MARKETING & MEDIA
Gendern in der Medienbranche © Panthermedia.net/Nako Photography

Im Vergleich zu Deutschland ist Österreich Vorreiter in puncto Bemühungen und guten Vorsätzen.

© Panthermedia.net/Nako Photography

Im Vergleich zu Deutschland ist Österreich Vorreiter in puncto Bemühungen und guten Vorsätzen.

Redaktion 10.12.2021

Gendern in der Medienbranche

Umfrage von Ecker & Partner und Marketagent zu genderneutraler Sprache im Journalismus.

BADEN / WIEN. Die PR- und Public Affairs Agentur Ecker & Partner und das Marktforschungsinstitut Marketagent haben gemeinsam eine Umfrage zum Thema Gendern durchgeführt. Im Rahmen des sogenannten Journalistenbarometers wurden im Oktober 2021 insgesamt 865 Journalisten im D-A-CH-Raum befragt, davon 234 aus Österreich.

Mehr als zwei Drittel der befragten Journalisten aus Österreich bemühen sich bereits um eine genderneutrale Sprache, im Vergleich zu Deutschland sind sie sogar Vorreiter. Der Wunsch von 65% der heimischen Journalisten nach einer einheitlichen Regelung für eine genderneutrale Schreibweise wird nur von 21% der Redaktionen erfüllt.

Diskussionsstoff

Genderneutrale Sprache wird sich in der Medienbranche durchsetzen, davon sind 71% der österreichischen Journalisten überzeugt. Während sich in Österreich gut zwei Drittel der Pressevertreter um eine genderneutrale Ausdrucksweise in Texten bemühen, sind es in Deutschland nur 56%, in der Schweiz hingegen 76%.

In jeder dritten österreichischen Redaktion gibt es eine klare Vorgabe zu gendern, aber nur 21% legen eine einheitliche Schreibweise fest. Für knapp 60% der heimischen Journalisten ist es in Ordnung, wenn Unternehmen und Organisationen ihre Pressearbeit gendern, 27% würden das sogar bevorzugen.
Im Vergleich zu Deutschland entpuppt sich der österreichische Journalismus sogar als Trendsetter: 45% der heimischen Befragten halten eine genderneutrale Sprache im Journalismus für relevant, aber nur 26% der deutschen.

„Persönliche ­Herausforderung”

„Das Gendern ist für viele Journalistinnen und Journalisten eine persönliche Herausforderung”, bestätigt Nicole Bäck, geschäftsführende Gesellschafterin Ecker & Partner. „Aber aus unserer Sicht führt kein Weg daran vorbei, auch wenn noch völlig unklar ist, welche Schreibweise sich letztendlich durchsetzen wird. So wird derzeit manchmal auch innerhalb eines Mediums auf unterschiedlichste Weise gegendert – das trägt in der Bevölkerung zur allgemeinen Verwirrung bei.” (red)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL