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HbbTV neu: ORF.at-Startseite ohne Internet am TV-Gerät © ORF/Milenko Badzic

Onlinechef Thomas Prantner, Technik-Direktor Michael Götzhaber & Franz Manola (Leiter des ORF-Plattformmanagements) präsentierten die Neuerungen am HbbTV-Portal.

© ORF/Milenko Badzic

Onlinechef Thomas Prantner, Technik-Direktor Michael Götzhaber & Franz Manola (Leiter des ORF-Plattformmanagements) präsentierten die Neuerungen am HbbTV-Portal.

Redaktion 03.12.2015

HbbTV neu: ORF.at-Startseite ohne Internet am TV-Gerät

••• Von Dinko Fejzuli
und Michael Fiala

WIEN. Gestern, Donnerstag, präsentierten Technik-Direktor Michael Götzhaber, Onlinechef Thomas Prantner und Franz Manola (Leiter des ORF-Plattformmanagements) im ORF-Zentrum am Küniglberg das neue Design, neue Services und Angebote des HbbTV-Portals des ORF. Ab sofort kann via HbbTV-fähige m Gerät durch Drücken der roten Taste auf der Fernbedienung ein hochaktuelles und multimediales Informations- und Nachrichtenangebot abgerufen werden. Der ORF bündelt dafür sein Online-News- und Wetter-Angebot, das ohne Internetverbindung des Fernsehgeräts funktioniert.  Mit einer Internetverbindung können zusätzlich die ORF-TVthek sowie ein vertieftes Nachrichten- und Wetterangebot und der komplette ORF-Teletext auf dem HbbTV-tauglichen Fernsehgerät dargestellt werden.
Auch die Optik ist neu: Früher in der Präsentation einer „Bauchbinde“ am unteren Bildschirmrand, hebt man nun die „blaue“ ORF.at-Seite als Einstiegs­seite auf das HbbTV-Portal. Generell, so Manola, solle das Portal irgendwann das gesamte Online-Universum des ORF am TV-Bildschirm darstellen.

Internationaler Trend

Mit dem runderneuerten Portal trage der ORF dem internationalen Trend Rechnung, denn die HbbTV-Technologie „hat sich in den vergangenen Jahren zum führenden Standard für digitale TV-Zusatzdienste entwickelt, ist von der EBU standardisiert und wird von den Geräteherstellern breit unterstützt“, meint etwa Götzhaber zum Launch der neuen Services.
Die Technologie stellt im Rahmen der ORF Multimedia-Strategie eine wichtige technische Plattform dar, um stark nachgefragte ORF-Contents über ein modernes und bequem nutzbares Zugangsportal anbieten zu können.
Der ORF setzt seit 2013 auf HbbTV als „erfolgsversprechende moderne Technologie, die gerade im Begriff ist, die österreichischen Wohnzimmer zu erobern“, so Prantner über den multimedialen ORF-Service.
Der ORF-Online-Chef weiter: „Mit ORF.at und der TVthek sind die beiden erfolgreichsten Online-Dienste des ORF per Knopfdruck auf der Fernbedienung in optimaler Qualität verfügbar.“
Österreich hat insgesamt 3,2 Mio. Haushalte. Laut GfK-Elektropanel wurden seit 2011 in Österreich insgesamt 1,4 Mio. HbbTV-taugliche TV-Geräte verkauft, davon sind auch 700.000 ohne Hbb-TV-fähig. Insgesamt sind 7% der in den TV-Haushalten vorhanden Boxen Hbb-TV-fähig.

Wachsender Markt

Klingt auf den ersten Blick nicht nach viel, aber wenn man bedenkt, dass de facto jedes neu verkaufte TV-Gerät Hbb-TV empfangen kann, ist anzunehmen, dass diese Zahl in der nächsten Zeit rasant nach oben schnellen wird. Welche Inhalte kann der Konsumenten auf dem Portal nun sehen? Vor allem aktuelle Nachrichten und Wetterinfos von news.ORF.at stellen das zentrale Element des neu gestalteten HbbTV-Portals künftig dar.
Im aus dem Web bekannten und bewährten Look & Feel (Stichwort „blaue Seite“; in Form von Bilder-Grids und sämtlichen Kurzmeldungen) bietet die – auch ohne eine Internetverbindung des Fernsehgeräts nutzbare – Startseite des ORF-HbbTV-Portals einen aktuellen Überblick über die nationale und internationale Nachrichtenlage. Zur Nutzung des vertiefenden, gesamten Nachrichten- und Wetterangebots der Start- und News-Seite von Österreichs erfolgreichster Online-Informationsplattform, news.ORF.at, ist die Verbindung des Smart-TV-Geräts mit dem Internet notwendig.
Mit dem kommenden Olympia und Fußball-WM-Jahr 2016 werde man als Nächstes vor allem die Sport-Inhalte auf der Plattform ausbauen.

Bildqualität und Usability

Neben bester Bildqualität stand bei der Entwicklung des neuen ORF-Angebots vor allem höchstmögliche Bedienfreundlichkeit im Vordergrund. Design und Navigation sind für die Nutzung auf TV-Bildschirmen optimiert: Schaltet man auf das gewünschte ORF-Programm, wird am rechten Bildschirmrand mehrere Sekunden lang eine Red-Button-Funktion eingeblendet. Durch Drücken der roten Taste der Fernbedienung gelangt man zum neuen Einstiegsportal mit seinem aktuellen Nachrichtenüberblick. Die gesamte weitere Navigation innerhalb des Portals erfolgt einfach und bequem mittels der OK-, Cursor- und Farbtasten.

Und die anderen?

Und wie sieht es bei den anderen Sendern in puncto HbbTV aus? 2012 startete die Sendergruppe ProSiebenSat.1Puls 4-Gruppe als erster TV-Anbieter mit diesem Service. Fazit der Privatsennder: Die Nutzung nimmt jährlich zu, auch wenn sich die Sender bedeckt halten: „Aufgrund von Datenschutzbestimmungen dürfen wir das Nutzungsverhalten nicht im Detail tracken. Dem Werbekunden werden allerdings alle Kennwerte zu den ausgespielten Werbemitteln nach Kampagnenende zur Verfügung gestellt. Und dies erlaubt danach entsprechende Rückschlüsse auf die tatsächliche Gesamtnutzung. Prinzipiell sind wir mit der Entwicklung sehr zufrieden und die stetig steigenden Videozugriffe stimmen uns sehr optimistisch“, sagt etwa Markus Bacher, Direktor der Abteilung Distribution der ProSiebenSat.1 Puls 4 GmbH, auf Anfrage von medianet zum Angebot hinter dem roten Knopf auf der Fernbedienung.

ATV: Eigenproduktionen

Apropos Red Button: In diesem Bereich hat der Privatsender derzeit noch ein Alleinstellungsmerkmal: „Für Werbekunden bieten wir als einziges österreichisches Medienunternehmen die Möglichkeit von Red Button Flights an. Das bedeutet, dass ein gebuchter Werbespot mit Zusatzinfos angereichert werden kann. Sobald ein vom Werbekunden dementsprechend gebuchter Werbespot ausgestrahlt wird, erscheint am rechten unteren Bildschirmrand ein kundenindividueller Red Button, der zum Klick auffordert“, so Bacher.  Und ATV: Dort setzt man den Fokus auf browserbasierten Zugang der ATV-Inhalte. „2015 wurde an einem inhaltlichen Konzept gearbeitet, es wurden Kennzahlen erhoben und visionäre Gespräche mit Partnern geführt. HbbTV ist aktuell weder reichweitenwirksam noch wirtschaftlich einträglich, jedoch spätestens 2017 mit dem neuen Standard HbbTV 2.0 ein spannender Kanal für TV-Sender“, so Ina Bauer, Director of Sales, Marketing & New Media gegenüber medianet.

Pläne fürs kommende Jahr

„2016 werden wir neue Distributionskanäle präsentieren, die insbesondere unsere Eigenproduktionen im Fokus haben werden. HbbTV ist einer von vielen Kanälen, auf denen wir Zuseher erreichen und unser Portfolio in bester Qualität und Usability bereitstellen möchten“.
„Das TV-Gerät ist und bleibt der größte und first Screen. Neben linearem Programm hier auch VoD anzubieten, ist ein wichtiger Schritt, um den immer umfangreicheren Nutzer-Erwartungen gerecht zu werden und präsent zu bleiben“, so Ina Bauer abeschließend.

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