidenschaft, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Festspiele für ihr Engagement, mit dem sie die vielen logistischen Schwierigkeiten gemeistert haben, dem Direktorium der Festspiele für die konstante Unterstützung, und dem wunderbaren Publikum, das uns bei diesen einzigartigen Festspielen mit einer ganz neuen Aufmerksamkeit und Konzentration begleitet hat. Mille Grazie!“, sagt die Künstlerische Leiterin der Salzburger Festspiele Pfingsten Cecilia Bartoli.

„Was für ein Glück, Cecilia Bartoli mit uns zu haben. Was für ein Glück, mit ihr und den anderen wunderbaren Künstlerinnen und Künstlern dieses kleine Pfingstwunder möglich gemacht zu haben! Diese vier Tage voll der herrlichen musikalischen Erlebnisse geben uns Zuversicht für einen ebenso gelingenden Sommer.“ Mit diesen Worten bedankt sich Intendant Markus Hinterhäuser für Cecilia Bartolis unvergleichlichen Einsatz.

Über 5767 (inklusive der jung & jede*r Vorstellung Die Zertrennlichen) Besucher aus 20 Nationen sind zu den Pfingstfestspielen 2021 nach Salzburg gekommen. Österreich, Deutschland, Schweiz Frankreich und Italien sind die Top 5 Nationen in diesem Jahr. Die Gesamtauslastung liegt bei 99,5 Prozent der behördlich erlaubten maximalen Auslastung von 50 Prozent der Saalkapazität.

Im Pressebüro waren 70 Journalisten akkreditiert, die für Medien aus 12 Ländern publizieren
Die Strategie für die Durchführung der Pfingstfestspiele 2021 blieb dieselbe wie im vergangenen, so erfolgreichen Festspieljahr: unter dem Vorrang der Gesundheit, künstlerisch sinnvolle und wirtschaftlich vertretbare Festspiele zu verwirklichen. Das Sicherheitskonzept aus dem Vorjahr wurde an die aktuellen Vorgaben des Gesundheitsministeriums – in erster Linie die Zutrittsbestimmungen für Geimpfte, Genesene oder Getestete (3G-Regeln) – angepasst. Die Karten wurden personalisiert, die Identität musste mittels Ausweis nachgewiesen werden. Die Säle wurden zu maximal 50 Prozent belegt und das Publikum im Schachbrettmuster platziert. FFP2-Masken mussten auch während der Vorstellungen getragen werden. Die in der Öffnungsverordnung den Veranstaltern übertragene zusätzliche Kontrollpflicht der Eintrittsvoraussetzungen konnte durch eine deutliche personelle Erweiterung des Publikumsdienstes und eine große Disziplin des Publikums bewältigt werden. Wie schon im vergangenen Sommer fanden die Veranstaltungen ohne Pausen und Gastronomie statt.

„Wir sind sehr glücklich, dass unsere Präventionsmaßnahmen so verantwortungsvoll von allen Beteiligten – von unseren Künstlerinnen und Künstlern, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und von unserem Publikum – umgesetzt wurden. Wir konnten erneut beweisen, dass von professionell durchgeführten Kulturveranstaltungen kein erhöhtes Risiko ausgeht. Bereits zu Pfingsten waren große Teile des Publikums geimpft. Wir hoffen nun auf eine deutliche Lockerung der Vorgaben insbesondere der Kapazitätsbeschränkungen für den Sommer“, sagt der Kaufmännische Direktor Lukas Crepaz.

Mit Standing Ovations wurde die Premiere von Georg Friedrich Händels Il trionfo del Tempo e del Disinganno am Freitagabend als Auftakt der diesjährigen Pfingstfestspiele gefeiert. Robert Carsen verlegte den Zwist der allegorischen Figuren, der Schönheit (Bellezza), dem Vergnügen (Piacere), der Zeit (Tempo) und der Erkenntnis (Disinganno) in die Gegenwart, in eine Castingshow, in der Bellezza – gesungen von Mélissa Petit – als Siegerin hervorgeht. Gideon Davey, der Bühne und Kostüme verantwortete, schuf im ersten Akt, in dem das Vergnügen im Vordergrund steht, eine glamouröse Kulisse und hielt dem Publikum im zweiten Teil, in dem Zeit und Erkenntnis mehr und mehr an Bedeutung gewinnen, einen riesigen Spiegel vor. Piacere (Cecilia Bartoli) verführte Bellezza als deren Agentin immer wieder zum exzessiven Feiern. Sie setzte mit der wohl bekanntesten Arie des Oratoriums „Lascia la spina, cogli la rosa“ einen berührenden Höhepunkt. Vom Publikum gefeiert wurden Gianluca Capuano und Les Musiciens du Prince-Monaco. Lawrence Zazzo als Disinganno und Charles Workman in der Rolle des Tempo ernteten ebenfalls begeisterten Applaus. Die Standing Ovations für Cecilia Bartoli und ihr Team wiederholten sich auch bei der zweiten Aufführung am Sonntag.

Mit reichem Applaus ging es am Pfingstsamstag bei dem Orchesterkonzert Poema sinfonica im Großen Festspielhaus weiter, bei dem Zubin Mehta mit Werken von Ottorino Respighi und Felix Mendelssohn das Publikum musikalisch nach Italien entführte. Die viersätzige symphonische Dichtung von Ottorino Respighi Pini di Roma erzählt programmatisch von den stillen Zeugen der Stadt, den römischen Pinien. Das Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino spielte außerdem die „Italienische“ von Mendelssohn sowie dessen Violinkonzert, bei dem Maxim Vengerov als Solist vom Publikum gefeiert wurde. Seine Zugabe, eine Sarabande von Bach, widmete Maxim Vengerov den durch Corona ums Leben gekommenen Künstlerinnen und Künstlern.

Sieben Minuten Standing Ovations und Riesenjubel beendete den zweiten Tag der Pfingstfestspiele nach der konzertanten Aufführung von Wolfgang Amadeus Mozarts Opera seria La clemenza di Tito im Haus für Mozart. Cecilia Bartoli gab dabei ihr Debut als Sesto, Charles Workman sang die Titelrolle. Anna Prohaska war als Vitellia, Mélissa Petit in der Rolle der Servilia, Lea Desandre als Annio und Peter Kálmán als Publio zur hören. Gianluca Capuano dirigierte Les Musiciens du Prince-Monaco und den Bachchor Salzburg.

Auch der Pfingstsonntag startete mit außerordentlichem Applaus. Das Publikum bedankte sich begeistert bei Cecilia Bartoli für das Konzert What passion cannot music raise, in dem sie zusammen mit Dirigent Gianluca Capuano und Les Musiciens du Prince-Monaco Barock-Arien von Händel, Porpora, Hasse, Telemann und Vivaldi zum Besten gab. Die Intendantin war mit dieser Matinee spontan eingesprungen, weil das geplante Konzert von Sir John Eliott Gardiner zu dessen eigenem Leidwesen wegen der englischen Quarantänebestimmungen abgesagt werden musste.

Dass Cecilia Bartoli am Samstagabend die anspruchsvolle Partie des Sesto sang, am Sonntag-Morgen ein Recital, bei dem sie 1 Stunde 45 Minuten auf der Bühne brillierte und am Nachmittag um 17 Uhr in der zweiten Vorstellung von Il trionfo del Tempo e del Disinganno berührend das Piacere gestaltete, zeigt den unvergleichlichen Einsatz dieser großen Sängerin.

Am Pfingstmontag gab Philippe Jaroussky, der 2009 als Sänger bei den Pfingstfestspielen in Salzburg debütierte, diesmal sein Debut als Dirigent mit Alessandro Scarlattis Oratorium Cain, overo Il primo omicidio. Das von ihm gegründete Ensemble Artaserse verzauberte gemeinsam mit dem Sänger-Ensemble das Publikum: Kresimir Spicer als Adamo, Inga Kalna in der Rolle der Eva, Bruno de Sá als Abelle, Filippo Mineccia in der Rolle des Caino, Paul-Antoine Bénos-Djian als Voce di Dio und Yannis François als Voce di Lucifero.

Zum Abschluss der diesjährigen Pfingstfestspiele wurde am 24. Mai Giacomo Puccinis "Tosca" konzertant aufgeführt mit einem hochkarätigen Sängerensemble: Anna Netrebko singt die Titelrolle, Jonas Kaufmann ist als Mario Cavaradossi zu erleben und Luca Salsi singt den Scarpia. Zubin Mehta dirigiert das Orchestra e Coro del Maggio Musicale Fiorentino und den Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor. In weiteren Rollen singen: Alessandro Spina als Cesare Angelotti, Alfonso Antoniozzi als Sagrestano, Francesco Pittari als Spoletta, Giulio Mastrototaro in der Rolle des Sciarrone und Adolfo Corrado als Carceriere. Mit dieser Oper verbindet Cecilia Bartoli eine besondere Erinnerung: Sie hat als Zehnjährige in der römischen Oper mit der Rolle des Pastorello, die sie auch heute singt, ihr Debut gegeben.

Vom Publikum mit Freude aufgenommen wurde auch die Filmreihe Roma Amor in Zusammenarbeit mit "Das Kino"
„Als Resümee dieser Pfingstfestspiele könnte man den Titel unserer szenischen Produktion in Il trionfo del Coraggio, della Fantasia e della Qualità umdichten, also der Triumph des Mutes, der Phantasie und der Qualität. Wir danken den Künstlerinnen und Künstlern, die diesen Triumph möglich gemacht haben, aber auch unserem wunderbar, begeisterungsfähigen Publikum. Denn wie sagte schon Festspielgründer Max Reinhardt: ‚Denn nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Zuschauerraum müssen die Besten sein, wenn das vollkommene Wunder entstehen soll, dessen das Theater an glücklichen Abenden fähig ist‘“, so Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler

Im Sommer wird die szenische Produktion Il trionfo del Tempo e del Disinganno wiederaufgenommen: Premiere ist am 4. August 2021, weitere Vorstellungen finden am 8., 12., 14. und 17. August im Haus für Mozart statt.

Das Programm für die Salzburger Festspiele Pfingsten 2022 wird ebenfalls im August veröffentlicht. Ein besonderer Dank gilt Rolex. Durch Rolex als Partner ist es den Pfingstfestspielen seit 2012 möglich, alljährlich eine Opernneuinszenierung auf die Bühne zu bringen. Diese erfolgreiche Partnerschaft wurde bereits im vergangenen Jahr bis 2027 verlängert. (red)

 

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