MARKETING & MEDIA
Futurezone setzt auf mehr Diversität © Screenshot futurezone.at

futurezone.at – von Netzpolitik über Digital Life bis Gadgets ist alles dabei.

© Screenshot futurezone.at

futurezone.at – von Netzpolitik über Digital Life bis Gadgets ist alles dabei.

Redaktion 14.01.2022

Futurezone setzt auf mehr Diversität

Chefredakteurin Claudia Zettel im Interview mit medianet über den stetigen Wandel ihrer Plattform und ihre Visionen.

••• Von Dinko Fejzuli und Josephine Wolfram

WIEN. Futurezone, die Plattform mit aktuellen Nachrichten aus den Bereichen Technologie, Netzpolitik, Digital Life, Gadgets, Start-ups, Science und Games, hat im Oktober ihren elften Geburtstag gefeiert. medianet sprach mit Chefredakteurin Claudia Zettel über ihren vergangenen und zukünftigen Weg mit Futurezone.

medianet: Frau Zettel, was war die Futurezone damals, als Sie die Chefredaktion übernommen hatten ?
Claudia Zettel: Als ich die Futurezone übernommen habe, war es mir unter anderem wichtig, mehr Leserinnen anzusprechen, denn die Leserschaft der Futurezone damals war vermehrt männlich. Wir haben noch immer einen männlichen Überhang, aber es hat sich verbessert. Ein ähnliches Bild bot sich aber auch in der Redaktion: Neben nur noch einer Kollegin war ich die einzige Frau in der Redaktion und so war es mein Ziel – wenn sich die Gelegenheit bietet –, das ebenso anzugleichen. Inzwischen sind wir insgesamt zwölf Kolleginnen und Kollegen und das Geschlechterverhältnis beträgt genau 50:50. Wenn sich Gelegenheiten geboten haben, habe ich verstärkt nach Frauen gesucht, die hier hineinpassen. Es ist auch wissenschaftlich belegt, dass diverse Teams besser arbeiten als jene, die nur mit weißen Männern besetzt sind.

Wir sind heute – das hat aber nicht nur mit mir zu tun, sondern mit unserer Zeit – auch thematisch viel breiter aufgestellt als früher, besonders auch im Wirtschaftsbereich.
Auch den Bereich ‚Science' gab es zwar immer schon als Ressort, aber wir haben dieses Thema verstärkt ausgebaut. Parallel dazu gibt es inzwischen einen sogenannten Forschungsmontag mit besonderem Fokus auf die österreichische Forschungslandschaft. Es hat sich durchaus bewährt, den Bogen zu öffnen und Wissenschaft und Technik unter einem Dach zu sehen. Science ist momentan einer unserer stärksten Channels, da vor allem auch durch die Coronakrise das Interesse an Wissenschaft ordentlich gestiegen ist.

medianet: Sie haben eine sehr fachkundiges Leserschaft, die auch sehr kommunikationsfreudig ist. In anderen Medien sind Foren und Diskussionsplattformen ein sehr wichtiges Thema – welche Bedeutung hat das bei der Futurezone?
Zettel: Grundsätzlich sind Diskussionsforen wichtig, im Hinblick darauf hatten wir jedoch bereits mit einigen Challenges zu kämpfen. Wir sind mittlerweile in diversen Social Media-Kanälen vertreten und gehen mit unseren Inhalten auch dorthin, wo sich auch die jüngere Zielgruppen eher aufhält. Wir haben gemerkt, dass es schwieriger ist, Personen auf der eigenen Plattform zu binden. Ich bin grundsätzlich mit unserem Forum zufrieden, würde aber gerne noch ein paar Punkte verbessern. Ich kann natürlich nicht viel verraten, aber es laufen aktuell bereits Gespräche und Pläne, um eben in dieser Richtung etwas Neues für die User zu schaffen.

Wir haben eine Community und treffen innerhalb dieser auch immer wieder auf uns bekannte User, aber sie besteht nicht – wie früher – klassisch in einem Forum. Stattdessen haben wir auf Instagram, Twitter und Facebook unsere Fanbubbles. Prinzipiell ist die Community überall da verteilt, wo wir gerade in unseren Kanälen unterwegs sind. Ein Forum, wie es zum Beispiel Standard.at hat, lässt sich heutzutage nicht mehr so leicht konzipieren. Der Standard hat hierbei den Vorteil, einfach extrem früh angefangen zu haben – nämlich zu einer Zeit, als es noch keine Konkurrenz durch Social Media gab. Letztes Jahr gab es bei uns eine Art ­Rebranding, mit einem geänderten Logo und einer neuen Webseite. Aus dieser Änderung konnten wir auch eindeutig mitnehmen, dass wir die Leute an unsere Marke binden müssen – was mir grundsätzlich wichtiger ist als jeder einzelne Klick im Internet.

medianet: Sie gehören mit Futurezone zum Kurier – wie verläuft die Kooperation inhaltlich und wie funktioniert der Austausch?
Zettel: Wir sind mit unserer überaus starken Reichweite das zweite Zugpferd im Kurier Medienhaus. Wir haben zusätzlich zu unserer Plattform eine Seite im Kurier. Die Letztverantwortung über die von uns veröffentlichten Themen in der Zeitung hat nach oben hin natürlich die Print-Chefredaktion, wobei es hier so gut wie nie Probleme gibt. Abgesehen davon sind wir als Futurezone aber eine autonome Brand, wo ich als Chef­redakteurin die oberste Stelle bin.

medianet:
Die Futurezone musste damals aus gesetzlichen Gründen aus dem ORF herausgelöst werden. Nun arbeitet man an einem neuen ORF-Gesetz, mit dem sich dieser digital mehr bewegen können soll. Denken Sie, dass der ORF mit einer möglichen Ausweitung der digitalen Möglichkeiten eine neue Plattform erstellen könnte, die der Futurezone Konkurrenz macht?
Zettel: Ich habe am Rande mitbekommen, dass es einen Plan für eine neue Plattform gibt beziehungsweise gab. Was aus diesem am Ende geworden ist, weiß ich nicht. Sollte tatsächlich eine Konkurrenzplattform zur Future­zone entstehen, haben wir keine Angst davor, da Wettbewerb auch anspornt. Ich gehe generell mit konkurrierenden Medien sehr freundschaftlich um.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL