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Grüne Post-Verpackung für den Paketversand © Österreichische Post/Christian Husar
© Österreichische Post/Christian Husar

Redaktion 18.11.2022

Grüne Post-Verpackung für den Paketversand

Die wiederverwendbaren Verpackungen haben sich im Test bewährt und kommen 2023 auf den Markt.

••• Von Britta Biron

WIEN. Vor einem Jahr haben die Österreichische Post und die FH Oberösterreich gemeinsam mit heimischen Handelsunternehmen dm, Interspar Weinwelt, Intersport, Tchibo und Thalia ein Pilotprojekt für wiederverwendbare Verpackungen im Online-Handel vorgestellt. Im Frühling startet der sechsmonatige Praxistest, im Zuge dessen mehrere Tausend Bestellungen abgewickelt und analysiert wurden. Die Testphase für die eigens entwickelten Weinverpackungen läuft noch bis Ende des Jahres.

Positives Ergebnis

In der Praxis hat sich gezeigt, dass zehn bis 20 Versandzyklen realistisch sind. Die Verpackungen aus recyceltem PET, die theoretisch bis zu 100 Mal verschickt werden können, gehen vor Erreichen dieser Marke verloren. Dadurch kann die Langlebigkeit nicht optimal genutzt werden. Fazit daher: Verpackungen sollten vor allem günstig und funktional statt besonders langlebig sein.

Die Bereitschaft zur Rückgabe von Verpackungen ist stark abhängig von den angebotenen Möglichkeiten. Mehr als die Hälfte der Empfänger bevorzugt die Rückgabe über den Zusteller oder die SB-Zonen der Post. Etwa 85% der Befragten wären bereit, für eine wiederverwendbare Verpackung im Schnitt vier Euro Pfand zu hinterlegen.
Die von der FH Oberösterreich durchgeführte Carbon Footprint-Analyse, die von der Herstellung bis zur Sammlung und Sortierung den gesamten Lebenszyklus der Verpackungen umfasst, fällt vor allem für jene aus Holzfasern positiv aus.

Lancierung im Frühling

„Das große Interesse unserer Versandkunden sowie die Ergebnisse und die positive Resonanz der Empfänger sprechen klar dafür, dass wir die ‚Grüne Verpackung' nächstes Jahr als reguläres Service zur Verfügung stellen werden”, kündigt Peter Umundum, Vorstandsdirektor für Paket & Logistik bei der Österreichischen Post AG, an. Ab dem Frühling 2023 können Handelsunternehmen wiederverwendbare Kartons und Taschen bei der Post mieten und diese beim Check-out ihren Onlinekunden als zusätzliche Versand-option anbieten. Die Händler können dabei selbst entscheiden, ob sie die wiederverwendbare Verpackung zum normalen Preis, mit einem einmaligen Aufschlag oder mit einem Pfand anbieten.

„Wir hoffen, dass die Ergebnisse aus dem Pilottest eine Vielzahl an weiteren Handelsunternehmen dazu ermutigen, den Schritt Richtung wiederverwendbarer Verpackungen zu wagen. Damit können wir einen wichtigen Grundstein für das Funktionieren der Kreislaufwirtschaft legen”, erklärt Franz Staberhofer, Leiter des Logistikum an der FH Oberösterreich.

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